Die Internationale Energieagentur (IEA) bereitet aufgrund des Kriegs im Nahen Osten die Freigabe von Erdöl und Öl-Produkten vor. Es geht um bis zu 400 Millionen Barrel Öl aus nationalen Sicherheitsreserven. Auch Österreich hat vor, sich zu beteiligen, und Reserven zum Verkauf freizugeben.
Allein im ersten Monat sollten mehr als 100 Millionen Barrel auf den Markt kommen, um die stark gestiegenen Energiepreise einzudämmen. Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar sind die Preise an den Tankstellen deutlich gestiegen. Der Ölpreis lag zuletzt vorübergehend bei 100 (umgerechnet rund 86 Euro) Dollar pro Barrel. Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus ist der Rohstoff weltweit knapp und die Nervosität hoch. Länder in Asien haben bereits dazu aufgerufen, Benzin und Diesel zu sparen.
Andere Länder wie Ungarn und Kroatien haben Preisdeckel eingeführt. Österreichs Regierung konnte sich am Mittwoch nicht auf eine Preisbremse einigen und hat lediglich beschlossen, dass Tankstellen maximal dreimal in der Woche den Preis erhöhen dürfen.
Hier sehen Sie die wichtigsten Öl- und Gasfelder, Raffinerien sowie Pipelines im Persischen Golf:
Aufteilung und Länder noch nicht fix
Insiderinnen und Insider sagten, dass die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel Erdöl und Öl-Produkten aus nationalen Sicherheitsreserven plane. Daran werden sich unter anderem auch Österreich und Deutschland beteiligen. Es wäre die größte Freigabe in der Geschichte der Energieagentur. Die bisher größte koordinierte Freigabe von insgesamt knapp 183 Millionen Barrel erfolgte 2022 in zwei Wellen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.
Vor dem historischen Schritt müssen aber erst die Aufteilung auf die Länder und der Zeitplan beschlossen werden, teilte eine mit der Angelegenheit vertraute Person mit. Derzeit sei noch kein Land mit einer physischen Knappheit konfrontiert. Man rechne damit, dass die IEA verschiedene Szenarien vorschlage. Es sei auch denkbar, dass Nichtmitglieder wie China und Indien eingebunden werden könnten.
Die Organisation, die in Paris ansässig ist, wurde nach der Ölkrise in den 1970er-Jahren gegründet. Über sie koordinieren die westlichen Volkswirtschaften ihre Ölvorräte. An den Märkten herrschten am Mittwoch aber zunächst Zweifel, ob die geplante Freigabe ausreichen würde, um die Lieferausfälle aus dem Nahen Osten auszugleichen. Eine dauerhafte Stabilisierung der Märkte sei allein dadurch nicht zu erwarten, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.
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