Hunderttausende hatten per Unterschriften dafür plädiert! Jetzt sagt das heimische Parlament ein quellklares „Ja“ zum Schutz der letzten wilden Meere.
Es ist ein Signal, das weit über die Alpenrepublik hinaus hallt: Österreich hat das internationale Hochseeschutzabkommen ratifiziert – getragen von einer breiten Parlamentsmehrheit und dem Druck von knapp einer halben Million Bürgerinnen und Bürgern. Umweltorganisationen wie Greenpeace sprechen von einem historischen Moment für den Artenschutz. Nur eine Partei, die FPÖ, stellte sich im Ausschuss quer, während alle anderen dem wachsenden öffentlichen Ruf nach Meeresschutz folgten. SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr, eine treibende Kraft dad weitwogende zu retten versteht das sinngemäße Argument der Freiheitlichen nicht, dass das gebirgige Österreich mit den Meeren nichts am Hut habe: „Die Ozeane sind das Lebenselexier des Planeten und damit auch der ganzen Menschheit!“
Zwei Jahrzehnte Kampf für die Hochsee
Für Aktivisten ist der Beschluss mehr als ein politischer Akt – er ist der vorläufige Höhepunkt einer jahrzehntelangen Kampagne. Weltweit unterschrieben Millionen Menschen Petitionen für den Schutz der Ozeane, hunderttausende davon in Österreich. Die Botschaft dahinter: Die Menschheit will nicht länger zusehen, wie die letzten unberührten Regionen des Planeten geplündert werden.
Die unsichtbare Krise unter Wasser
Die Hochsee gilt als größter Lebensraum der Erde – und zugleich als einer der schutzlosesten. Industrielle Fangflotten durchkämmen selbst abgelegene Gewässer, Beifang tötet unzählige Meerestiere, und der Wettlauf um Rohstoffe droht den Meeresboden in ein Bergbaugebiet zu verwandeln. Viele bestehende Schutzgebiete sind bisher kaum mehr als Linien auf Karten, weil zerstörerische Nutzung weiterhin erlaubt ist.
Der Countdown bis zur Entscheidung
Schon Ende März treffen Regierungsvertreter bei den Vereinten Nationen zusammen, um die konkrete Umsetzung des Abkommens zu verhandeln. Dort wird sich zeigen, ob die schöne Überschrift „Meeresschutz“ tatsächlich in harte Regeln übersetzt wird – oder ob wirtschaftliche Interessen erneut Schlupflöcher finden.
Ziel ist ein globales Netz von Schutzgebieten, das bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane umfasst. Der Beschluss ist ein Hoffnungsschimmer – aber noch kein Sieg. Denn zwischen Unterschrift und Wirkung liegt ein Ozean voller politischer Hürden. Ob das Abkommen zum Wendepunkt für die Meere wird oder zum nächsten unerfüllten Umweltversprechen, entscheidet sich jetzt. Die Welt hat applaudiert. Nun muss sie liefern.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.