Neuer Millionen-Förderregen für Kinder- und Jugendarbeit mit teils sehr hohen Personalkosten gibt es auch im Jahr 2026 – trotz Sparkurs. Die Freiheitlichen üben Kritik und fordern jetzt mehr Kontrolle
Während Wien unter massivem Spardruck steht, sollen auch im Jahr 2026 wieder Millionenbeträge aus dem Stadtbudget in den Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit fließen. Zig Millionen gehen heuer an große Trägerorganisationen und Vereine. Besonders auffällig: die Kostenstruktur einzelner Fördernehmer – mit hohem Personalaufwand. Allen voran die Wiener Jugendzentren.
Mit einer Förderung von insgesamt 23 Millionen Euro ist er der mit Abstand größte Empfänger. Der Löwenanteil der Summe – 20,9 Millionen Euro – entfällt auf Personalkosten. Mit Stand September 2025 waren dort insgesamt 350 Angestellte beschäftigt.
Der Verein „Interface“ soll insgesamt 4,9 Millionen Euro erhalten. 774.200 Euro davon werden für Miete inklusive Betriebskosten verwendet. Der Personalaufwand dieser Organisation beläuft sich auf über 3 Millionen Euro. Der Verein „Rettet das Kind“ soll 2,7 Millionen bekommen. Ziel des Vereins sei es, „gefährdete oder bereits delinquente Jugendliche durch Streetwork, Beratung und Freizeitangebote zu erreichen.“
Darüber hinaus sollen weitere Fördermittel an Vereine wie JUVIVO, ZEIT!RAUM, Wiener Kinderfreunde aktiv, Kiddy & Co und das Institut für Erlebnispädagogik fließen. Allein diese fünf Organisationen sollen für das Jahr 2026 zusammen über 4,4 Millionen Euro erhalten. Beschlossen werden sollen die neuen Förderungen in der Gemeinderatssitzung am 21. Jänner.
Wer Jugendarbeit ernst nimmt, weiß, Prävention heißt Begleitung und genau deshalb ist verantwortungsvolles Investieren in die Kinder- und Jugendarbeit wichtig.

Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos)
Bild: SEPA Media
Das Büro von Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) bestätigt die Zahlen gegenüber der „Krone“. „Förderungen der Stadt Wien und ihre Verwendung unterliegen klaren Regeln“, betont Emmerling.
Angesichts dieser hohen Summen fordert die Wiener FPÖ indes eine umfassende Prüfung der Förderpraxis. „In Zeiten des massiven Spardrucks ist es dringend angesagt, den Förderdschungel ernst- und gewissenhaft zu durchforsten. Vereine, die Personal- oder Mietkosten vorweisen, die jegliche real-wirtschaftliche Norm deutlich übersteigen, müssen von der Stadt gründlich geprüft werden. Vereine haben keine Erbpacht auf Geld von der Stadt, nur weil sie die Subvention schon jahrelang bekommen. Doch statt der vor Jahren versprochenen Kontrolle, zahlt Stadträtin Bettina Emmerling weiterhin großzügig aus“, kritisiert FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp. Beschlossen werden soll der üppige Geldregen übrigens in der nächsten Gemeinderatssitzung am 21. Jänner 2026.
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