Mit einer umfassenden Werkschau betritt Claus Prokop die Bildfläche auf Schloss Ebenau im Rosental, wo seine werkimmanente Beschäftigung mit visuellen Informationen einmal mehr für die Galerie Walker Staunen macht.
Abstraktes, das den Kern des Gegenständlichen in sich trägt: Unter diese Prämisse könnte man Prokops Werk vereinfacht stellen. Lässt man sich ohne Vorwissen auf Schloss Ebenau in den geometrischen Kosmos des Klagenfurters fallen, beginnt das Auge zu flimmern und der Geist zu tanzen: Linien, Punkte, Kreis – Sequenzen und Variationen, die der seriellen Wiederholung formalen Inhalt einschreiben und durch Rhythmik, Verdichtung und malerische Ausformung autonomes Bildgut entstehen lassen.
Unterschiedliche Bedeutungsebenen geometrischer Formen
Wie Assoziativ die Arbeiten von Prokop sind, der am 15. Oktober seinen 60er feiert, hat er für Walker schon oft eindrucksvoll vor Augen geführt.
Und auch die nun gezeigten Arbeiten des Architekten und Malers zeigen als charakteristische Klein- wie Großformate auf Aluminium- oder Holzgrund, „dass geometrische Formen weit über ihre scheinbare Klarheit hinaus unterschiedliche Bedeutungsebenen tragen können, von kunsthistorischen Quellen über wissenschaftliche und technologische Vorstellungen bis hin zu Motiven aus Raumfahrt oder Science-Fiction“, wie Antonio Rosa de Pauli (Kurator und Künstlerischer Leiter des Museums Angerlehner) zur aktuellen Ausstellung schreibt.
Max Frisch und Don Juan standen Pate
Dass der hintersinnige Ausstellungstitel vor Prokops offensichtliche Liebe zur Geometrie drei Punkte und ein oder setzt („. . . oder die Liebe zur Geometrie“), ist ebenso schlüssig in der weiten Lesart seines Œuvres wie der Umstand, dass Max Frisch und sein Theaterstück „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ Pate gestanden sind. Denn wie Frisch nicht mit dem Mythos, sondern seiner kulturellen Zuschreibung spielt, rückt Prokop die Vorstellung, und nicht das mathematische Ordnungssystem selbst ins Bild.
„Ich sehe mich als Übersetzer, der visuelle Informationen und Geschichten aufnimmt und diese wieder als visuelle Information abgibt“, sagt er. Begegnet man seinem auf das Alte Ägypten abgefederten Pavillon im Schlosspark, weiß man sofort, was er meint!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.