Erst kritisierte er die eigene Vereinsführung scharf, jetzt droht ihm – jedenfalls medialen Spekulationen zufolge – die vorzeitige Entlassung. Die an sich hocherfolgreiche Beziehung zwischen Oliver Glasner und Crystal Palace könnte unschön in die Brüche gehen.
Samstagabend. Oliver Glasner hat soeben mit Crystal Palace in der Premier League bei Sunderland mit 1:2 verloren. Im BBC-Interview platzt dem Oberösterreicher der Kragen. Mit der Gewissheit im Rücken, den Klub im Sommer ohnehin zu verlassen, schießt er gegen die eigene Führungsetage scharf. Die Mannschaft und er fühlen sich vom Verein „völlig im Stich gelassen“, spielt er auf den Verkauf von Kapitän Marc Guehi an Manchester City an. Und konkretisiert: „Wir haben zwölf, 13 Spieler im Kader zur Verfügung. Wir fühlen uns nicht unterstützt. Das Schlimmste ist aber, dass wir den Kapitän einen Tag vor einem Premier-League-Spiel verkaufen.“ Er habe immer geschwiegen, „aber jetzt kann ich das nicht mehr, weil ich meine Spieler verteidigen muss.“
„Nur Kinder“
Es sei nicht einfach mit so einem kleinen Kader. „Ich schaue auf die Bank, ich kann nicht reagieren. Nur Kinder auf der Bank, und das ist nicht erst seit gestern so, sondern schon seit Wochen. Deshalb bin ich heute wirklich frustriert.“ Auf die Frage, ob er vor Saisonende gehen würde, antwortete Glasner: „Nein, niemals, das würde ich niemals tun. Ich werde mit dieser Gruppe von Spielern bis zum Ende durchhalten.“
Im heutigen Fußball sehr ungewöhnlich, dass der Trainer die eigene Klubführung verbal derart offensiv attackiert. Wenige Tage zuvor hatte Glasner verkündet, Crystal Palace im Winter ohnehin zu verlassen. Gut möglich, dass er also nach dem Motto „eh schon wurscht“ agierte und alles raus ließ.
Wobei: Ganz wurscht könnte es dann doch nicht sein. Britische Medien, allen voran „Sky Sports“ und der „Mirror“, kolportieren ein verfrühtes Aus. Palace-Vorstandsvorsitzender Steve Parish soll „verwirrt und verärgert“ ob Glasners Aussagen sein. Noch heute soll eine Entscheidung fallen, ob Glasner schon jetzt beurlaubt wird.
Es wäre eine unschöne Trennung einer jahrelang höchst harmonischen und erfolgreichen Beziehung.
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