Heftige Vorwürfe!

Liza Minnelli: Meine Mutter wurde „vergiftet“

Society International
23.02.2026 17:00

Ihre Mutter Judy Garland war eine der tragischsten Figuren aus Hollywoods goldener Ära – sie starb bereits mit 47 Jahren an einer Überdosis Schlafmittel.

In ihrer neuen Autobiografie „Kids, Wait Till You Hear This!“ rechnet Liza Minnelli mit denjenigen ab, denen sie die Schuld am schlimmen Schicksal ihrer Mutter gibt: „Es gibt kein Geheimnis, wer dafür die Verantwortung trägt – es waren die Studio-Bosse und meine Großmutter, die sie mit Uppers und Downers vergiftet haben, seit sie ein Kinderstar war.“

„Nichts hat gewirkt“
In einem von der „Sunday Times“ veröffentlichten Vorauszug ihrer Memoiren verteidigt die Sängerin und Schauspielerin ihre Mutter, „die mich trotz ihrer Suchtprobleme leidenschaftlich geliebt hat“. Die 79-Jährige, deren Vater der Regisseur Vincente Minnelli war, schrieb weiter: „Die Medien haben behauptet, sie sei eine schlechte Mutter gewesen, die zu viel trank, zu viele Pillen nahm und ihre Familie ignorierte.“ Dabei habe Garland Millionen Dollar für Entzugskliniken und private Krankenhäuser ausgegeben – in der Hoffnung, von ihrer Sucht geheilt zu werden. „Nichts hat gewirkt, nicht einmal Elektroschocktherapie.“

Judy Garland im Film „Der Zauberer von Oz“ von 1939
Judy Garland im Film „Der Zauberer von Oz“ von 1939(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Mit 13 Jahren Mutter betreut
Die Oscar-Gewinnerin beschreibt in ihrem Buch, wie sie mit 13 bereits als „Betreuerin“ für ihre Mutter fungierte. Sie sei „Krankenschwester, Ärztin, Pharmakologin und Psychiaterin“ in einer Person gewesen und habe Garland täglich ihre Medikamente gegeben, damit sie überhaupt funktionieren konnte. Ihre Mutter sei mit den Schicksalsschlägen ihres Lebens immer auf dieselbe Weise umgegangen: mit „einem schlauen Spruch, einer Pille und einem Drink“.

Kurz nach der Geburt von Lizas Halbschwester Lorna Luft habe Garland 1952 versucht, sich das Leben zu nehmen. Am Morgen danach „war Mama bester Laune und benahm sich, als wäre nichts passiert“ – was Minnelli glauben ließ, dass „meine Mama unsterblich ist“. Umso größer war ihr Schock, als sie 1969 vom Tod ihrer Mutter erfuhr, die in London versehentlich zu viele Schlaftabletten geschluckt hatte: „Ich habe acht Tage und Nächte durchgeweint – es war eine Zeit unvorstellbarer Trauer und schicksalhafter Veränderung.“

Ehemann mit Mann erwischt
In ihrer Autobiografie, die am 10. März erscheint, enthüllt Minnelli auch Schock-Details über ihre erste Ehe. So habe sie ihren ersten Ehemann Peter Allen beim Sex im Ehebett erwischt – mit einem anderen Mann. Es sei ihr schwergefallen, das Erlebte zu verarbeiten: „Ich fühlte mich zerbrechlich und verängstigt.“ Dennoch entschied sie sich, ihm zu vergeben, und die Ehe hielt weitere sieben Jahre.

Danach wurde ihr Liebesleben zunehmend zu dem, was Andy Warhol in seinen Tagebüchern als „kompliziert“ beschrieb: Sie begann eine Affäre mit Peter Sellers, während sie offiziell noch mit Allen verheiratet und gleichzeitig mit Desi Arnaz Jr. (dem Sohn von Lucille Ball und Desi Arnaz) verlobt war. Ihr zweiter Ehemann wurde Jack Haley Jr. – der Sohn des Schauspielers, der an der Seite von Mutter Judy in „Der Zauberer von Oz“ den Blechmann spielte. Während dieser Ehe soll Liza laut Warhols Tagebüchern parallel Affären mit Martin Scorsese und Mikhail Baryshnikov gehabt haben.

Minnelli packt in ihrem Buch schonungslos aus!
Minnelli packt in ihrem Buch schonungslos aus!(Bild: PPS/www.pps.at)

Abwärtsspirale in den 1970ern
Es war allerdings ihr eskalierendes Drogenproblem, das zu einem prägenden Teil ihres öffentlichen Images wurde. Als junge Frau hatte Minnelli Alkohol und Drogen zunächst gemieden – nachdem sie den tödlichen Absturz ihrer Mutter in die Sucht miterlebt hatte. Doch in den 1970ern stürzte sie sich in einen Strudel hedonistischer Exzesse und konsumierte alles von Alkohol über Kokain bis hin zum Schlaf- und Beruhigungsmittel Methaqualon alias „Quaaludes“.

Schließlich gelang es ihr, sich mit aller Kraft aus dieser Abwärtsspirale zu befreien: Auf Drängen ihrer Schwester Lorna machte sie 1984 eine Entzugstherapie in der Betty Ford Clinic und schloss sich den Anonymen Alkoholikern an.

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