Darf wieder starten

Doping-Suspendierung von Biathletin aufgehoben

Olympia
13.02.2026 11:28
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nach ihrer vorläufigen Suspendierung wegen eines positiven Dopingbefunds doch bei Olympia in ihrer Heimat starten. Das entschied das Berufungsgericht von Italiens nationaler Anti-Doping-Behörde NADO. Zuvor war der Fall von der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Mailand dorthin verwiesen worden. Passler war gegen ihren Olympia-Ausschluss mit einem entsprechenden Antrag vorgegangen und hatte nun Erfolg.

Die 24-Jährige hatte gefordert, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in Antholz zu ermöglichen. Passler war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Jänner laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet worden. Mit dem Medikament kann der Östrogenspiegel gesenkt werden, hauptsächlich wird es aber zur Krebsbehandlung eingesetzt. Die Freundin des österreichischen Biathleten Dominic Unterweger argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. Das konnte sie in dem Eilverfahren glaubhaft nachweisen.

  Passler könnte bereits am Samstag im Sprint antreten, wird das aber nicht machen. Italiens Verband teilte mit, dass sie ab Montag wieder mit ihren Teamkolleginnen trainieren wird. Auf jeden Fall wäre sie eine Kandidatin für die Frauen-Staffel am kommenden Mittwoch. Dort will Italien um die Stars Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi nach einer Medaille greifen. „Es waren sehr schwierige Tage“, sagte Passler und fügte hinzu: „Jetzt kann ich mich endlich wieder voll und ganz auf Biathlon konzentrieren.“

Italiens Verband glaubte an Unschuld der Biathletin
Passlers Dopingfall hatte das italienische Biathlon-Team vier Tage vor Eröffnung der Spiele erschüttert. Sie hatte ursprünglich zu Italiens fünfköpfigem Frauenteam gehört, wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls aber zunächst wieder gestrichen. Der italienische Wintersportverband FISI war von Anfang an von Passlers Unschuld überzeugt und hatte sie dabei unterstützt, gegen die Sperre vorzugehen.

  Passler startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Jänner war sie bei den Wettkämpfen in Oberhof Startläuferin der italienischen Frauenstaffel. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy. In die Top Ten hat es die ehemalige Junioren-Weltmeisterin mit der Staffel in einem Einzelrennen demnach bisher noch nicht geschafft.

Ähnlicher Fall bei Italiens Tennisspielerin Errani
In der Vergangenheit hatte es in Italien schon einen Dopingfall mit Letrozol gegeben. Auch bei der früheren French-Open-Finalistin Sara Errani war im Jahr 2017 das Mittel nachgewiesen worden. Bereits seit 2008 ist der Wirkstoff im Leistungssport nicht mehr erlaubt und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Tennisspielerin Errani hatte damals bestritten, die Substanz eingenommen zu haben und vermutete eine Nahrungsmittelverunreinigung.

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