Wiener Staatsballett

Marie Antoinette: Tanzen, bis der Kopf fällt

Kultur
19.12.2025 06:00

Die Schicksale des hohen Adels haben Saison: Nach Maria Theresia im Musical betritt jetzt Töchterchen Marie Antoinette die Ballett-Bühne in der Volksoper. Nicht zum ersten Mal!

Nach ihr ist sogar ein Syndrom benannt: Wenn Stress das Haar über Nacht ergrauen lässt, spricht man vom „Marie-Antoinette-Syndrom“. Denn als „L’Autrichienne“, die Österreicherin, 1793 mit 37 ihren Kopf auf der Guillotine verlor, war der über Nacht weiß geworden.

„Im Leid erkennt man, wer man wirklich ist“, meinte sie kurz davor. Da hatte sich die für ihre Verschwendungssucht berüchtigte, vom Volk gehasste Königin durchaus gewandelt.

Marie Antoinette (re.) tanzte schon als Kind in Schönbrunn. Martin van Meytens hielt diese Szene ...
Marie Antoinette (re.) tanzte schon als Kind in Schönbrunn. Martin van Meytens hielt diese Szene aus dem Ballett „Il trionfo d‘amore“, vertont von Florian Leopold Gassmann, fest. Das Gemälde befindet sich im Kunsthistorischen Museum.(Bild: KHM-Museumsverband)

Nachdem 1798 der Revolutionsmob ihre Gemächer gestürmt hatte, ging es in die Haft im Tuilerien-Palast. Dort versuchte sie mithilfe Verbündeter, ihre Familie zu retten, wagte sogar einen Fluchtversuch. Umsonst.

Als fünfzehntes der 16 Kinder Maria Theresias war sie das Instrument, um deren Lebenswerk zu krönen: Ihre Ehe sollte den „Erzfeind“ Frankreich zum Verbündeten machen.

Königliche Trendsetterin für Mode und Schmuck 
Die Vierzehnjährige wurde mit dem 15-jährigen Dauphine in Versailles vermählt. Mit 19 wurde sie Königin. Der Hof schwärmte von ihrer Anmut. Sie war bald „Trendsetterin“, gab sogar für Versailler Verhältnisse atemberaubende Summen für Kleider und Juwelen aus. Ihr berühmtester Ausspruch „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“ stammt jedoch nicht von ihr. Zeigt aber, wie abgehoben die adelige Elite in ihrer royalen Bubble lebte.

In jedem Fall ein herzhaftes Schicksal für die Bühne. Und die Leinwand, auf die sie 2006 mit mäßigem Erfolg von Sofia Coppola gebracht wurde. Weniger Glück hatte sie auch auf der Musicalbühne in einer vom „Elisabeth“-Duo Sylvester Levay und Michael Kunze für Tokio entwickelten Produktion. Als Tanztheaterstück wurde sie 2019 von Mei Hong Lin am Musiktheater Linz auf die Bühne gewuchtet.

Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun malte 1778 Marie Antoinette als Königin von Frankreich. Das ...
Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun malte 1778 Marie Antoinette als Königin von Frankreich. Das Gemälde wurde als intimes Bildnis der jungen Königin für ihre Mutter in Wien angefertigt. „Ihr großes Porträt ergötzt mich!“, antwortete Maria Theresia ihrer Tochter und ließ das Gemälde in der Hofburg aufstellen. Heute im KHM.(Bild: KHM-Museumsverband)

Eine besondere Affinität scheint Marie Antoinette zum Währinger Gürtel zu haben. Schon 2010 schenkte ihr Choreograf Patrick de Bana dort einen Abendfüller.

Daten & Fakten

  • Maria Antonia Anna Josepha wurde am 2. November 1755 in Wien geboren. 
  • 1770 wurde die 14-Jährige zur Heirat nach Frankreich verschickt.
  • Als Zufluchtsort vor dem Versailler Hofleben baute sie sich das Petite Trianon, ein kleines Château im Schlosspark. 

Das Staatsballett übernimmt nun Thierry Malandains Kreation, die 2019 in der Opéra in Versailles herauskam, die anlässlich Marie Antoinettes Hochzeit eröffnet wurde. Ein St. Pöltner Gastspiel davon fiel 2021 Covid zum Opfer. Aber ab morgen tanzt, liebt und stirbt Malandains Marie Antoinette im Volksopern-Repertoire.

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