Erste Resultate

Asbest-Taskforce: „Niemand braucht Angst zu haben“

Burgenland
05.02.2026 18:00

Nach der Sperre mehrerer Steinbrüche, hohen Asbestwerten in Greenpeace-Proben und wachsender Sorge in der Bevölkerung präsentiert das Burgenland nun erste Resultate der laufenden Luftgütemessungen. Während Experten vorsichtige Entwarnung geben, bleibt die politische Verantwortung umstritten.

Die Sorge war groß, nun gibt es erste Antworten. Nach den Asbest-Funden im Burgenland meldet die vom Land eingesetzte Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ keine akute Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. Gleichzeitig machen die Experten klar: Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Stein des Anstoßes: Erweiterung des Steinbruchs Rumpersdorf
Ausgelöst wurde die Causa durch die Sperre von vier Steinbrüchen Anfang Jänner sowie durch von Greenpeace veröffentlichte Materialproben mit teils sehr hohen Asbestanteilen, unter anderem bei der Klinik Oberwart und dem Skaterpark in Rechnitz. Den Anstoß für die behördlichen Prüfungen gab ein Erweiterungsantrag eines Steinbruchs, in dessen Zuge Analysen durchgeführt wurden. Die ersten Luftmessungen wurden an neun Standorten im Bezirk Oberwart durchgeführt – genau dort, wo Greenpeace zuvor Proben genommen hatte. Im Fokus stand dabei nicht das Gestein selbst, sondern die Frage, ob gefährliche Asbestfasern tatsächlich in die Atemluft gelangen.

Die Antwort der Experten fällt vorerst beruhigend aus. „Die bisherigen Messergebnisse sind nicht besorgniserregend“, sagt der stellvertretende Leiter der Taskforce, Hanns Moshammer. Die gemessenen Werte lägen im Bereich der Nachweisgrenze. „Niemand muss aktuell Angst haben.“

Das Land hat die Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ eingesetzt.
Das Land hat die Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ eingesetzt.(Bild: Christoph Miehl)

Gemessen wurde unter realistischen Alltagsbedingungen, auf Schulterhöhe und über mehrere Stunden hinweg. Mehrere Geräte kamen parallel zum Einsatz, um belastbare Ergebnisse zu erzielen. Auch der beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige Michael Kochberger bestätigt: In der Atemluft wurden keine auffälligen Belastungen festgestellt. Die aktuelle Witterung mit Feuchtigkeit und niedrigen Temperaturen dämpfe die Staubentwicklung und damit auch die Freisetzung von Asbestfasern.

Eine Messung allein reicht nicht aus
Die gemessenen Werte bewegen sich laut Taskforce im Bereich der natürlichen geologischen Hintergrundbelastung, wie sie für Regionen wie das Rechnitzer Fenster typisch ist. Einzelmessungen liefern jedoch kein vollständiges Bild. Temperatur, Trockenheit und Nutzung beeinflussen die Ergebnisse deutlich. „Eine Messung allein reicht allerdings nicht aus“, stellt Andreas Temmel, Vertreter der Landesverwaltung in der Taskforce, klar. Um belastbare Aussagen treffen zu können, brauche es Vergleichsmessungen bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Diese sind für das Frühjahr geplant.

Gesteinsanalysen in Steinbrüchen angelaufen
Parallel dazu laufen umfangreiche Gesteinsanalysen in den betroffenen Steinbrüchen. Beprobt wurde bereits der seit Anfang Jänner gesperrte Steinbruch Pilgersdorf, weitere Untersuchungen in den übrigen Betrieben sollen folgen. Zusätzlich sind Ausbreitungsrechnungen geplant, um abzuschätzen, wie viel einer möglichen Belastung bei Anrainern ankommt. Auf Basis dieser Ergebnisse entscheiden die zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen. Erste Resultate werden in ein bis zwei Monaten erwartet.

Taskforce: Asbest nicht mehr auf Straßen verteilen
Die Taskforce richtet den Blick bereits über die aktuellen Messungen hinaus. Asbesthaltiges Material sollte künftig nicht weiter auf Straßen verteilt werden. Empfohlen werden ein staubarmer Abtransport und alternative Materialquellen, etwa für den Winterdienst. Taskforce-Mitglied Frank Melcher betont, dass Asbest kein burgenländisches Einzelproblem sei. Entscheidend sei nicht das bloße Vorkommen des Gesteins, sondern die Frage, wie viel davon tatsächlich in die Luft gelangen kann.

Greenpeace: „Keinesfalls Entwarnung“
Greenpeace reagierte auf die Messungen mit Kritik. „Sie sind keinesfalls dazu geeignet, bereits Entwarnung zu geben“, so Umwelttechniker Herwig Schuster. Besonders an sensiblen Stellen wie Spielplätzen, Parks oder Einkaufszentren müssten freiliegende Asbeststeine so schnell wie

Sonderlandtag am Rosenmontag
Trotz der fachlichen Entwarnung reißt die politische Debatte nicht ab. Die von der ÖVP geforderte Sonderlandtagssitzung findet am Rosenmontag statt. Dort will man offene Fragen zu Zuständigkeiten und zum bisherigen Umgang mit der Asbest-Causa klären.

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