Für 20 Millionen:

Wien baut in diesem Jahr Radwege in Leichtbauweise

Wien
25.02.2026 12:58

33 Projekte, 12,5 Kilometer neue Strecken: Trotz Sparzwang treibt die Stadt ihre Rad-Offensive voran – und setzt dabei verstärkt auf günstigere Leichtbauweise.

Pünktlich zum lang ersehnten Sonnenschein präsentierte Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) nun das Radwegeprogramm für das Jahr 2026. Auch im sechsten Jahr der Radwegoffensive sollen 2026 insgesamt 33 Projekte umgesetzt werden. Rund 12,5 Kilometer neue Infrastruktur sind geplant. Sima verwies bei der Präsentation auf die bisherige Bilanz: Mehr als 100 Kilometer neue Radinfrastruktur im Hauptradnetz, dazu 50 Kilometer im Bezirksnetz und rund 250 Einzelprojekte in fünf Jahren. Bisherige Investitionskosten in den vergangenen fünf Jahren: 190 Millionen Euro.

Bauphase 1 auf der Landstraßer Hauptstraße startet
Bauphase 1 auf der Landstraßer Hauptstraße startet(Bild: ZOOMVP.AT/Mobilitätsagentur Wien)

Radler müssen Gürtel enger schnallen
In diesem Jahr müssen die Radler den Gürtel aber deutlich enger schnallen. Denn das Programm steht unter besonderen Vorzeichen. Der 20-Millionen-Fördertopf ist nicht mehr vorhanden. „Wir haben es trotzdem geschafft, mit Hängen und Würgen 20 Millionen Euro zusammenzukratzen“, sagte Sima. Statt langer neuer Achsen gehe es nun verstärkt um „mühsame Lückenschlüsse“ und knifflige Stellen im Netz. Das Ausbauprogramm gehe zudem nicht auf Kosten anderer Projekte (Stichwort Gegenfinanzierung). Jede Geschäftsgruppe könne eigene Schwerpunkte setzen.

Die Lücke auf der Brünner Straße wird geschlossen
Die Lücke auf der Brünner Straße wird geschlossen(Bild: Mobilitätsagentur Wien / ZOOM.VP)

Sparzwang: Günstiger bauen, schneller fertig
Ein Schwerpunkt ist die sogenannte Leichtbauweise. Anders als beim klassischen Vollausbau mit erhöhtem Radweg und Randstein bleibt die Strecke dabei auf Straßenniveau. Getrennt wird durch Markierungen, Parkstreifen, Grünflächen oder – wie etwa in der Leopold-Ferstl-Gasse – durch Schwellen. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt die Obere Donaustraße: Die Vollausbauvariante hätte rund 1,8 Millionen Euro gekostet, die nun geplante Version rund 700.000 Euro. „So kriegt man mehr Meter Radweg für das gleiche Geld“, so Sima.

Dei radwege entlang der Liesing werden heuer optimiert
Dei radwege entlang der Liesing werden heuer optimiert(Bild: Mobilitätsagentur Wien / ZOOMVP.AT)

Lückenschluss in Floridsdorf
Ein zentrales Projekt liegt in Floridsdorf: Auf der Brünner Straße wird zwischen Am Spitz und Karl-Schäfer-Straße ein 1060 Meter langer Zwei-Richtungs-Radweg errichtet. Damit entsteht eine durchgehende Achse von über zwei Kilometern Länge vom Wasserpark bis zur Shuttleworthstraße. 23 neue Bäume sollen das Umfeld aufwerten. Bezirksvorsteher Georg Papai sprach von einem „total wichtigen Lückenschluss“. Weitere Projekte betreffen unter anderem die Landstraßer Hauptstraße, die Wiedner Hauptstraße, die Äußere Mariahilfer Straße sowie neue Abschnitte in Favoriten, der Donaustadt und entlang des Liesingbachs.

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Wir haben es geschafft, 20 Millionen Euro für die Radwegoffensive bereitzustellen. Jetzt schließen wir gezielt Lücken und beseitigen Knackpunkte im Netz.

Ulli Sima, Mobilitätsstadträtin (SPÖ)

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Zum Vergrößern anklicken(Bild: Mobilittätsagentur Wien)
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Auch in Zeiten der Budgetkonsolidierung machen wir beim Ausbau der sicheren und attraktiven Fahrradinfrastruktur ordentlich Meter.

Angelika Pipal-Leixner, Neos-Mobilitätssprecherin

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Auf der Brünner Straße schließen wir eine große Lücke im Herzen von Floridsdorf und schaffen eine durchgehende, baulich getrennte Radverbindung.

Georg Papai, Bezirksvorsteher Floridsdorf

Jetzt „knifflige“ Schwachstellen
Sima machte klar, wohin die Reise geht: „Wir begeben uns jetzt in diese kleinen Details.“ Die großen Kilometerleistungen seien geschafft, nun gehe es darum, bestehende Achsen zu verbinden und „knifflige“ Schwachstellen zu beseitigen. 

Die Umgestaltung des Rings ist eines der Leuchtturmprojekte der SPÖ-Neos-Regierung
Die Umgestaltung des Rings ist eines der Leuchtturmprojekte der SPÖ-Neos-Regierung(Bild: stock.adobe.com null)
Baubeginn noch im Herbst 2026
So geht es mit dem Ring weiter

Der Prachtboulevard steht vor einem Umbau. Unter dem Titel „Ring neu“ soll die Ringstraße schrittweise über mehrere Jahre umgestaltet werden. Das Projekt gilt als eines der großen Leuchtturmvorhaben von Rot-Pink. Ziel ist vor allem eine klare Entflechtung von Fußgänger- und Radverkehr. Auch die Plätze vor den Monumentalbauten sollen attraktiver werden.

Projektpräsentation Ende März
Noch ist vieles in Ausarbeitung. Das Konzept befindet sich in der Feinabstimmung, erste Details sollen Ende März – nach der Klubklausur der SPÖ im Burgenland – präsentiert werden. Fix ist bereits der Zeitplan: Der Baustart für den ersten Abschnitt erfolgt noch in diesem Herbst.

Fahrspuren werden nicht angetastet
Klar ist, was nicht angetastet wird: Die Autofahrspuren auf der Hauptfahrbahn bleiben uneingeschränkt bestehen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Eingriffe dort größere Schwierigkeiten für die Straßenbahnen am Ring bringen würden. Viele Arbeiten werden sich also in den Nebenfahrbahnen abspielen. Im Fokus stehen zudem die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die sich derzeit zwischen Radfahrern und E-Mopeds bewegen.

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