Schriftsteller und „Krone“-Kolumnist Robert Schneider hat sich Gedanken darüber gemacht, wo die in Vorarlberg lebenden Asiaten beerdigt werden. Auf den Friedhöfen im Ländle sind die Namen Wang, Li, Chen oder Yang jedenfalls nicht zu finden.
Zum Lachen ist das im Fall nicht, aber schmunzeln musste ich trotzdem. Vorarlbergs Leichenbestatter vermissen die asiatischen Toten. Scharfsinnig haben sie nämlich festgestellt, dass es in jedem größeren Ort im Ländle wenigstens ein asiatisches Restaurant gibt. Und noch brillanter gefolgert, dass zumeist wer dort arbeitet? Richtig, Asiaten,
Nun denkt sich ein Totenbestatter beim Verzehr der wohlverdienten Pekingente, dass doch viele Asiaten schon ewig hier leben und vermutlich auch irgendwann hier sterben. Aber wo liegen sie eigentlich begraben? Hier nicht, so viel ist den Leichenbestattern klar. Auf den Friedhöfen zwischen Warth und Partenen sucht man den Namen Wang, Li, Chen oder Yang vergeblich. Sehr mysteriös. Abgesehen vom Verdienstentgang stimmt das seltsame Verschwinden unserer asiatischen Mitbürger nach dem Tod die hiesigen Leichenbestatter schon etwas skeptisch.
Der in puncto Architektur hoch bepreiste und viel gerühmte islamische Friedhof in Altach zeigt ähnliche Phänomene. 2012 wurde er eröffnet. 728 Gräber stehen dort zur Verfügung. Bis zum Jahr 2022 wurden lediglich 115 Grabstätten belegt. Werden unsere muslimischen oder asiatischen Mitbürgerinnen und Mitbürger einfach viel älter? Lebt der Vorarlberger im Umkehrschluss einfach viel zu ungesund? Fragen, die unseren Leichenbestatter bei der Pekingente schon ins Grübeln bringen.
Nein, nein, meint Yasar Capar, der Obmann des „Düzceliler Bestattungshilfevereins“ (der Verein heißt wirklich so). „Unsere Väter wollen in der Türkei begraben werden“, sagt er gegenüber der Journalistin Emilia Waanders von den „VN“, will meinen, hier leben und wenn das Stündlein geschlagen hat, bloß weg an den Bosporus oder in das Reich der Mitte. Integration ist eine schwierige Sache. Im Leben und offensichtlich auch nach dem Tod.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.