Zum zehnjährigen Jubiläum widmen die Gartentage im Schloss Kohfidisch ihre Ausstellung Botaniker Carolus Clusius, dessen Wirken die Gartenkultur Europas nachhaltig verändert hat
Es gibt Gartenausstellungen. Und es gibt die Gartentage im Schloss Kohfidisch, die eine Geschichte erzählen. Heuer, zum zehnjährigen Jubiläum, rückt mit dem Botaniker Carolus Clusius jener Mann ins Zentrum, der Europas Gartenwelt bis heute prägt.
Clusius, dessen 500. Geburtstag sich heuer jährt, kam 1576 ins Burgenland. In Balthasar Batthyány, dem Burgherrn von Güssing, fand er einen Förderer. „Was folgte, war kein stilles Gelehrtenleben, sondern ein nachhaltiger Eingriff in die Gartenkultur“, sagt Ernst Breitegger, Obmann der Clusius Forschungsgesellschaft. Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen und Kaiserkronen gelangten durch Clusius nach Mitteleuropa.
„Am Csaterberg erforschte er zahlreiche Wildstauden, später verfasste er ein wegweisendes Werk über Pilze“, erzählt Gartentage Initiatorin Tina Schabhüttl. Auch die Kartoffel und die Gartenbohne fanden durch ihn ihren Weg in die Region.
Am 6. und 7. Juni wird es historisch und bunt im Schlossgarten
Dieses Erbe prägt die Gartentage am 6. und 7. Juni. Gezeigt werden Pflanzen, die mit Clusius verbunden sind, ergänzt durch seine Bücher, Zeichnungen und wissenschaftlichen Arbeiten. Staudengärtner haben dafür eigens seltene Pflanzen vermehrt, die sonst kaum erhältlich sind.
„Gartenerlebnisse haben enormes Potenzial für den Tourismus“, betont Burgenland Tourismus Geschäftsführer Didi Tunkel. Das Clusius Jubiläum wird dabei im Burgenland über Kohfidisch hinaus sichtbar. In der Burg Schlaining entsteht unter anderem ein eigener Bereich im Burgmuseum, kündigt Norbert Darabos an. „Zusätzlich ist ein thematischer Pop-up Garten geplant.“ Im Vorjahr besuchten rund 6000 Menschen die Gartentage, sagt Initiatorin Sarah Keil.
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