Nach fünf Verlustjahren ist der Linzer Flughafen finanziell schwer unter Druck. Die Wiederaufnahme der Strecke zum internationalen Drehkreuz Frankfurt soll ihn aus der Krise führen. Kann das gelingen?
In das Vorhaben werden große Hoffnungen gesetzt: Der Aufsichtsrat des Linzer Flughafens – er schrieb seit 2020 in Summe 37 Millionen Euro Minus – segnete vorigen Herbst eine Strategie ab, die als zentrales Ziel die Wiederaufnahme der Linienflüge nach Frankfurt vorsieht. Und auch für das Land Oberösterreich hat die Strecke „oberste Priorität“.
Nun könnte es ernst werden: Kommende Woche starten Verhandlungen mit jenen Airlines, die sich um die Linienverbindung beworben haben. Das Land will die Verluste durch die Strecke mit öffentlichen Mitteln ausgleichen – das dürfte eine teure Angelegenheit werden, denn im Vorjahr schrieb die AUA mit Flügen von Linz nach Frankfurt, wie berichtet, einen kolportierten Abgang von fünf Millionen Euro. Zahlt sich das denn aus und kann die Strecke den Linzer Airport tatsächlich aus der finanziellen Misere führen?
Airport durchleuchtet die Kosten aller Abteilungen
Flughafen-Sprecher Ingo Hagedorn antwortet: „Frankfurt ist eine extrem wichtige Strecke für uns. Es geht aber auch darum, noch andere Erlöspotenziale zu erheben“ – also weitere neue Flugverbindungen. Gleichzeitig sollen auch die Ausgaben gesenkt werden: „Jeder Bereich ist aufgefordert, sich die Kosten ganz genau anzuschauen und Einsparpotenziale zu erheben“, sagt Hagedorn zum nach wie vor laufenden Sparprogramm.
Frankfurt ist eine extrem wichtige Strecke für uns. Es geht aber auch darum, noch andere Erlöspotenziale zu erheben.

Ingo Hagedorn, Flughafen-Sprecher
Bild: Kerschbaummayr Werner
„Wird Grundprobleme nicht lösen“
Noch deutlicher wird Luftfahrtexperte Kurt Hofmann: „Linz-Frankfurt ist wichtig, wird die Grundprobleme des Flughafens aber nicht lösen.“ Der Regionalairport habe zwar viele Liegenschaften, aber das verloren gegangene Verkehrsaufkommen nicht zurückgewinnen können.
Linz-Frankfurt ist wichtig, wird die Grundprobleme des Flughafens aber nicht lösen. Er hat viel Verkehr verloren im Laufe der Jahre.
Kurt Hofmann, Luftfahrtexperte
53.000 Passagiere nutzten die Verbindung
Ein Blick auf die Zahlen legt ebenfalls nahe, dass es allein mit den Frankfurt-Flügen nicht getan ist. Denn laut Landesrechnungshof wären für den Linzer Airport mindestens 500.000 Reisende pro Jahr notwendig, um kostendeckend wirtschaften zu können.
Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete der Flughafen 110.000 Passagiere. Die Strecke nach Frankfurt verbuchte, bevor sie eingestellt wurde, zwischen Jänner und Mitte September 2025 insgesamt 53.000 Fluggäste.
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