„Es stimmt nicht“

Streit um Kürzungen bei Suchthilfe geht weiter

Politisches Hickhack um die geplanten Einsparungen im Sozialbereich: Der Betriebsrat der Sucht- und Drogenkoordination Wien und die Grünen schlagen Alarm, doch die Stadt wiegelt ab.

Während der Schuldenstand der Stadt Wien munter weiter in lichte Höhen steigt, sind die Verantwortlichen fieberhaft auf der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten. Auch im Sozialbereich muss jetzt gekürzt werden.

Für suchtkranke Menschen gibt es bald keine spezifischen Angebote mehr für die Re-Integration in den Arbeitsmarkt, finanziert durch die Stadt, warnen die Grünen. Betroffen davon sind mehrere hundert Personen, wobei alleine das Angebot „Standfest“ jährlich bis zu 300 Suchtkranke betreut hat. Das älteste soziale Unternehmen für Suchtkranke „fix und fertig“ stellt mit Ende Juni 2026 den Betrieb ein. „51 Personen wurden bereits beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet“, sagt Jorge Ricci, Betriebsrat von der Sucht- und Drogenkoordination (SDW).

Wiens Drogen- und Suchtkoordinator Ewald Lochner dementiert die Einsparungspläne.
Wiens Drogen- und Suchtkoordinator Ewald Lochner dementiert die Einsparungspläne.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Budgetmittel sollen sogar steigen
SWD-Chef Ewald Lochner weist die Vorwürfe jetzt zurück. Die Sucht- und Drogenkoordination habe sich mit dem AMS Wien auf neue Finanzierungsmodelle geeinigt. Daher komme es zu keinen Kürzungen im Behandlungsbereich von Suchtkranken. „Es stimmt nicht, dass 50 Prozent der Angebote gestrichen werden“, so Lochner. Die Budgetmittel, die die Stadt Wien im Jahr 2026 für den Bereich Sucht und Drogen zur Verfügung stellt, würden weitgehend den nominellen Werten von 2025 entsprechen.

Zwischen 2024 und 2026 werden die Ausgaben für Behandlung, Digitalisierung, Prävention, arbeitsmarktpolitischer (Re-)Integration und niederschwellige Arbeit im öffentlichen Raum von 49,4 Millionen auf 57,95 Millionen Euro (+17,4 Prozent) steigen, da laut Lochner in diesen Bereichen mit einem erhöhten Bedarf zu rechnen: „Damit dies möglich wird, müssen in bestimmten Bereichen Kürzungen vorgenommen werden.“

Die Grünen beharren weiter darauf. Wenn jetzt über die verschlechterten Zustände rund um die Gumpendorfer Straße gesprochen werde, müsse klar sein: Das sei erst der Anfang, wenn die Kürzungen dermaßen gravierend durchgezogen werden. Im heutigen Gemeinderat bringen die Ökos zu den Kürzungen im Sozialbereich eine dringliche Anfrage an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ein.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt