Der Säntis (2501 Meter) ist der höchste Berg im Schweizer Alpstein und eine weithin sichtbare Landmarke. Von Feldkirch aus erreicht man auf verschlungenen Pfaden einen ganz besonderen Aussichtspunkt: den Säntisblick.
Bei der Schattenburg oberhalb von Feldkirch befindet sich der Ausgangspunkt für eine sportliche Tour zum Aussichtspunkt Säntisblick. Vom Parkplatz neben der historischen Festung folgt man dem gelb-weiß markierten Pfad, der oberhalb der Montfortstadt in Richtung Schloss Amberg führt. Das Gebäude liegt im Ortsteil Levis auf einer kleinen Anhöhe und datiert in seinen Anfängen auf das 13. Jahrhundert zurück. Über die Jahrhunderte wechselten sich zahlreiche Besitzer ab, zu den bekanntesten Eigentümern zählen der Feldkircher Stadtammann Othmar Pappus (1582) sowie die Edlen von Furtenbach (1600) und Viktor von Travers zu Ortenstein (1697). Seit dem Jahr 1795 befindet sich Amberg in bürgerlichem Besitz. 1900 wurde dort übrigens die bekannte Dichterin Paula Ludwig geboren. Heute wird das Anwesen für kulturelle Veranstaltungen sowie für private Feierlichkeiten genutzt.
Vom Hinrichtungsplatz zum Naturschutzgebiet
Am Schloss vorbei leitet ein Wegweiser nun über steile Stufen bergan, bis man das Naturschutzgebiet „Gasserplatz“ erreicht. Dabei handelt es sich um ein als Flach- und Zwischenmoor ausgewiesenes Feuchtgebiet, das eine seltene, hoch spezialisierte Pflanzenwelt beherbergt. Weiters steht am nördlichen Waldrand des Gasserplatzes ein besonderer Baum: eine etwa 30 Meter hohe Eiche mit einem Umfang von rund dreieinhalb Metern, die zwischen 250 und 300 Jahre alt sein dürfte.
Ausgangspunkt: Schattenburg in Feldkirch
Dauer: ca. zweidreiviertel Stunden (selber Weg hin/retour)
Ausrüstung: Lauf- oder Wanderschuhe mit guter Profilsohle, bei Bedarf Wanderstöcke für den Abstieg, dem Wetter angepasste Kleidung, Getränk und kleine Jause
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 480 (ab Rankweil Bhf bis Gasserplatz oder von Feldkirch Katzenturm bis Schattenburg)
Einkehrmöglichkeiten: in Feldkirch in großer Zahl vorhanden
Der Name des Platzes geht auf dessen makabere Vergangenheit zurück: Dort wurde im Jahre 1864 nämlich die Hinrichtung durch den Galgen an Joseph Gasser vollstreckt. Der 36-jährige Lauteracher hatte zuvor drei Menschen erschossen und danach erheblichen Widerstand gegen seine Festnahme geleistet. Am 23. April 1864 wurde Gasser am Kreisgericht Feldkirch wegen Meuchelmordes, zweifachen gemeinen Mordes und versuchten Meuchelmordes sowie wegen öffentlicher Gewalttätigkeit gegen Exekutivbeamte und Übertretung gegen die körperliche Sicherheit zum Tod durch den Strang verurteilt. Es war dies die letzte öffentliche Hinrichtung in Vorarlberg. Wohl eher unfreiwillig hat der Delinquent dem Platz oberhalb von Feldkirch seinen Namen gegeben.
Sternmoos wird der Gattung Polytrichum zugeordnet und zählt zu den auffälligsten Moosen in den heimischen Wäldern. Seinen volkstümlichen Namen verdankt es der charakteristischen Blattstellung: Die schmalen, spitzen Blätter stehen bei ausreichender Feuchtigkeit sternförmig um den Stängel, wodurch das Moos von oben betrachtet an kleine grüne Sterne erinnert. Besonders deutlich ist dieses Merkmal in feuchten Waldlagen oder nach Regen zu erkennen. Sternmoose wachsen im Vergleich zu vielen anderen Moosen aufrecht und können Höhen von bis zu zwanzig Zentimetern erreichen. Damit zählen sie zu den größten heimischen Laubmoosen. Sie bilden dichte Bestände auf sauren, nährstoffarmen Böden, an Waldwegen, Lichtungen, Moor- und Heideflächen oder auf offenen Erdstellen. Eine Besonderheit des Sternmooses ist sein vergleichsweise gut entwickeltes Leitungssystem. Zwar besitzen Moose keine echten Gefäße wie Blütenpflanzen, doch Polytrichum-Arten verfügen über spezielle Zellstrukturen, die Wasser und Nährstoffe effizient transportieren. Dadurch sind sie in der Lage, höher zu wachsen als die meisten anderen Moose. Auf der Blattoberfläche befinden sich zudem feine Lamellen, die die Photosyntheseoberfläche vergrößern und das Moos vor Austrocknung schützen. Ökologisch spielt das Sternmoos eine wichtige Rolle. Es stabilisiert den Boden, speichert Feuchtigkeit und bietet Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen.
Der Säntis: eine weithin sichtbare Landmarke
Auf der gegenüberliegenden Seite des Gasserplatzes führt ein Waldpfad weiter in Richtung Säntisblick (712 Meter). Zunächst ist wiederum ein kleiner Anstieg zu bewältigen, bevor die Route im Auf und Ab entlang der Felskante zwischen den Baumreihen hindurchführt. Der Aussichtspunkt selbst ist ein kleines, umzäuntes Felsplateau, auf dem mehrere Sitzbänke platziert sind. Von dort genießt man einen tollen Ausblick auf die Montfortstadt, den Ardetzenberg sowie die schneebedeckten Gipfel der Schweizer Alpen, allen voran den namensgebenden Säntis.
Durch die exponierte Lage des Alpsteingebirges ist der Berg eine von Weitem sichtbare Landmarke. So gibt es beispielsweise sogar im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb Gasthäuser mit dem Namen „Säntisblick“. Vom Säntisgipfel selbst hat man bei guter Wetterlage Sicht auf gleich sechs Länder: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Nach einer kurzen Rast hat man die Möglichkeit, weiterzuwandern – beispielsweise über den Hohen Sattel (750 Meter) bis nach Göfis. Ansonsten wählt man dieselbe Route retour zum Ausgangspunkt in Feldkirch.
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