Egger nach Deutschmann

„Bürgermeister“ bleibt hier in der Familie

Kärnten
20.10.2026 14:00

Tino Egger ist seit 1. Oktober Bürgermeister der Gemeinde Grafenstein. Er folgt auf Stefan Deutschmann, der nicht nur 20 Jahre in der Amtsstube war, sondern auch noch sein Cousin ist!

Es gibt Familienbetriebe, die über Generationen weitergegeben werden. Kinder wachsen in die Fußstapfen ihrer Eltern und führen weiter, was diese begonnen haben. In Grafenstein ist es das Gemeindeamt, das seit Jahrzehnten von der Familie Deutschmann geprägt wird, seit Oktober mit einem neuen Mann an der Spitze: Tino Egger übernimmt von Stefan Deutschmann.

Nach 50 Jahren im Amt beerbt Sohn den Vater
„Eigentlich war ich recht weit hinten auf der Liste, aber mit Vorzugsstimmen der Wähler bin ich nach vorne gerutscht“, erzählt Stefan Deutschmann. Knapp 20 Jahre war er Bürgermeister in der Marktgemeinde. Eine Gemeinde, in der sein Nachname nie unbekannt war. Bis heute gilt sein Vater, Valentin Deutschmann, als längstdienender Bürgermeister Kärntens. 50 Jahre lang saß er auf dem Chefsessel der Gemeinde, gründete seine eigene Namensliste und wird bis heute für seine Weitsicht und seine fraktionsübergreifende Arbeit für die Gemeindebürger gelobt. Besonders gegen Ende seiner Amtszeit hat Stefan Deutschmann seinen Vater als Vizebürgermeister bereits tatkräftig unterstützt und aus gesundheitlichen Gründen auch oft vertreten.

T. Egger, V. Deutschmann und S. Deutschmann im Jahr 2003.
T. Egger, V. Deutschmann und S. Deutschmann im Jahr 2003.(Bild: Hannes Wallner)

Fußstapfen, die Sohn Stefan Deutschmann, von Geburt an gekannt hat: „Ich bin kurz nach seiner Wahl zum Bürgermeister 1958 geboren und kannte meinen Vater immer als Bürgermeister.“ Ob es deswegen dann auch in die Politik gegangen ist? Deutschmann: „Ich war Gründungsmitglied der Jungen ÖVP, in vielen Vereinen und habe mich immer mit Freude für die Gemeinschaft eingesetzt.“

Vertrauen der Wähler im Vordergrund
Vererbt oder gar „weitergegeben“ wurde das Amt aber keinesfalls – das ist den Cousins wichtig. „Auch ich bin durch die vielen Vorzugsstimmen von ganz hinten auf der Liste nach vorne gerutscht“, betont Egger, der vollberuflicher Finanzbeamter ist. Das Vertrauen der Wähler habe ihre Spitzenpositionen bedingt, nicht die Familiengeschichte.

Deutschmann: „Ich habe die Arbeit im Amt immer gern gemacht, aber vor einer Wahl an einen Nachfolger zu übergeben, ist sinnvoll und hilfreich. Das hat mein Vater damals auch bei mir so gemacht.“ Jetzt widmet sich der pensionierte Lehrer und Landwirt seiner Familie, bleibt dem Gemeinderat aber erhalten.

Ähnliche Liste mit neuem Namen
Egger übernimmt mit dem Gemeinde-Vorsitz auch die „Liste Stefan Deutschmann“, die bald zur „Liste Tino Egger mit Team“ wird. Egger: „Mit Team, weil ich zeigen will, dass mein Team mir besonders wichtig ist.“ Die Akteure bleiben übrigens weitestgehend gleich. Ein besonderes Augenmerk legt Egger allerdings auf den Nachwuchs. „Es ist an der Zeit, Junge aufzubauen und sie zum Mitgestalten zu bewegen.“

Was beide trotzdem von Vater bzw. Onkel gelernt haben: „... das Amt ernst zu nehmen und immer pünktlich zu sein!“

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