
Ohne die unentgeltliche Hilfe der 100.000 Freiwilligen wäre das Burgenland ein anderes Land. Wer würde dann unzählige Leben retten? Auch in der Welt des Sports sähe es trist aus.
Im Burgenland sind rund 100.000 Ehrenamtliche in 4900 Organisationen und Vereinen aktiv. Das ist jeder Dritte. Klingt unwahrscheinlich? Es gilt bei dieser Statistik die Mehrfachnennung: Ein Mensch kann Feuerwehrmann sein, in der Blasmusikkapelle eine Rolle spielen und beim Fußballclub den Rasen mähen. Und schon zählt er für drei.
„Ein kostbares Geschenk“
Ein Mal im Jahr, am 5. Dezember, werden die unentgeltlich Tätigen anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamts vor den Vorhang gebeten. Die ganze Welt sagt Danke, in Eisenstadt ist das schon gestern passiert. Im Landtagssitzungssaal sprach Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf den Vertretern sämtlicher Rettungs-, Hilfs- und Einsatzorganisationen Dank und Anerkennung aus. „Wir sind sehr stolz darauf, dass das Ehrenamt einen so hohen Stellenwert in unserem Bundesland hat. Die Zeit, die diese Menschen für ihre Freiwilligentätigkeit aufwenden, ist ein kostbares Geschenk für unsere Gesellschaft.“
Es lebe der Sport!
Was den Sportsektor betrifft, zählt man im Burgenland 1100 Vereine, für die 9000 Personen unentgeltlich tätig sind. „Ohne all die freiwilligen Helfer würde es den Sport in Österreich in dieser Form nicht geben“, sagt Robert Zsifkovits, seit 2004 ehrenamtlicher Präsident des ASVÖ Burgenland, bei dem 600 Vereine Mitglied sind. „Wir hätten keine Infrastruktur, keine Trainings, keine Meisterschaften und keine Jugendbetreuung, weil sich die Kinder dann gar nicht für den Sport interessieren würden – außer vielleicht für Individualsportarten wie Laufen oder Radfahren.“
Das Wichtigste im Leben ist Zeit. Jene Menschen, die sich in der Freizeit für die Allgemeinheit engagieren, verdienen die höchste Wertschätzung.

Robert Zsifkovits, ASVÖ-Präsident
Bild: Harald Dostal
Szifkovits streut den Ehrenamtlichen Rosen. „Es bringt viele Entbehrungen mit sich. Man braucht Unterstützung aus der Familie. Die muss tolerieren, dass man den Großteil der Freizeit anderswo verbringt.“ Der Präsident des Allgemeinen Sportverbands Österreich wünscht sich noch mehr Anerkennung. „Im besten Fall bekommen sie ein Schulterklopfen. In Wahrheit müssen wir ihnen die höchste Wertschätzung entgegenbringen.“
Wenn man die Mädchen vom Kindergartenalter an trainiert und sie schaffen dann den Sprung ins Nationalteam, dann macht mich das stolz.

Monika Janisch, Coach Stegersbach Tigers
Bild: Privat
Monika Janisch hat ihr Privatleben den Stegersbach Tigers verschrieben. Die Lehrerin, einst erfolgreiche Inline-Hockey-Spielerin, begleitet seit fast 25 Jahren die Mädchen im Südburgenland am Trainingsplatz – vom Kindergartenalter bis in die A-Mannschaft. Gratis. „Ich bin dieser Aufgabe verfallen“, sagt die Trainerin, die oft an vier Abenden in der Woche nicht daheim ist. Wenn die Tigers Match haben, sind 20 Ehrenamtliche vor Ort. „Kassa, Kantine, Kinder anziehen, Garderoben reinigen. Ohne sie könnten wir einen Spieltag nicht bewältigen.“
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