Wiens Unfallversorgung

Böhler-Ärzte siegreich: Schockraum bleibt

Wien
25.02.2026 11:00

Das Spital in der Brigittenau hat sich die Möglichkeit zur vollen Unfallversorgung zurückgeholt und will von Beschränkungen nichts wissen. Gerade weil sie von Spitalserhalter AUVA in die zweite Reihe gestellt werden, wollen die Böhlerianer zeigen, wie sehr die Unfallversorgung der Stadt sie braucht.

Schon fix eingeplant hatte die AUVA die Degradierung des Böhler-Spitals zur besseren Erste-Hilfe-Station (die „Krone“ berichtete), doch nach Widerstand der Böhlerianer, Schützenhilfe der Ärztekammer und mahnenden Worten aus dem Rathaus rudert der Spitals-erhalter zurück: Der Schockraum und damit die Möglichkeit zur vollen Unfallversorgung bleibt.

„Lauwarmes“ Spital für Böhlerianer keine Option
Das ändert freilich nichts daran, dass die AUVA weiterhin den Standort Meidling – wohl auch zur Rechtfertigung gewaltiger Investitionen dort – „künftig noch stärker als das Zentrum für die Versorgung vital bedrohter Patienten positionieren“ will. Dem Böhler-Spital sollen „breite Akutversorgung“, Tagesklinik und planbare Eingriffe bleiben. David gegen Goliath quasi, Kampfeslust der Böhlerianer inklusive.

Auch wenn die AUVA den Böhler-Schockraum nur als Sicherheitsnetz für kleinere Eingriffe einstufen will – in der Klinik sieht man sich wieder voll im Rennen: „Ein Unfallspital kann man nicht lauwarm betreiben“, heißt es dort, und: „Wir werden uns nicht wehren, wenn uns die Rettung anruft.“ Der Alltag der Unfallversorgung werde zeigen, „dass man uns nicht wegdiskutieren kann“.

Die Baustelle für das Böhler-Containerspital wird wohl auf Verständnis stoßen, die Baustelle in ...
Die Baustelle für das Böhler-Containerspital wird wohl auf Verständnis stoßen, die Baustelle in eigener Sache im Parlament wohl weniger.(Bild: Martin A. Jöchl)

Dass die AUVA im Moment Konfliktherde klein halten will, könnte allerdings mit einer anderen Baustelle als dem langsam wachsenden Böhler-Containerspital zu tun haben, nämlich dem Versuch, sich still und heimlich aus der Verantwortung für das Debakel rund um die Böhler-Schließung vor zwei Jahren zu nehmen.

Freunde im Parlament sollen es richten
Die Wiener Baupolizei hatte im Oktober wegen der Brandschutz-Missstände im alten Böhler-Spital gegen jedes Mitglied des AUVA-Verwaltungsrats Strafbescheide über Zehntausende Euro verhängt. Damals erklärte die AUVA zuversichtlich, dass man die Strafen erfolgreich vor Gericht bekämpfen werde. Inzwischen ist man sich da offenbar nicht mehr so sicher.

Im Parlament soll heute jedenfalls von ÖVP, SPÖ und Neos – ohne jegliche Begutachtungsfrist – ein Gesetz beschlossen werden, das Sozialpartner-Vertreter in Selbstverwaltungskörpern von der Verantwortung für leicht fahrlässiges Handeln ausnimmt. Das gälte auch für die Mitglieder des AUVA-Verwaltungsrats. Das Gesetz soll mit rückwirkender Geltung erlassen werden, für alle Fälle.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt