Drohnen, Roboter sowie Künstliche Intelligenz dominieren bereits die Schlachtfelder der Welt – in Kärnten arbeiten zwei Tage lang Entwickler, Forscher und Studenten für Europas Sicherheit.
Die Soldaten der Zukunft bekommen nun Unterstützung aus der Luft und vom Boden. Drohnen erkunden mittlerweile gefährliches Gelände, Roboter übernehmen riskante Aufgaben und intelligente Systeme helfen, Bedrohungen schneller zu erkennen.
Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird längst in Forschungslabors entwickelt. Und ausgerechnet Kärnten könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Denn an der Universität Klagenfurt haben Forscher bereits eindrucksvoll bewiesen, was ihre fliegenden Maschinen können.
Ende August gewann das Team „HERMES“ einen europäischen Wettbewerb für autonomes Fliegen. Die Besonderheit: Zwei Drohnen waren gleichzeitig unterwegs, wichen selbstständig Hindernissen aus und teilten ein Suchgebiet untereinander auf. Ganz ohne GPS, ganz ohne Piloten!
Ihre Entscheidungen trafen die Fluggeräte direkt an Bord. Für die heimischen Streitkräfte könnte genau diese Technik künftig entscheidend sein. Denn auf modernen Schlachtfeldern können Satellitensignale gestört oder blockiert werden. Drohnen, die auch ohne digitale Hilfe navigieren, könnten trotzdem die Aufklärung übernehmen oder Vermisste aufspüren.
48-Stunden-Training für die Armee von morgen
In Klagenfurt wird dafür unter außergewöhnlichen Bedingungen geforscht. In einer speziellen Drohnenhalle verfolgen 37 hochpräzise Kameras die Flugbewegungen. Auf 150 Quadratmetern und in bis zu zehn Meter Höhe werden neue Systeme getestet. Im Freien steht sogar eine 1000 Quadratmeter große Drohnenarena bereit. Dort müssen sich die Fluggeräte auch bei Wind und Wetter bewähren.
Jetzt soll aus dieser Forschungsstärke aber noch viel mehr werden: Beim sogenannten EUDIS Defence Hackathon von 15. bis 17. Oktober tüfteln Entwickler, Forscher, Studierende und Start-ups 48 Stunden lang an Technologien für Europas Sicherheit.
Im Mittelpunkt stehen Fragen, die für die Streitkräfte der Zukunft von enormer Bedeutung sein könnten: Wie orientieren sich Drohnen ohne Satellitensignale? Wie können ganze Schwärme aus Fluggeräten und Bodenrobotern zusammenarbeiten? Und wie lassen sich Soldaten durch intelligente Schutzsysteme besser vor Gefahren bewahren?
Veranstaltet wird der Wettbewerb am Standort vom Defence Innovation Hub Austria (DIHA). Erstmals bündeln Österreich und Slowenien ihre Kräfte.
Neue Hightech-Allianz: Österreich und Slowenien
Besonders brisant: Die Zusammenarbeit soll nicht an der Staatsgrenze enden. Rot-weiß-rote Firmen und Geschäftspartner aus dem Nachbarland, Forschungseinrichtungen und Militärs sollen künftig enger zusammenrücken.
Wir haben hier in Österreich bereits das notwendige Know-how für die weltweit besten Drohnen, wir müssen nur die Potenziale auf allen Ebenen heben.

Jürgen Mandl, DIHA-Vorstand & WK-Kärnten-Chef
Bild: Lumen PR
Die Idee dahinter ist, dass zum Beispiel ein Unternehmen die Sensoren entwickelt, ein anderes die Software programmiert und ein Forschungspartner das System testet. So könnten aus ersten Ideen neue Produkte, Aufträge und sogar ganze Wertschöpfungsketten entstehen.
Kärntens Wirtschaftskammerpräsident und DIHA-Vorstand Jürgen Mandl betont: „Entscheidend ist, diese Stärken besser miteinander zu verbinden.“ Denn die Zukunft europäischer Sicherheit entscheide sich jetzt!
Oberst René Cerne kennt die militärische Lage Europas ganz genau, im Gespräch mit der „Krone“ zeigt er die Wichtigkeit der aktuellen Bestrebungen auf:
„Krone“: Herr Oberst, Sie haben mitgeholfen, den Hackathon nach Kärnten zu holen. Warum gerade Klagenfurt?
Cerne: Weil hier viel von dem zusammenkommt, was wir für neue Lösungen brauchen: Forschung zu autonomen Systemen, Möglichkeiten zur Erprobung und Unternehmen, die Technik in die Praxis bringen. Dazu kommt die Nähe zu Slowenien. Wir können Menschen miteinander verbinden, die unterschiedliche Fähigkeiten haben.
Kann ein Wettbewerb in nur 48 Stunden tatsächlich zu mehr Sicherheit beitragen?
In diesen zwei Tagen entsteht ein erster Lösungsansatz, der geprüft und weiterentwickelt werden muss. Der Wert liegt darin, reale Anforderungen früh einzubeziehen: Wie funktioniert Navigation ohne Satellitensignal? Wie arbeiten mehrere Systeme zusammen? Wie lässt sich der Schutz von Soldaten verbessern? Wenn Entwickler und Anwender gemeinsam arbeiten, werden Chancen und Grenzen einer Idee schneller sichtbar.
Was soll von der Kooperation mit Slowenien bleiben?
Verlässliche Kontakte und Teams, die gemeinsam weiterarbeiten. Wir wollen Kompetenzen über die Grenze hinweg verbinden und die Zeit von der Idee bis zur Erprobung verkürzen.
Daraus können gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte entstehen. Resilienz bedeutet auch, dass wir in Europa das Wissen, die Partner und die Produktionsmöglichkeiten haben, um auf neue Anforderungen rasch reagieren zu können.
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