Neuer Ausstellungsraum

Spuren zum Menschsein zwischen den Zeiten

Kärnten
21.10.2026 16:00

Er erschafft aus der Liaison von Alt und Neu, Vergangenheit und Gegenwart sehenswerte zeitgenössische Kunst. Ende Oktober eröffnet der Kärntner Künstler Gabriel Wartbichler ein Atelier mit Ausstellungsraum am Hauptplatz in Feldkirchen.

Jahresringe trägt er selbst zwar noch nicht viele, das Material, mit dem er (neben der Keramik) bevorzugt arbeitet, meistens schon! Heimisches Holz – tunlichst nachhaltig von umgestürzten Bäumen oder solchen, die gefällt werden müssen: Das ist der Werkstoff, aus dem der Klagenfurter jene „Spuren“ schält, die seiner aktuellen Ausstellung zur Atelier-Eröffnung den stimmigen Namen geben. 

Skulpturen, Assemblagen, Zeichnungen
Identität und Herkunft, Alt und Neu, Geschichte wie Gegenwart, gesellschaftliche Phänomene und des Menschen Verhältnis zu seinem sozialen und kulturellen Umfeld: Spuren, die der 34-Jährige mit Skulpturen, Assemblagen und Zeichnungen zum polyphonen Echoraum verdichtet, in dem sich handgefertigte, lebensgroße Körper und Körperfragmente mit ornamentalen Elementen, Fundstücken und/oder historischen Werkzeugen vereinen, um dem staunenden Auge ein visuelles Tableau zu bereiten, das von Poesie, Zeitgeist, Heimat, Fremde und Reflexion erzählt. 

Nachhaltige Weltreise
In die Kärntner Heimat ist Wartbichler erst vergangenes Jahr zurückgekehrt. Nach mehr als zehn Jahren im Ausland und einer 18-monatigen Weltreise, bei der er in regen Arbeitskontakt mit vielen Künstlern getreten ist, darunter ein buddhistischer Bildhauermeister, der ihn in Japan fünf Monate lang förderlich unter seine Fittiche genommen, mit dem japanischen Schnitzmeißel und der Kunst der Tempelschnitzerei vertraut gemacht hat.

Gabriel Wartbichler ist nach vielen Jahren im Ausland 2025 nach Kärnten zurückgekehrt.
Gabriel Wartbichler ist nach vielen Jahren im Ausland 2025 nach Kärnten zurückgekehrt.(Bild: Wartbichler)
„Mosaik des Selbst“.
„Mosaik des Selbst“.(Bild: Wartbichler)

Apropos souveräne Handwerkskunst: Wie meisterhaft Wartbichler aus verleimten Holzblöcken lebensecht Figuratives meißelt, ist ebenso sehenswert wie der Spagat zwischen Tradition und Moderne, der bei aller augenfälligen Ästhetik keinen Augenblick ins plump Gefällige abgleitet.

Dass er damit auch international nicht auf dem Holzweg ist, belegen viele Ausstellungen und ab 31. Oktober (Eröffnung: 11 Uhr) das neue Atelier samt Ausstellungsraum am Hauptplatz 13 in Feldkirchen, wo die von Ulli Sturm kuratierte Schau bis 28. November (Do – Sa: 10 – 13 und 14 – 19 Uhr) Staunen macht.

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