Mit Öffis unterwegs

Wiener trägt Vögel im Disco-Rucksack spazieren

Wien
25.11.2025 08:00

Ein bizarrer Fall in den Wiener Öffis sorgt für Aufregung: Ein Mann kurvt mit exotischen Vögeln in einem beleuchteten Rucksack durch die Stadt. Auf Social Media kursieren Bilder, die zugleich Empörung auslösen. Die Veterinärbehörde ist alarmiert, die Wiener Linien halten Ausschau nach dem „bunten Vogel“.

Der „Krone“-Tierecke wurde ein Video zugespielt, das man auf den ersten Blick als witzigen Instagram-Clip abtun könnte. Man sieht einen Fahrgast, der seelenruhig mit dem Bus durch Wien fährt. In seinem Rucksack mit durchsichtiger Front sitzen unter einer blauen Lichterkette mehrere Vögel – dem Anschein nach Zwergwachteln –, die etwas ratlos wirken, wohin die Reise gehen soll. 

Bunter Vogel-Mix
Doch von einem witzigen Instagram-Moment kann keine Rede sein. Der Mann wurde auch auf weiteren Fotos in der U6 entdeckt, ebenfalls mit farbenfrohen Vögeln im Gepäck. Soweit am Foto erkennbar, dürfte es sich um einen gelben Kanari, einen weißen Zebrafink und zwei Gouldamadinen handeln.

Das Ganze sieht nicht nach einem verantwortungsvollen Transport seiner Schützlinge zum Tierarzt aus, sondern wirkt wie eine gezielte Aktion, um Aufsehen zu erregen. Denn ein verantwortungsvoller Tierfreund würde seine Vögel mit einem Sichtschutz verdecken, um sie keinem unnötigen Stress auszusetzen. 

Stressfaktoren können Tierqual sein
Denn neugierige Kinderhände an der Scheibe, der Lärm in den Stationen, der Trubel in Menschenmengen und die ständige Bewegung im Rucksack sind nichts für diese sensiblen Tiere. Doch damit nicht genug: Laut weiteren Quellen soll sich der Halter damit brüsten, dass in seiner Wohnung angeblich rund 70 Kanarien- und Zier­vögel frei herumlaufen. 

Exotische Fahrgäste in der U6! Im ersten Moment könnte man an Spielzeug denken – doch die Vögel, ...
Exotische Fahrgäste in der U6! Im ersten Moment könnte man an Spielzeug denken – doch die Vögel, zwei auf dem Boden, zwei weitere auf den Sitzstangen, sind echt.(Bild: Krone KREATIV/zVg)

Wie viele Tiere der Mann tatsächlich besitzt und in welchem Zustand sie sind, ist derzeit unklar. Bislang fehlt jede Möglichkeit, den suspekten Tiertransporteur eindeutig zu identifizieren.

Darum der dringende Appell: Wer den Mann in den Öffis oder im Stadtgebiet sieht, soll die Polizei oder das Aufsichtspersonal der Wiener Linien verständigen. Nur so können die Personalien abgeklärt und die Tierhaltung überprüft werden. Denn fest steht: Lebende Tiere sind kein Accessoire – und schon gar kein Showeffekt für Social Media.

Zitat Icon

 Bei akutem Tierleid bitte die Polizei unter 133 zu Hilfe holen.

Tierschutz-Ombudsfrau Eva Persy

Tierschutz-Ombudsfrau Eva Persy: „Bei akutem Tierleid bitte die Polizei unter 133 zu Hilfe holen. Solche Fälle können zum Beispiel sein: massive Gewalteinwirkung, etwa wenn eine Person auf ein Tier einschlägt, die öffentliche Zurschaustellung von Tieren unter tierschutzwidrigen Bedingungen (wie Qualen, Leiden, schwere Angst), das öffentliche Anbieten von Welpen zum Kauf auf Straße oder in Einkaufszentren.“

Das sagen die Wiener Linien dazu
Laut den Wiener Verkehrsbetrieben verstößt die Rucksackfracht nicht grundsätzlich gegen die Beförderungsbedingungen. Diese gestattet die Mitnahme von Tieren in geschlossenen Behältnissen (z.B. ein Tragekorb für Katzen), damit Verletzungen und Verunreinigungen von anderen Fahrgästen ausgeschlossen werden können. Der Transport von Tieren sollte so artgerecht wie möglich gestaltet werden.

„Außerdem sensibilisieren wir unsere Service- und Sicherheitsdienst-Mitarbeiter darauf, Szenen wie diese den Einsatzkräften zu melden“, erklärt eine Sprecherin der Wiener Linien. Denn aufklärungsbedürftig ist die Sache (Stichwort: Tierleid!) allemal. 

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