Message, Macht, Medien

WIFO-Chef knallhart: „Rezession vorbei, aber …“

Wirtschaft
08.01.2026 05:00
Porträt von krone.tv
Von krone.tv

Zu Gast bei Gerald Fleischmann in der ersten Folge „Message, Macht, Medien“ im neuen Jahr: WIFO-Chef Gabriel Felbermayr. Ein Gespräch über das Wechselspiel von Wirtschaft, Politik und Medien, persönliche Perspektiven und welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Geschehnisse in Venezuela auf Österreich haben. Und: Bleibt der WU-Professor weiterhin an der Spitze des Wirtschaftsforschungsinstituts?

Im Interview im Wiener Grand Hotel betont WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr die zentrale Rolle von verständlicher Kommunikation in der Wirtschaftsforschung. Medienlogik wie Zuspitzung und Verkürzung seien unvermeidlich, weshalb Ökonomen lernen müssten, komplexe Inhalte klar und pointiert zu vermitteln.

Zur wirtschaftlichen Lage in Österreich erklärt der Top-Ökonom, dass die Stimmung in den Medien derzeit etwas pessimistischer sei als die Realität. Zwar bleibe die Situation angespannt, aber die „Rezession ist vorbei.“ Obwohl ein „richtiger Aufschwung überhaupt nicht in Sicht ist.“ Auch wenn Felbermayr sich irgendwann das Amt des Finanzministers vorstellen könnte, „wenn rundherum alles passt“, sei es gut, dass Markus Marterbauer Finanzminister ist und „uns sozusagen aufräumt, was aufzuräumen ist.“

Gabriel Felbermayr zu Gast in Gerald Fleischmanns Video-Podcast „Message Macht Medien“.
Gabriel Felbermayr zu Gast in Gerald Fleischmanns Video-Podcast „Message Macht Medien“.(Bild: Imre Antal)

Keiner ist perfekt: Rückblickend auf die Inflationskrise räumt Felbermayr ein, dass sich Experten – inklusive ihm selbst – teilweise verschätzt hätten. Empfehlungen müssten jedoch laufend an neue Daten angepasst werden. Prognosen seien in Krisenzeiten besonders unsicher. Für die kommenden Jahre erwartet er eine leichte Erholung der Industrie.

International warnt er vor den wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Unsicherheit, sieht aber auch differenzierte Effekte, etwa über Energiepreise. Europa habe wirtschaftspolitisch Versäumnisse begangen, insbesondere bei Bürokratieabbau, Binnenmarkt und Industriepolitik. Die Themen seien oft richtig gewesen, die Umsetzung jedoch zu schwerfällig.

Auch für nach 2026 bleibt Felbermayr dem Wirtschaftsforschungsinstitut erhalten: Die zuständigen Gremien haben seine zweite Amtszeit bereits bestätigt. Der Ökonom wird damit auch in den kommenden Jahren WIFO-Chef bleiben.

Den ganzen Podcast zur Folge „Wirtschaft, Politik, Medien: Wie funktioniert das Wechselspiel?“ können Sie hier anhören:

Oder hier als Video-Podcast streamen:

Alle Folgen von „Message Macht Medien“ können Sie jetzt auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen und natürlich auf krone.at/podcast anhören. Oder auf krone.tv – immer am Donnerstag um 21.15 Uhr anschauen!

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