Do, 27. Juni 2019
20.08.2014 12:31

Studie belegt es

Online-Pornos: Frauen so suchtanfällig wie Männer

Dass der übermäßige Konsum von Online-Pornos Suchtverhalten erzeugen kann, haben Forscher bereits mehrfach nachgewiesen. Bislang gingen die meisten Beobachter jedoch davon aus, dass vor allem Männer anfällig für Pornosucht seien. Eine neue Studie aus Deutschland beweist nun das Gegenteil. Sie belegt, dass Frauen, die häufig pornografisches Material im Netz anschauen, ebenso suchtgefährdet sind wie Männer.

Zu dieser Erkenntnis kommt ein Forschungsteam rund um den deutschen Psychologen Matthias Brand. In der Fachzeitschrift "Cyberpsychology, Behavior and Social Networking" legen die Forscher dar, dass die Gefahr für die Ausbildung einer Pornosucht bei Frauen und Männern gleich groß ist. Konkret sprechen die Forscher dabei von Hypersexualität, einer Persönlichkeitsstörung, die durch stark gesteigertes sexuelles Verlangen gekennzeichnet ist, welches die betroffenen Frauen unter anderem beim Konsum von Online-Pornos ausleben.

Pornosucht bei Frauen noch kaum untersucht
Generell sei Pornosucht bei Frauen vor der Studie Brands noch kaum untersucht worden, heißt es in dem Papier. Einzelne Studien legten jedoch schon zuvor nahe, dass auch Frauen pornosüchtig werden können. So berichtete die britische Tageszeitung "Telegraph" erst kürzlich, dass bei einer älteren Untersuchung immerhin 17 Prozent der befragten Frauen von sich selbst behaupteten, "süchtig" nach Online-Pornos zu sein. Das ist fast jede fünfte Frau. Brand hat die Auswirkungen von Online-Pornos auf Frauen nun genauer untersucht.

Psychologen untersuchten 102 junge Frauen
Für seine Studie zog der Psychologe insgesamt 102 junge Frauen heran. Eine Hälfte von ihnen nutzte regelmäßig Online-Pornos, die andere Hälfte nicht. Bei beiden Versuchsgruppen wurde eine potenzielle Hypersexualität untersucht, indem die Forscher ihnen pornografische Bilder zeigten und die Erregung der Frauen maßen. Das Ergebnis: Brand zufolge zeigten Nutzerinnen von Online-Pornos beim Betrachten der Bilder mehr Erregung und stärkeres sexuelles Verlangen als Frauen, die keine Online-Pornos ansehen.

Porno-Nutzerinnen anfälliger für Pornosucht
In der Studie schildern die Forscher, dass dieses gesteigerte sexuelle Verlangen beim Bewerten der Bilder mitunter mit gesteigerter Empfindlichkeit für sexuelle Reize, problematischem Sexualverhalten und psychologischen Symptomen einhergehe, die für eine gewisse Tendenz in Richtung Cybersex-Sucht sprechen. Die Ergebnisse seien dem, was man bei Untersuchungen an heterosexuellen Männern beobachtet habe, durchaus ähnlich, so das Fazit der Forscher. Allerdings wurden bei dem Versuch auch einige Faktoren ignoriert, die einen Einfluss auf die Sexualität der Frauen haben können. Dazu zählen etwa der Beziehungsstatus, die Zahl der sexuellen Kontakte und die Zufriedenheit mit dem Beischlaf.

Autorin gestand Porno-Vorliebe sogar öffentlich
Das Ergebnis ist dennoch eindeutig: Eine Sucht nach Online-Pornos ist keine Domäne heterosexueller Männer, sondern kann ebenso Frauen treffen. Und das haben manche Porno-Liebhaberinnen auch schon öffentlich gestanden. So schrieb etwa die Autorin Nichi Hodgson, die sich beruflich mit Pornografie befasst, erst kürzlich im australischen "Sydney Morning Herald": "Ich liebe Pornos, und seit ich damit begonnen habe, sie für meine Arbeit zu erforschen, wurde ich zunehmend von diesem überschwänglichen Zelebrieren des menschlichen Körpers in all seiner Vielfalt verführt." Dass Frauen und Männer unterschiedlich an das Thema herangehen, stimme zwar bis zu einem gewissen Grad. Letzten Endes seien wir jedoch alle bloß Menschen.

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