Fleisch und Alkohol, Spott und Spaß gab es an den vier festlichen Tagen vor der Fastenzeit im Überfluss. Somit stehen vor der entbehrungsreichen Fastenzeit Tage voller Schlemmerei, Tanz, Übermut.
Vom Faschingssamstag bis Faschingsdienstag wurden einst nur wirklich notwendige Arbeiten erledigt, wie das Krapfenbacken am Faschingssamstag – ansonsten waren diese Tage für ausgelassenes Feiern und Schlemmen vorgesehen, was den Ausblick auf die mit Aschermittwoch anbrechende Fastenzeit angenehmer gemacht hat.
Der mancherorts Specknudelmontag genannte Faschingsmontag verweist schon auf die an dem Tag bevorzugte Speise. Der Faschingssonntag galt beispielsweise in der Gegend von Spittal als hoher Festtag, weiß Geschichtsvereinsdirektor Wilhelm Wadl.
Faschingsmenü für Dienstboten
Die Dienstboten erhielten also ein üppiges viergängiges Menü: Saure Suppe, Rindfleisch mit Krensauce, Kraut, Speck und Bratwürste, Kalbsbraten und Salat. Dazu gab es Alkohol; schon das Wort Fasching verweist darauf, kommt es doch von „Vaschanc“, also Ausschank.

„Zum alten Kärntner Brauchtum gehört neben den Faschingstänzen auch die Narrenkleidung, Maskierung und Faschingspredigt – zu der gibt es einen Beleg aus dem Jahr 1667“, so Historikerin Manuela Maier. „Schimpf, Spott und Witz gehören also schon seit damals gesichert zur närrischen Zeit dazu.“ Daraus hat sich in Kärnten die große Tradition der Faschingssitzungen entwickelt, die von den fast 60 Gilden veranstaltet werden.
Die Faschingssitzungen erinnern an die Saturnalien im alten Rom: In einer verkehrten Welt wurden die Sklaven für einen Tag zu Herren, die Gebieter zu Dienern. Der Obrigkeit wurde ein Spiegel vorgehalten, wie es heute Narren mit Politikern machen.
Eine verkehrte Welt kennen wir auch aus dem Sauschädelgericht: Die Diebe sind dabei die Guten, die Opfer werden zu Tätern, weil sie auf den Sauschädel zu wenig aufgepasst haben.
Den Abschied vom Fasching hat man früher laut Wilhelm Wadl gleichmütig hingenommen. Eine Ausnahme waren heiratslustige Dirndln, deren Erwartungen im Fasching nicht erfüllt wurden. Der Historiker hat dazu einen alten Spruch gefunden: „O dös liabn Fåschingtåg, kömbts nar båld wiedar, fertn bin i übrig bliebn, hojer schoan wieder!“ – Oh, du lieber Faschingstag, komm doch bald wieder. Letztes Jahr bin ich über blieben, heuer schon wieder!
Super Mario, Ladybug, Marienkäfer und Feuerwehrmann beim Altar
Am Faschingssonntag, 15. Februar (10 Uhr), sind Kinder und Eltern eingeladen, im Kostüm den Gottesdienst im Klagenfurter Dom mitzufeiern. Die Kinder treffen sich zuerst im Franziskussaal in der Lidmanskygasse 10 im vierten Stock, wo sie die Bibeltexte des Sonntags in kindgemäßer Sprache hören.

Zur Gabenbereitung kommen sie in die Kirche, wo noch gemeinsam gesungen wird. Nach der Messe gibt es Krapfen und Saft für alle, die maskiert zur Messe kommen. Der Domkinderchor gestaltet die Heilige Messe musikalisch.
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