Polizei jagt Täter

Feuerteufel? Anruf rettete Bewohner wohl das Leben

Wien
02.12.2025 15:27

Ein toter Mann nach nächtlichem Inferno in Wien-Hernals gibt der Polizei Rätsel auf: Das desolate Wohnhaus beherbergt vor allem geflüchtete Männer. Nach einer Serie von Brandstiftungen im Grätzel laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. 

„Hier wohne ich“, zeigt Ahmad (23) auf die Fenster im ersten Stock eines völlig ausgebrannten Hauses in der Bergsteiggasse in Hernals. Der Syrer ist vor einem Jahr nach Wien gekommen, arbeitet an einem Standl am Naschmarkt und lernt fleißig Deutsch. Gemeinsam mit fünf Männern wohnt er in einer WG, für die er 250 Euro im Monat berappt. „Mich hat am Abend ein Nachbar angerufen und mir mitgeteilt, dass es im Parterre brennt“, so der 23-Jährige weiter. Dann ging es Schlag auf Schlag ...

In dem desolaten Gebäude mit den Gaza-Graffitis leben vor allem geflüchtete Männer. Montagabend stand, wie berichtet, das Gebäude plötzlich in Flammen. Das Feuer war direkt hinter der Eingangstür ausgebrochen.

Ahmad wurde wie die übrigen Bewohner von der Feuerwehr ins Freie gebracht. Ein 49-Jähriger erlitt schwere Verletzungen und ein Bewohner hat sich mit einem Sprung aus dem Fenster gerettet. Insgesamt mussten 18 Personen von der Rettung betreut werden. Während der Löscharbeiten entdeckten die Floriani im Stiegenhaus einen Toten, dessen Identität noch ungeklärt ist.

Ahmad (23), Bewohner des völlig ausgebrannten Hauses in der Bergsteiggasse in Hernals.
Ahmad (23), Bewohner des völlig ausgebrannten Hauses in der Bergsteiggasse in Hernals.(Bild: Eva Manhart)

Verdächtige Jugendliche
Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Bereits in den Tagen zuvor kam es im Grätzel zu kleineren Bränden in Stiegenhäusern durch angezündete Mistkübeln. Zeugen berichten von zwei bis drei Jugendlichen, die sie hier herumgeschlichen hätten. Ahmad weiß nicht, wann er wieder in die Wohnung kann. Derzeit gewährt ihm ein Freund Unterschlupf.

Ausweichquartier roch nach Hasch
Die Einsatzkräfte hätten ihn zwar an eine Adresse in der Sautergasse verwiesen. „Dort hat es aber stark nach Haschisch gerochen, da habe ich wieder umgedreht“, berichtet der junge Syrer. Bei der Adresse handelt es sich um ein Nachtzentrum für Obdachlose.

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