Weiß, grün und violett

Warm genug: Kärntner Bauern starten Spargelsaison

Kärnten
12.04.2026 18:00

Spargel besticht durch sein feines Aroma und ist nicht nur aufgrund der kurzen Erntespanne etwas ganz Besonderes. Ob weißer, grüner oder violetter Spargel serviert wird, ist Geschmackssache. Fans des gesunden Gemüses können jedenfalls aufatmen: Die Ernte läuft auf Hochtouren.

Spargel ist gesund, kalorienarm und reich an wertvollen Nährstoffen wie Folsäure, Kalium und mehreren Vitaminen. Er wirkt harntreibend, entwässernd und fördert die Verdauung. Obendrein schmeckt er gut! Im südlichsten Bundesland wird er seit bald 100 Jahren angebaut – und kann heuer trotz wochenlanger Trockenheit geerntet werden.

Auf drei Kärntner Bauernhöfen und bei der Früchtewelt in Ebenthal wird Spargel geerntet. Waltraud Jäger vom traditionsreichen Kammerhof im Lavanttal kann heuer auf das 95-Jahr-Jubiläum anstoßen: „Wir führen Spargel seit dem Jahr 1931. Auf 15 Hektar wird weißer, grüner und violetter Spargel geerntet. Unser Hof ist unser Wohnzimmer und Lebensraum“, erzählt sie. „Vor Jahren kamen 3000 Leute zu speziellen Spargeltagen auf den Hof, das machen wir jetzt nicht mehr. Wir haben sehr viel zu tun.“ 

Spargel braucht warmen Boden
Prognosen kann man bei Spargel nur schwer treffen. „Er wächst nur, wenn der Boden warm ist. Zwischen 14 und 17 Grad sollte er schon haben. Heuer sah es gut aus, aber in der Früh ist es immer noch sehr kalt“, so Jäger. Mit Tricks können Spargelbauern etwas nachhelfen: „Seit drei Jahrzehnten wird bei uns die schwarze Folie verwendet, um den Boden warmzuhalten. Und wir stellen einen dicken Folientunnel auf, damit es so bleibt“, erklärt Jäger, die mit ihrem Gatten und Sohn Christian den Betrieb führt.

Die Sonne färbt den grünen Spargel.
Die Sonne färbt den grünen Spargel.(Bild: Christiane Weber)
Christian Jäger vom Kammerhof nutzt Folientunnel beim Spargelanbau.
Christian Jäger vom Kammerhof nutzt Folientunnel beim Spargelanbau.(Bild: Norbert Janesch)
In Ludmannsdorf gibt es ab 13. April frischen Spargel.
In Ludmannsdorf gibt es ab 13. April frischen Spargel.(Bild: Christiane Weber)
Anna Sternath leitet mit ihrer Familie den größten Spargelhof Kärntens.
Anna Sternath leitet mit ihrer Familie den größten Spargelhof Kärntens.(Bild: Spargelhof Sternath)

Die Premiumware kostet beim Kammerhof 15,90 Euro pro Kilo, die B-Ware 10,20 Euro. „Am günstigsten ist der Bruchspargel – das ist hochwertiger Spargel, der bei der Ernte oder Sortierung bricht. Darum kostet er nur 6,20 Euro. Er ist immer ausverkauft.“ Zumindest bis Ende Mai gibt es am Kammerhof Spargel.

25 Erntehelfer im Einsatz
Auch bei den Sternaths in St. Stefan im Lavanttal gibt es schon frischen Spargel. Philipp unnd Anna Sternath leiten den Betrieb, der bereits seit 30 Jahren besteht: „Wir bauen Spargel auf 30 Hektar an. Der Start war sehr zufriedenstellend.“ Auch hier werden weiße, hellgrüne und violette Exemplare angebaut.

Violetter Spargel wächst – wie auch der hellgrüne – an der Oberfläche, während sich der weiße unter der Erde versteckt. „Die Spargelernte ist höchst anstrengend. Sie beginnt noch vor Sonnenaufgang und dauert mitunter bis am Nachmittag“, betont Anna Sternath, die froh ist, dass ihr in der Hauptsaison 25 Erntehelfer sowie die Familie zur Hand gehen.

Spargel erfordert Handarbeit
In Klagenfurt beginnt der Spargelverkauf in der Früchtewelt in Ebental in Kürze: „Spargelschneiden ist reine Handarbeit und Frische ist für den Spargelgenuss das oberste Gebot! Deshalb kann man bei uns den schnittigen Spargel direkt vom Feld beziehen, also feldfrisch“, unterstreicht Inhaberin Sibylle Matschnig.

Sybille Matschnig bietet in der Früchtewelt in Ebenthal feldfrischen Spargel an.
Sybille Matschnig bietet in der Früchtewelt in Ebenthal feldfrischen Spargel an.(Bild: Sibylle Matschnig)
Spargelgerichte sind besonders, da sie nur über einen relativ kurzen Zeitraum serviert werden ...
Spargelgerichte sind besonders, da sie nur über einen relativ kurzen Zeitraum serviert werden können.(Bild: Spargel Sternath)
In Ludmannsdorf bietet Familie Weber ab 13. April Spargel an.
In Ludmannsdorf bietet Familie Weber ab 13. April Spargel an.(Bild: Christiane Weber)

Auch in Ludmannsdorf ist es ab 13. April so weit: „Es gibt unterschiedliche Bedingungen gegenüber dem Lavanttal“, weiß Spargelbäuerin Christiane Weber: „Seit 2018 verkaufen wir Spargel. Die Entwicklung dauert immer drei Jahre. Wir bauen sozusagen jetzt schon den Spargel an, den wir großteils erst 2028 ernten werden.“

Jeder österreichische Haushalt kauft 1,7 Kilo Sargel
Im Vorjahr lag die heimische Produktion bei rund 2800 Tonnen in ganz Österreich, wobei rund zwei Drittel auf weißen und ein Drittel auf grünen Spargel entfielen. 4300 Tonnen Spargel wurden importiert. Der Umsatz des Spargels ist auf 22 Millionen Euro angestiegen. Führend im Spargelanbau bleibt übrigens Niederösterreich mit rund 65 Prozent der Produktion – gefolgt von Oberösterreich mit etwa 18 Prozent. Übrigens: Jeder österreichische Haushalt kauft rund 1,7 Kilo Spargel im Jahr.

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