28.03.2006 09:36 |

Breitband-Tücke

So bleibst du unterm Download-Limit!

Mit dem Einzug des Breitband-Internet hat auch ein leidiger Faktor den Weg ins tägliche Surfer-Leben gefunden: das Download-Limit. Aufgrund der großen Bandbreite und der irren Geschwindigkeit, die moderne Breitband-Leitungen bieten, haben Provider der zügellosen Download-Freude von Beginn an Einhalt geboten: Zwischen 500 Megabyte und 5 Gigabyte dürfen Österreichs Heim-User im Durchschnitt beim Surfen verbrauchen. Aber was, wenn der Vorrat an Download-Bytes einmal knapp zu werden droht und man tief in die Tasche greifen müsste?

Man hat gerade zufällig mehr Freizeit, vielleicht ist man im Urlaub: Hin und wieder kann es völlig unerwartet geschehen, dass man sein Download-Limit überschreitet, vielleicht sogar für’s verbleibende Monat gesperrt wird oder für jedes weitere Byte teuer bezahlen muss, und sich am Ende fragt: „Wie konnte das überhaupt passieren? Ich hab doch nur gesurft!“

Hier erfährst du alles über die großen Download-Volumen-Fresser, Video- und Audiostreaming. Inklusive Tipps und Tricks zu weniger Verbrauch beim Surfen am knappen Monatsende.

Die Tücken der schnellen Technologie
Beim herkömmlichen Surfen von HTML-Websites und beim E-Mail-versenden hat noch keiner sein Download-Limit überschritten. Doch gerade die neuen Annehmlichkeiten, wie Video- und Audiostreams, die das Internet seit dem Jahrtausendwechsel in Hülle und Fülle zu bieten hat, stecken voller „Tücken“ und können dein Download-Kontingent schnell sprengen. Das bedeutet dann meistens einen Haufen Ärger, denn Provider lassen nach einem Verstoß nur selten mit sich reden. Die meisten drehen den Saft bis zum Monatsende ab oder bieten teure Zukaufslösungen an.

So schnell, dass man’s gar nicht merkt!
Aber was macht Multimedia-Surfen im Internet zum großen Downloadvolumen-Fresser? Ein mathematischer Blick auf die Sachverhalte macht’s deutlich: Ein guter Breitband-Zugang in Österreich schafft eine Downloadgeschwindigkeit von 4 Megabit pro Sekunde. Das sind 4096 Kilobit pro Sekunde. Zum Vergleich: Ein Modemzugang zieht gerade einmal 56 Kilobit pro Sekunde aus dem Netz! Was also früher Minuten gedauert hat, spielt sich heute in wenigen Augenblicken ab. Nur, das Gefühl für die bisher downgeloadete Datenmenge verliert man proportional zur höheren Geschwindigkeit des Internetzugangs.

Webradio und Videostreaming: Byte-Verbraucher Nummer 1
Ein gestreamter Werbespot in guter Qualität kommt wie in Echtzeit fast ohne Ladezeiten aus dem Netz und auch Webradios werden in ihrer Qualität immer besser. Dabei gilt: Je besser die Qualität, desto größer die Datenrate, die sich Schritt für Schritt vom Download-Kuchen nährt und Limits schnell sprengt. Eine Stunde Webradio bei einer Datenrate von 128 Kilobit pro Sekunde, das sind ungefähr 60 bis 70 Megabyte! Wer ein monatliches Download-Volumen von 500 Megabyte hat, kann die Stunden, die man für Webradios aufwenden kann bzw. darf, an den Fingern beider Hände abzählen.

Mit Videostreamings verhält es sich ähnlich. Hier greift man aber auf wesentlich größere Datenpakete zu: Ein Videoclip von überdurchschnittlicher Qualität mit einer Dauer von 40 Sekunden kann bis zu fünf Megabyte groß sein. Man merkt’s aber nicht, weil gerade bei Streaming-Vorgängen mehrere Ports (Datenkanäle) geöffnet sind und vielleicht eine bessere und schnellere Übertragungsrate als üblicherweise vorliegt. Und das Downloadvolumen wird mehr und mehr und mehr...

Was also tun, wenn man weder auf den täglichen Lacher vorm Videoportal noch auf das texanische Country-Radio aus dem Web verzichten möchte? Es gibt nicht viele Tricks, aber doch ein paar gute, mit denen man sich den Surfspaß bis zum Monatsende aufrecht erhält.

Lachen lässt sich’s am Monatsende auch vorm kleinen Video
Beim Videostreaming von Websites lässt sich irgendwo am Player meistens eine variable Datenrate auswählen, mit der du dein Download-Volumen schonen kannst. Falls es sich um einen Stream für den Windows Media Player oder den Real-Player handelt, kann man zum Beispiel bei Kinotrailern und den meisten Fun-Vids eine Qualitätsabstufung selektieren, die viel Download-Volumen sparen kann, die allerdings das Video in seinen Abmessungen kleiner macht. Traditionell sind diese Auswahlmöglichkeiten schon beim Link auf den Stream mit High, Mid oder Low gekennzeichnet, wobei Low die geringste Datenmenge bedeutet.

Bei Videoportalen wie „YouTube“ oder den Angeboten diverser Suchmaschinen (Yahoo, Google, MSN) sind aber auch Bezeichnungen nach Zugangsart häufig anzutreffen: 56K, ISDN, DSL, oder T1 heißen sie. Dabei gilt wieder: Je langsamer die gewählte Zugangsart, desto kleiner das Datenpaket. Ferner kann es auch der Fall sein, dass du bei Videos die Größe auswählen kannst. Hier ist meist ein Mittelmaß von 320 x 240 Pixel ratsam. Ein gestreamtes Video in der Größe von 800 mal 600 Pixel würde in unvergrößerter Qualität eine Datenrate von 600 KBit/s aufwärts bedeuten. Das ist der Download-Killer schlechthin!

Datenraten und unterschiedliche Formate
Kniffliger wird’s, wenn verschiedene Datenraten zur Auswahl stehen: Beim Webradio in Portalen wie iTunes können diese von 12 KBit/s bis zu 128 KBit/s und mehr reichen. Wobei die 12 KBit/s eher rauschende Telefonqualität darstellen, die 128 KBit/s aber bereits die mögliche Wiedergabequalität der meisten PC-Boxen übersteigen. Ein Mittelmaß sind Biterates zwischen 56 und 82 Kilobit pro Sekunde.

Bei Filmen gestaltet sich diese Berechnung schon etwas schwieriger. Hier schwankt die Biterate mit dem Komprimierungsformat. Ein Clip im MPEG- oder WMV-Format sieht bei 320 Kilobit pro Sekunde schon ganz brav aus und schont das Megabyte-Konto. Für ein DivX-File reicht wiederum die halbe Biterate und das Ergebnis sieht immer noch toll aus.

Von vornherein begrenzen: Einstellung für den MediaPlayer
Ein einfacher Kniff, mit dem man große Datenraten von vornherein ausbremst, kann im Windows Media Player getätigt werden, der ja beim surfen am häufigsten als Plug-In herhalten muss. Unter „Extras“ im Menü „Optionen“ kann im Verzeichnis „Leistung“ die Geschwindigkeit der Internetverbindung festgelegt werden. Wählst du zum Beispiel ISDN oder Modemgeschwindigkeit (unabhängig davon, welchen Breitbandanschluss du besitzt) schiebst du auf diese Weise dem Media Player einen Riegel vor.

Mit dieser Einstellung werden nämlich große Videostreams vermieden bzw. manchmal sogar heruntergerechnet und komprimiert, je nach Streaming-Angebot. Allerdings bleibt diese Einstellung auch fürs Webradio erhalten und kann dann unter Umständen zu Lasten der Audioqualität gehen.

Aber am besten selber ausprobieren, beim nächsten Mal auf’s Download-Konto des Providers gucken und nachrechnen - vielleicht ersparst du dir die eine oder andere Account-Sperrung. Sein Download-Volumen im Auge zu behalten kann übrigens generell nie schaden...

Donnerstag, 06. Mai 2021
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