Wiener Wohnen

Mit den „Krabbel-Jägern“ im Gemeindebau

Wien
23.10.2026 19:00

Achtung, Krabbelalarm: „Krone“ begleitete die Schädlingsbekämpfer von Wiener Wohnen in einen Meidlinger Gemeindebau. Die Mitarbeiter erzählen, womit sie Mäuse & Co. jagen und was die größten Plagen sind.  

Haben die Bewohner des Max-Opravil-Hof im zwölften Bezirk ein Problem mit Bettwanzen, Kakerlaken oder Bettwanzen kümmert sich ein 24-köpfiges Team von Wiener Wohnen um die Beseitigung des Ungeziefers. An ihrer Spitze steht Lorand Almasi. Der Ungar arbeitet seit 2013 bei Wiener Wohnen und hat sich bis in die Geschäftsführung hochgearbeitet. Den Job findet er „eh gar nicht so schlecht“, sagt er mit einem Schmunzeln. Er und seine Kollegen hatten alleine 2025 fast 22.000 Einsätze.

Aktuell bildet Wiener Wohnen auch vier Lehrlinge aus. Christopher Scholz ist gerade erst mit der Lehre fertig geworden. An dem Beruf gefalle ihm vor allem der Kontakt mit den Kunden.

Lorand Almasi, Stadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) und Christopher Scholz (v. links) beim ...
Lorand Almasi, Stadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) und Christopher Scholz (v. links) beim Lokalaugenschein.(Bild: Imre Antal)

Am meisten beschäftigen die Schädlingsbekämpfer derzeit Bettwanzen. 2020 hatte das Team knapp über 100 Aufträge wegen den Schädlingen, 2026 waren es bis Oktober bereits mehr als 500. „Wir sind schockiert, wie viele Bettwanzen wir derzeit haben“, sagt Almasi im Gespräch mit der „Krone“. Grund sei, dass seit Corona das Reisen wieder boome. Dabei seien aber nicht nur günstige Unterkünfte von den Tieren betroffen.

Mit Schmutz habe das allerdings nichts zu tun, sondern einfach mit Pech, erklärt der Schädlingsbekämpfer. Um die Bettwanzen loszuwerden, benutzten die Mitarbeiter von Wiener Wohnen sowohl Gift als auch ein Dampfgerät, das bis 180 Grad heiß wird. So werden auch die Eier abgetötet, die gegen Chemie immun sind.

Doch die Wanzen sind nur ein Teil der Arbeit. Die winzige Pharaoameise gilt in Wien als meldepflichtig. Findet sich eine einzige, wird die ganze Stiege kontrolliert. Und das kann durch Anwohner, die nicht kooperieren, auch lästig werden.

Nutella fängt besser Mäuse als Käse und Speck
Bei Mäusen setzen die Profis auf einen überraschenden Köder: Nutella. „Das ist sehr viel effektiver als Käse oder Speck“, so Almasi. Giftköder benutzen sie nicht, denn dann könne es passieren, dass eine tote Maus übersehen wird und erst durch den unangenehmen Geruch auffällt.

Gerüstet ist das Team auch für einen neuen Feind: die Asiatische Hornisse. Sie ist deutlich aggressiver als die heimische. In Wien wurde bisher noch keine gesichtet, aber für den Ernstfall hat Wiener Wohnen einen Schutzanzug gekauft. Wer selbst eine Privatfirma ruft, erlebt oft eine böse Überraschung. 500 bis 1000 Euro pro Bettwanzenbekämpfung seien noch günstig. Bei Wiener Wohnen koste das vielleicht 200 Euro. Gut für die Gemeindebaubewohner, denn der Einsatz geht auf die Betriebskosten.

Ratten werden nun digital bekämpft
Sobald es draußen kälter wird, weichen Ratten vermehrt in das Innere von Gebäuden aus. Wie die „Krone“ berichtete, ist das gerade in Gemeindebauten ein Problem. Grund dafür sind unter anderem überfüllte Mistcontainer oder illegale Sperrmüllablagerungen. Wird eine Ratte gemeldet, stehen jedoch die Schädlingsbekämpfer von Wiener Wohnen spätestens nach fünf Werktagen vor der Tür. Meist seien sie noch am selben Tag da, sagt Lorand Almasi im Gespräch mit der „Krone“. Sie suchen dann vor Ort das gesamte Umfeld nach Spuren oder Schlupflöchern ab.

Sobald die Falle zuschnappt, werden Almasi und sein team benachrichtigt
Sobald die Falle zuschnappt, werden Almasi und sein team benachrichtigt(Bild: Imre Antal)
Die neuen Fallen erleichtern die Arbeit des Teams deutlich.
Die neuen Fallen erleichtern die Arbeit des Teams deutlich.(Bild: Imre Antal)

Die Methoden, um die Tiere zu schnappen, werden dabei immer digitaler. Drinnen setzen die Profis Schlagfallen ein, die bei Auslösung eine E-Mail verschicken. Nach der Benachrichtigung sammeln die Schädlingsbekämpfer die Fallen dann wieder ein. Seit rund anderthalb Monaten nutzen sie diese Methode. Das spart viel Zeit und Ressourcen. „Die Digitalisierung hat jetzt auch die Rattenbekämpfung erreicht“, freut sich Almasi.

Um die Tiere im Freien zu finden, braucht es Köder im Kanal – der „Autobahn der Ratten“, wie es Almasi nennt. Hier platziert das Team von Wiener Wohnen Schwimmboxen mit einem Köder. Der Vorteil: Das Gift gelangt nicht in das Grundwasser, denn die Box schließt sich, sobald der Wasserpegel steigt.

Auf einem Stadtplan wissen die Mitarbeiter, wo welche Falle steht. Und auch die Geräte schlagen digital Alarm.

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