Konzertkritik

„Chörige“ Neuigkeiten an der Stella

Vorarlberg
17.01.2026 17:40
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Als neuer Dozent für Chorsingen stellte sich Jakob Peböck am Freitagabend in der Kapelle der Hochschule „Stella“ in Feldkirch vor und präsentierte ein überaus ansprechendes Programm.

Eine unkonventionelle Folge von Altem und Neuem scheint das Markenzeichen von Jakob Peböck, Jahrgang 1993, zu sein. So erlebte man das jüngst bei einem Konzert des von ihm geleiteten Landesjugendchores VOICES, und ähnlich war es am Freitagabend in der Kapelle der Hochschule „Stella“, als sich der junge Senkrechtstarter als neuer Dozent für Chorsingen vorstellte. Ebenfalls neu war die Formation, die er an diesem Abend leitete. Der seit vielen Jahren bewährte Kammerchor Feldkirch, der zuletzt nur noch in Form eines Projektchores existierte, stand zusammen mit dem Stella Chor auf dem Podium.

 „Chorsingen schult alle Musiker“
Eine gute Mischung, wie sich herausstellte, denn die reifen, runden Stimmen der erfahrenen Sängerinnen und Sänger das Kammerchores mischten sich wunderbar mit dem hellen, schlanken Gesang der jungen Studenten – im ersten Studienjahr muss jeder, ganz gleich ob Posaune, Violine oder eben Gesang, den Chor besuchen. „Chorsingen schult alle Musiker, nicht zuletzt durch das gemeinschaftliche Tun“, weiß Peböck, der neben der Leitung der schon genannte Kollektive weitere Erfahrungen als Chordirigent und Sänger vorweisen kann.

Musikalischer Senkrechtstarter: Jakob Peböck.
Musikalischer Senkrechtstarter: Jakob Peböck.(Bild: Victor Marin)

Ein bunter Reigen
Peböck verlangt auch an diesem Abend Einiges von seiner Gefolgschaft, stellte er sie doch nicht geteilt in Stimmgruppen auf, sondern gemischt. Das fördert die Selbständigkeit. Zudem switcht die Programmfolge munter zwischen den Stilen und Ausdruckswelten, zwischen der Renaissance eines Palestrina und lebenden Komponisten, zwischen der Tragik des Beginns mit John Trottas „Dies irae“ und der Fröhlichkeit des schwedischen Volksliedes von Hugo Alfvén am Schluss, bevor man mit Johannes Brahms‘ „Guten Abend, gut‘ Nacht“ entlassen wurde, aber ob des anregenden Konzertes noch lange nicht schläfrig war. Wie ein roter Faden zogen sich durch das Programm Stücke aus Benjamin Brittens „A Ceremony of Carols“, dargeboten von Sängerinnen der Klasse Dora Kutschi sowie Harfenistinnen, die bei Victor Hartobanu studierten – ein schöner klanglicher Kontrapunkt. Insgesamt war das Konzert ein überzeugender Neuanfang in vieler Hinsicht.

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