Parallele schockiert

Schon vor einem Jahr starb Studentin in Istanbul

Ausland
20.11.2025 18:12

Nach dem Tod einer deutschen Familie aus Hamburg während ihres Urlaubs in Istanbul gehen die Behörden inzwischen – wie berichtet – von einer Vergiftung mit Chemikalien im Hotel aus. Das könnte kein Einzelfall sein, wie das Schicksal einer deutschen Studentin vor einem Jahr nahelegt ...

Nach dem Tod der Hamburger Familie ziehen türkische Medien derzeit Parallelen zum Schicksal einer vor einem Jahr in Istanbul gestorbenen deutschen Erasmusstudentin. Auch die „Krone“ hatte darüber bereits berichtet. Doch nun tauchen immer brisantere Details über die Todesumstände auf.

Tote Studentin stammte auch aus Hamburg
In der Nacht auf den 2. November 2024 erwachte die 21-Jährige, die an der Üsküdar-Universität studierte, mit Übelkeit und Erbrechen. Nach Angaben der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ stammte die Studentin wie die vierköpfige Familie auch aus Hamburg. Und auch wie die Familie wohnte die Studentin im Istanbuler Stadtteil Fatih – allerdings nicht in einem Hotel, sondern in einer WG.

Verdacht auf Lebensmittelvergiftung erhärtete sich nicht
Ihr Tod war zunächst mit einer Lebensmittelvergiftung erklärt worden, sagte der Anwalt ihrer Familie der Deutschen Presse-Agentur. Ein erst in diesem August erschienener forensischer Bericht sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass sie mutmaßlich durch Pestizide gegen Bettwanzen vergiftet wurde. Darüber berichtete mittlerweile der NDR.

Die türkische Stadt Istanbul kommt nicht zur Ruhe.
Die türkische Stadt Istanbul kommt nicht zur Ruhe.(Bild: kuzenkova - stock.adobe.com)

Bettwanzengift eingesetzt
Drei Tage vor dem Tod der Studentin soll im ersten Stock des vierstöckigen Wohnhauses im Stadtteil Kadıköy Bettwanzengift eingesetzt worden sein, berichtete der TV-Sender. Das Mittel war offenbar in der Nachbarwohnung angewendet worden und gelangte als Gas in die WG der Studentin. Die Staatsanwaltschaft habe diesbezüglich Ermittlungen aufgenommen.

Eltern kritisieren Versäumnisse der Behörden
„Hürriyet“ zufolge heißt es im forensischen Bericht: „Es bestehe Einigkeit darüber, dass der Tod der Studentin auf das zur Bekämpfung der Bettwanzen eingesetzte Insektizid zurückzuführen sei“. Die Eltern der Studentin kritisieren Versäumnisse der Behörden und fordern nun die volle Aufklärung des Falles. 

Familie kam im Türkei-Urlaub ums Leben
Im Fall der kürzlich in Istanbul verstorbenen Hamburger Familie gingen die Behörden ebenfalls zunächst von einer Lebensmittelvergiftung aus. Am Dienstag wurde ein vorläufiger Bericht der türkischen Gerichtsmedizin bekannt. Darin heißt es dem Staatssender TRT zufolge, dass der Tod der vierköpfigen Familie durch eine chemische Vergiftung im Hotel im Stadtteil Fatih verursacht worden sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit einer Lebensmittelvergiftung werde als gering eingestuft. In dem Hotel waren Berichten zufolge vor deren Tod Chemikalien zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt worden.

Überwachungsbilder sollen eingeschlossene Familie zeigen
Der Tod der Hamburger Familie sorgt seit der vergangenen Woche für Aufregung. Vater, Mutter, der fünf Jahre alte Sohn und die drei Jahre alte Tochter waren am 9. November nach Istanbul gereist und am 12. November erstmals in einem Krankenhaus behandelt worden, mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung. Alle vier sind später gestorben, zuletzt der Vater am Montag. Türkische Medien verbreiteten unterdessen Überwachungsbilder, auf denen zu sehen sein soll, wie die Familie nachts im Hotel eingeschlossen ist, während ein Notarztwagen vor der Tür auf sie wartet (siehe Posting unten).

Fälle in Istanbul-Stadtteil häufen sich
Die Häufung der Fälle im Istanbuler Stadtteil Fatih alarmiert die Behörden. Denn am Donnerstag wurde ein neuer Todesfall eines deutschen Touristen bekannt. Der 35-jährige Deutsche, der für sein Logistikunternehmen am Montag zu einer Messe angereist war, wurde mit Atemnot und starkem Schwitzen ins Krankenhaus gebracht, berichteten mehrere türkische Medien übereinstimmend. Er soll noch selbst den Notruf gewählt haben. Wenig später verstarb er im Spital. Die Todesursache steht noch nicht fest. Der Besitzer des Hotels, in dem der Geschäftsmann aus Deutschland gewesen war, berichtet derweil, das Gebiet sei vor etwa einem Jahr mit Pestiziden besprüht worden.

Parallel zum Tod des Deutschen kamen in dieser Woche zwei weitere Touristen aus den Niederlanden mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus, sie waren ebenfalls in einem Hotel im Stadtteil Fatih. Das Geschwisterpaar litt unter Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, meldete die türkische Presse.

Behörden prüfen Zusammenhänge, bisher elf Festnahmen
Die Polizei und das Gesundheitsamt haben nun Untersuchungen in den Hotels und Restaurants eingeleitet, wo die Betroffenen (also die Familie und der Tourist) zuletzt waren. Die Behörden prüfen einen möglichen Zusammenhang zwischen den Fällen, da sie sich in ähnlichen Zeiträumen und derselben Gegend ereigneten. Mittlerweile wurden insgesamt elf Personen festgenommen.

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