Festspiele Reichenau

Fledermäuse und ein Monster im Anflug auf die Rax

Kultur
12.01.2026 15:24

Die Festspiele Reichenau und Intendantin Maria Happel feiern diesen Sommer vom 1. Juli bis 2. August mit sechs Produktionen ihr 100-jähriges Bestehen. Neben Klassikern von Schnitzler, Roth und Zweig gibt es eine „Fledermaus“ und Tolstoi im Südbahnhotel.

Es war im Sommer 1926 als in der ehemaligen Waissnix-Mühle im malerischen Reichenau an der Rax erstmals Theater gespielt wurde. Hundert Jahre später begehen die Festspiele Reichenaus dieses Jubiläum mit jenem Stück, das schon damals den Sommertheater-Reigen eröffnete: Johann Strauss’ Operette „Die Fledermaus“. Das zuletzt am Burgtheater gefeierte Regieduo Nils Strunk und Lukas Schrenk widmet sich dem Klassiker. Noch wird an der neuen Fassung „in den wilden 20er-Jahren“ gefeilt: „Das ist ein gewaltiges Vieh!“, erzählt Strunk von seiner ersten Operette.

Ebenfalls einen Klassiker, ja einen „Monster-Roman“ bearbeitet Nicolaus Hagg gerade: Er adaptiert Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ für das Südbahnhotel am Semmering, das nach wie vor geduldig auf seine Restaurierung wartet.

Bearbeiten mit der „Fledermaus“ ihre erste Operette: Regie-Duo Nils Strunk und Lukas Schrenk ...
Bearbeiten mit der „Fledermaus“ ihre erste Operette: Regie-Duo Nils Strunk und Lukas Schrenk (re)(Bild: Festspiele Reichenau / Andreas TISCHLER)
Spielen im Sommer Stefan Zweig: Nils Arztmann und Julia Stemberger
Spielen im Sommer Stefan Zweig: Nils Arztmann und Julia Stemberger(Bild: Festspiele Reichenau / Andreas TISCHLER)
Inszeniert das Familienstück und spielt Tolstoi: Johanna Arrouas
Inszeniert das Familienstück und spielt Tolstoi: Johanna Arrouas(Bild: Festspiele Reichenau / Andreas TISCHLER)

Neben Strauss und Tolstoi setzt Intendantin Maria Happel in der Jubiläumssaison im Theater in Reichenaus auf Dichter, die eng mit der Region am Fuße der Rax verbunden sind: Arthur Schnitzler, Joseph Roth und Stefan Zweig. Auch das Schauspielerteam ist gewohnt namhaft – von Julia Edtmeier, Julia Stemberger und Sona MacDonald bis zu Tim Werths, Martin Schwab und Nils Arztmann.

Die Premieren

  • „Die Fledermaus“, Johann Strauss, Regie & Bearbeitung: Nils Strunk & Lukas Schrenk, u.a. mit Julia Edtmeier, Harriet Jones, Anton Zetterholm, Premiere 1. Juli
  • „Reigen“, Arthur Schnitzler, Regie: Alexandra Henkel und Dietmar König, u.a. mit Theresa Affolter,Markus Freistätter, Premiere: 2. Juli
  • „Krieg und Frieden“, Leo Tolstoi, Fassung: Nicolaus Hagg, Regie: Philipp Hauß, u.a. mit Tim Werths, Martin Schwab, Premiere 3. Juli, Südbahnhotel
  • „Die Legende vom heiligen Trinker“, Joseph Roth, Regie: Alexandra Liedtke, u.a mit Joseph Lorenz, Premiere 4. Juli
  • „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“, Stefan Zweig, Regie: Gordon Greenberg, u.a. mit Julia Stemberger, Nils Arztmann, Premiere 5. Juli
  • „Der kleine Prinz“, Antoine Saint-Exupéry, Regie: Johanna Arrouas, Premiere 10. Juli
  • „Die letzten Tage“, Martin Prinz, szenische Lesung, Premiere 12. Juli 

Für die Kinderproduktion zeichnet Johanna Arrouas verantwortlich. Maria Happel selbst hält sich als Intendantin im Hintergrund, ist aber bereit, „wo auch immer kurzfristig einzuspringen, falls nötig“.

Mit einem Gesamtbudget von 4,7 Mio. Euro zeigen die Festspiele Reichenau 2026 sechs Eigenproduktionen in 130 Vorstellungen, für die 41.000 Karten aufgelegt sind. Ob die Jubiläumssaison an die Auslastung aus dem Vorjahr von 91 Prozent herankommt, wird sich nach dem Vorverkaufsstart Mitte Jänner zeigen. Judith Belfkih

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