Brisante Wende im Fall um die Leiche des jungen Ukrainers in Wien-Donaustadt: Die Polizei konnte zwei tatverdächtige Ukrainer schnappen. Der 21-Jährige wurde in der Tiefgarage eines Luxushotels brutal niedergestreckt und verbrannte anschließend qualvoll auf der Rückbank des Wagens. In seinem Heimatland ist er kein Unbekannter – sein Vater ist Politiker in Charkiw. Die Ermittler gehen von einem finanziellen Motiv aus.
Der Krimi um den 21-jährigen toten Ukrainer ist weitestgehend geklärt. Die Polizei schnappte in Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden und Europol per internationalem Haftbefehl zwei Verdächtige – einen 19- und einen 45-jährigen Ukrainer – in ihrem Heimatland. Um 9 Uhr informierte die Wiener Polizei im Rahmen einer Pressekonferenz über die neuesten Entwicklungen der Ermittlungen.
Vertraute meldet jungen Ukrainer als vermisst
Die Hintergründe der Tat blieben rätselhaft, denn der junge Mann war kein Unbekannter: Sein Vater ist Vizebürgermeister der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw. In der Nacht auf Donnerstag hatte die Familie den in Wien studierenden 21-Jährigen als vermisst gemeldet – kurze Zeit später bestätigte sich die schreckliche Gewissheit: Er war auf grausame Weise ums Leben gekommen.
Vor den Medienvertretern äußerten sich die Ermittler auch erstmals zu einem möglichen Motiv der Tatverdächtigen: Einen politischen Beweggrund schließe man aus, wie der Leiter des Landeskriminalamts Wiens, Oberst Gerhard Winkler, erklärte. Stattdessen gehe es mutmaßlich um viel Geld: Dem Opfer wurde nach der Tat ein hoher Betrag von seinem Kryptowallet abgebucht. Zudem trug einer der Festgenommenen eine große Summe US-Dollar bei sich.
Erster Tatort in Tiefgarage von Luxushotel
Die Wiener Polizei gab darüber hinaus mehr Details zu den grausamen letzten Stunden des jungen Ukrainers bekannt. In der Tiefgarage des Luxushotels Sofitel wurde er zunächst von mehreren Männern überwältigt und brutal niedergestreckt, wie Videos einer Überwachungskamera zeigen. Die Polizei stellte am Leichnam des 21-Jährigen neben massiven Brandverletzungen auch deutliche Spuren von Schlägen am Körper des Opfers fest. „Sein Körper war zu 80 Prozent verbrannt“, erklärte Winkler.
Der Mann wurde anschließend auf die Rückbank des Mercedes mit ukrainischen Kennzeichen gelegt und angezündet, offenbar um Spuren zu verwischen. Als mögliche Todesursache nennt Oberst Winkler Erstickung oder einen Hitzeschock. Auch zur Entstehung des Brandes gibt es Erkenntnisse: Offenbar wurde Feuer mit einem Brandbeschleuniger gelegt, auf der Rückbank entdeckten Ermittler einen geschmolzenen Benzinkanister. Die Überreste führten die Polizei schließlich zu Videoaufnahmen einer Wiener Tankstelle – und damit zu den beiden Tatverdächtigen, die kurz nach der Tat in die Ukraine flüchteten.
Die beiden tatverdächtigen Ukrainer werden laut Oberst Winkler nicht nach Österreich ausgeliefert, sondern in ihrem Heimatland strafrechtlich verfolgt. Das Verfahren wird von der österreichischen Justiz an die Ukraine übergeben.
Der Tote war vergangenen Mittwoch gegen 0.30 Uhr bei einem Kleingarten am Marlen-Haushofer-Weg in Wien-Donaustadt gefunden worden, nachdem Anrainer wegen des brennenden Mercedes Alarm geschlagen hatten. Erst nachdem der Brand gelöscht war, entdeckte die Feuerwehr die Leiche des jungen Mannes.
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