Mindestens 89 Opfer
Franzose missbrauchte über Jahrzehnte Jugendliche
Ein Franzose (79) steht unter Verdacht, Dutzende Jugendliche jahrzehntelang sexuell missbraucht zu haben. Konkret sprach die Staatsanwaltschaft Grenoble am Dienstag von 89 minderjährigen Opfern. Der Mann soll außerdem seine Tante und seine Mutter getötet haben.
Die Jugendlichen habe der 79-Jährige den Angaben zufolge in insgesamt acht Ländern, darunter Deutschland und die Schweiz, aber auch die Philippinen und Indien, missbraucht haben. Für den Mann, der in verschiedenen Ländern lebte und zeitweise als Pädagoge arbeitete, klickten bereits 2024 die Handschellen, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Die Zahl der Missbrauchsopfer ergebe sich aus einer Liste über „sexuelle Beziehungen“, die die Ermittler auf einem USB-Stick bei dem zuletzt in der Ortschaft Vizille lebenden Mann namens Jacques Leveugle fanden. Den entscheidenden Hinweis habe ein Neffe, der wegen des Sexuallebens seines Onkels beunruhigt gewesen sei, gegeben.
Aus dem sehr umfangreichen Datenmaterial – ausgedruckt umfasst es 15 Bände – geht hervor, dass die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren alt waren. Die Taten seien zwischen 1967 und 2022 geschehen.
Zudem bestehe der Verdacht, dass es noch weitere Opfer gebe, weshalb die Ermittler einen Zeugenaufruf starteten und den Namen des Mannes bekannt gaben. Auf die Frage, warum der Fall nicht früher bekannt wurde, erklärte der Staatsanwalt, dass es sich um einen „ungewöhnlichen“ Fall handle. Man habe sich zunächst von den Fakten überzeugen und die Opfer identifizieren wollen. Dies sei jedoch nicht in allen Fällen gelungen.
Auch Mutter und Tante getötet
Während der Ermittlungen habe der Mann zudem gestanden, seine krebskranke Mutter im Endstadium der Krankheit sowie eine 92-jährige Tante getötet zu haben. Beide Frauen habe er – während sie schliefen – mit einem Kissen erstickt.
In diesen Fällen wurden separate Untersuchungen in die Wege geleitet. Der 79-Jährige habe diese Taten „ebenfalls vollumfänglich anerkannt und eingeräumt“, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Grenoble. Er habe sein Handeln gerechtfertigt, dass beide Opfer am Ende ihres Lebens gewesen seien, und dass er sich für sich dasselbe wünsche, wenn er sich in einer ähnlichen Situation befände.









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