Der einstige Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP), die früheren Direktoren des ÖVP-Wirtschaftsbundes, Jürgen Kessler und Walter Natter, sowie Ex-WKV-Obmann Hans Peter Metzler sind im Zuge der sogenannten „Wirtschaftsbund-Äffere“ jüngst letztinstanzlich verurteilt worden. „Krone“-Kolumnist Robert Schneider hat dafür kein Verständnis.
In welch fragwürdigem Miteinander wir uns bewegen, zeigt das Urteil in der Wirtschaftsbundaffäre, das im Berufungsverfahren am OLG (Oberlandesgericht Innsbruck) nunmehr endgültig bestätigt wurde. Die vier bösen Buben Rüdisser, Metzler, Kessler und Natter wurden zu rechtskräftigen Geldstrafen verurteilt. Bravo! Das rufen jetzt Frau und Herr Vorarlberger. Aber was haben die eigentlich angestellt? Da muss man doch nicht nachfragen! Sind eh alle korrupt.
Nachfragen und sich die Vorwürfe wie die Urteilsbegründung etwas genauer ansehen, bringt vielleicht doch etwas Licht ins Dunkel und zeigt exemplarisch den Weg in die soziale Kälte, die unsere Gesellschaft eingeschlagen hat.
Der Vorwurf der WKStA (Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft) an die Herren, insbesondere Rüdisser, lautete, sich durch die Bezahlung diverser Weihnachtsessen Mitarbeiter für die Zukunft gefügig gemacht zu haben. Die WKStA wies dabei nachdrücklich darauf hin, Rüdisser habe einen ungebührlichen Vorteil erhalten, „sich in seiner Tätigkeit als Amtsträger“ beeinflussen lassen. Von „Anfütterung“ war die Rede.
Liebe Geschäftstreibende und Unternehmer! Belobigen Sie in Zukunft keinesfalls mehr Ihre Mitarbeiter. Ein kleines Dankeschön, z. B. an den Geburtstag denken, runde Arbeitsjahre würdigen, kann Ihnen glatt das Genick brechen. Hüten Sie sich, Ihren Mitarbeitern für Loyalität und Treue zu danken. Gehen Sie am Morgen möglichst schnoddrig durch die Firma. Schon ein zu freundliches Grüßen, gar ein Lächeln, kann als Versuch gelten, die Mitarbeiter „gefügig“ zu machen. Lassen Sie sich um Himmelswillen von niemandem mehr einladen, sagen wir zu Karten für die Festspiele oder dem Konzert mit Mireille Mathieu am 13. November im Festspielhaus! Ja, die lebt noch und kommt. Aber die WKStA sitzt auch da, von Berufs wegen. Das nennt man Compliance.
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