Statt Innenstadt-Hilfe

Mattersburg: Millionen für Stadtrand ausgegeben

Burgenland
28.03.2026 06:30

Ein Darlehen, das eigentlich zur Wiederbelebung der Innenstadt gedacht war, floss in Grundstücke an der Peripherie. Das erzürnt die Opposition, aber die regierende SPÖ sieht gute Gründe, Geld dort zu investieren.

Dicke Luft herrscht in Mattersburg zwischen der regierenden SPÖ und der oppositionellen ÖVP. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde nach einer Sitzung des Prüfungsausschusses öffentlich, dass Gelder, die zur Belebung der Innenstadt gedacht waren, an die Peripherie geflossen sind. ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Haffer kritisiert die Verwendung eines Darlehens in Höhe von rund 5 Millionen Euro, das 2023 ausdrücklich zur Belebung der Mattersburger Innenstadt beschlossen wurde: „Statt die Innenstadt zu stärken, floss der Großteil des Geldes in Projekte am Stadtrand“, berichtet Haffer. Lediglich 1,2 Millionen Euro seien für den Jubiläumspark tatsächlich im Zentrum investiert worden.

Seit Jahren Konzepte aber kein Geld
Besonders brisant ist für ihn, dass gleichzeitig groß angekündigte Innenstadtprojekte nicht umgesetzt wurden. „Die SPÖ produziert seit Jahren Konzepte und Ankündigungen. Wenn es um die Umsetzung geht, passiert nichts. Jetzt ist auch klar, warum. Das Geld ist längst anderweitig verbraucht.“ Haffer sieht angesichts der vielen Leerstände im Ortszentrum und ums Überleben kämpfender Unternehmer Aufklärungsbedarf über den Verbleib des Steuergeldes.

ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Haffer sieht eine Fehlentscheidung.
ÖVP-Stadtparteiobmann Thomas Haffer sieht eine Fehlentscheidung.(Bild: ÖVP)

Vizebürgermeister Thomas Nikles (SPÖ) rechtfertigt die anderweitige Verwendung der Gelder ebenfalls mit dem Schutz der Innenstadt: „Ja, das Geld wurde von der Stadtentwicklungs KG aufgenommen. Als sich der Eurospar in der Wiener-Straße ansiedelte, wurden dort von privat die letzten verfügbaren Gewerbegrundstücke zum Verkauf angeboten. Man wollte die Entstehung eines weiteren Einkaufszentrums verhindern. Und so gab es 2024 einen Gemeinderatsbeschluss an die KG, die Grundstücke zu kaufen.“ Insgesamt stünden dort nun rund 25.000 Quadratmeter Grund in Besitz der Gemeinde, die so bestimmen kann, wer sich beim Frequenzbringer Spar ansiedeln könne. Nikles verteidigt die Ankaufssumme, die angeblich mehr als 3,7 Millionen ausmachte, mit den Kosten, die durch dort angesiedelte Betriebe über Arbeitsplätze oder Steuern wieder hereinkäme. Nikles weiter: „Da die Grundstücke schon gewidmet waren, hätte der private Anbieter sie an irgendwen verkaufen können. Wir wollten nicht, dass da draußen Willkür herrscht.“

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