Mi, 17. Oktober 2018

Quartierssuche

11.09.2015 21:59

Bald 5000 Flüchtlinge täglich?

Die Suche nach steirischen Notquartieren für Flüchtlinge läuft auf Hochtouren; die steirische Polizei ist hier jetzt federführend. Und die bereitet sich auf einen gewaltigen Flüchtlingsansturm vor. Mit bis zu 5000 könnte die Steiermark bald täglich konfrontiert sein, wenn die Hauptroute über Kroatien und Slowenien führt.

Ungarn macht seine Grenze dicht. Die Flüchtlinge werden also gezwungen sein, sich eine neue Route in die EU zu suchen. Die wird über Kroatien und Slowenien in die Steiermark führen.

Manfred Komericky, steirischer Landespolizeidirektor-Stellvertreter, rechnet dann mit bis zu 5000 Flüchtlingen – pro Tag! "Darauf müssen wir in der Steiermark vorbereitet sein. Wir brauchen zum Beispiel dringend Quartiere, besonders in Graz, weil es hier die beste Infrastruktur gibt."

Quartier beim Schwarzl angeboten
Die Suche nach Notunterkünften erweist sich als äußerst schwierig. Die Besitzer des Fliegerhorsts Nittner haben gestern endgültig abgewunken. Im Gespräch war die Neckermann-Halle in Puntigam, doch auch daraus wird nichts. Auch die Vermieter der Annenpassage (Saturn) wollen nicht.

Wer will, ist Klaus Leutgeb, Betreiber des Schwarzl-Freizeitzentrums. Er möchte die Steiermark-Halle zur Verfügung stellen, sieht das als "Dienst an Österreich".

Appell an Grundstücksbesitzer
Am Freitag wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, über finanzielle Details wird heute weitergesprochen. Komericky: "Dort wäre Platz für ca. 500 Flüchtlinge, aber wir brauchen definitiv noch mehr Quartiere. Ich appelliere an Eigentümer von großen Liegenschaften, sich bei uns zu melden."

Im Gespräch ist zudem die Kaserne in Bad Radkersburg. Ab 15. Oktober steht zumindest die Grazer Messe wieder zur Verfügung.

Enteignungen nicht ausgeschlossen
Noch ist es nicht so weit, aber sollte sich die Lage zuspitzen, ist ein Katastrophenalarm nicht ausgeschlossen. Dann könnten Liegenschaftsbesitzer enteignet werden, um Flüchtlingsquartiere zu schaffen.

Und klar ist: Noch fahren die allermeisten Flüchtlinge weiter nach Deutschland – aber auch Deutschland wird seine Grenzen nicht ewig offen halten.

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