Schweizer Forscher haben einen überraschenden Geschlechterunterschied bei Verbrennungsopfern entdeckt. Frauen mit schweren Verbrennungen erleiden fast doppelt so häufig Blutinfektionen wie Männer.
Bei schweren Brandverletzungen können Bakterien über die zerstörte Haut in den Blutkreislauf gelangen und lebensgefährliche Komplikationen auslösen. Laut einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) vom Mittwoch kann dies eine sogenannte Sepsis auslösen, die zu multiplem Organversagen führen kann.
Bakterien in Blut nachgewiesen
Für die Untersuchung wurden die Patientendaten von 269 Personen herangezogen, die zwischen 2017 und 2021 im Zentrum für Schwerbrandverletzte am Universitätsspital Zürich behandelt worden waren. Bei knapp einem Viertel der untersuchten Personen konnten fünf bis 14 Tage nach der Einlieferung Bakterien im Blut nachgewiesen werden. Dabei waren Frauen fast doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Normalerweise ist weibliches Immunsystem stärker
Dieses Ergebnis sei überraschend, wird Silvio Brugger, leitender Oberarzt am USZ, in der Mitteilung zitiert. Normalerweise seien Blutstrominfektionen bei Frauen seltener als bei Männern. Oft komme das weibliche Immunsystem besser mit Krankheitserregern zurecht. Bei Brandverletzungen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Veröffentlicht wurden die Resultate in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „Burns“.
Warum Frauen in der untersuchten Gruppe anfälliger waren, können die Forschenden noch nicht beantworten. Diese Frage soll nun im Zuge einer Folgestudie beantwortet werden.
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