„Krone“-Interview

Thomas Gansch: „Musik bringt uns alle zusammen“

Musik
07.11.2025 06:00

Ob im zeitgemäßen Ensemble Mnozil Brass, bei „Gansch & Roses“ mit international versierten Jazz-Könnern oder in der obersteirischen Blasmusikapelle – Thomas Gansch beherrscht auf der Trompete alle Metiers. Kurz vor seinem 50er feiert er groß im Wiener Konzerthaus. Der „Krone“ gab er im ausführlichen Gespräch Einblicke in seine musikalische Leidenschaft, politische Strömungen und wieso man seinen Sound durchaus mit Salat vergleichen kann.

kmm

„Krone“: Herr Gansch, zu Silvester feiern Sie Ihren 50. Geburtstag, am 12. November gibt’s als „Gansch & Roses“ ein Geburtstagskonzert mit prominenten Freunden im Wiener Konzerthaus und auch sonst ist der Kalender knallvoll. Ist irgendwann auch mal nicht viel bei Ihnen los?
Thomas Gansch: 
Ich lebe nach dem Prinzip „schlafen kann man am Friedhof“. Am meisten los ist von April bis Anfang Juli und dann im Herbst von Oktober weg bis in den Dezember hinein. Im Sommer nehme ich mir immer sechs Wochen Zeit, in der ich mit meiner Familie zusammen bin und nichts tue. Wir verbringen unsere Zeit größtenteils in unserem Haus in der Obersteiermark. Dort ist der Kapellmeister seit 40 Jahren in Amt und Würden und fragt immer, ob ich mitspiele. Das mache ich natürlich gern, so ganz ohne Druck.

Diese Auszeit ist bei Ihrem Alltagsproblem wohl besonders wichtig?
Musik ist außerdem das beste Vehikel, um unter Menschen ein soziales Netz zu weben. Die Leute am Land sind ein bisschen anders als die in der Stadt, aber Musik bringt uns alle zusammen. Auf diesem Boden können wir uns alle miteinander verständigen.

Ist es in Ihrem Leben, das aus ständigem Reisen und Unterwegssein besteht, besonders wichtig, eine Basis zu haben?
Sehr wichtig. Ich gehe raus in den Garten und direkt in den Wald, einfach super.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern und sind Sie ein Fan von Jubiläen?
Eigentlich nicht, aber ich erfreue mich gerade der Lebensphase, in der ich mich befinde. Vor 20 Jahren war ich wesentlich gestresster, unruhiger und hatte viel mehr Druck. Heute sehe ich alles viel gelassener.

Haben Sie sich diesen Druck selbst gemacht oder kam der von außen?
Der meiste Druck kam von mir selbst. Vor 20 Jahren wurde ich das erste Mal Vater und da hatte ich Angst, ob dieser Beruf reicht. Heute, wo ich vier Kinder im Alter zwischen zehn und 20 Jahren habe, weiß ich, dass es geht. Am Beginn einer Familiengründung gibt es Zweifel. Ich bin ja auch geschieden, also ist es zumindest einmal danebengegangen. Außerdem wachsen Kinder so schnell, da kommt man gar nicht mit.

Hatten Sie das Gefühl, zu wenig daheim bei den Kindern gewesen zu sein?
Ich bin sowieso immer zu wenig daheim, deshalb achte ich so penibel darauf, dass ich wenigstens zu den Schulferien nichts mache. Im Sommer, wo die ganzen Festivals sind, geht das eh nicht so leicht. Ansonsten bin ich Montag bis Mittwoch daheim und versuche eine gewisse Regelmäßigkeit in diesem Leben zu haben.

Sie entstammen einer musikalischen Familie und haben von klein auf Trompete gespielt. War besonders viel Toleranz und Verständnis für den Musikerberuf vorhanden?
Ich bin in der Familie der, der das Geld heimbringt – insofern ist das Verständnis dafür hoch. (lacht) Es heißt ja, Musiker würden für das Reisen bezahlt werden und nicht für das Spielen und irgendwie stimmt das auch. Der Beruf selbst ist wunderschön, aber der Weg dorthin sehr mühsam und beschwerlich.

War es immer klar, dass das Musizieren Ihre Karriere werden würde?
Das wurde von mir erwartet, es gab nie eine andere Option. Seit ich denken kann, hatte ich ein Instrument in der Hand. Bei uns im Erdgeschoss in Melk habe ich Blasmusik geprobt und der ursprüngliche Plan war, dass ich – wie mein Bruder – bei den Wiener Philharmonikern spielen sollte. Daraus ist nichts geworden. Gott sei Dank, denn dadurch habe ich mein eigenes Ding gefunden. Ich mache längst nur mehr das, was ich machen will und wo ich meinen Beruf auch als Berufung sehe.

Würde jeder Mensch seinen Beruf als Berufung sehen, wäre die Welt sicher eine bessere.
Wobei man mit der Ansicht vorsichtig sein muss, denn wenn es meine Berufung wäre, Massenmörder zu sein, wäre dem wahrscheinlich nicht so.

Sie wurden in Melk relativ streng erzogen. War es manchmal ein Krampf, dass man beim Musizieren den Spaß behält und es als Berufung betrachtet?
Als ich auf die Welt kam, war mein Vater 50 und die damalige Generation war viel autoritärer, das kann man mit heute nicht vergleichen. Die Strenge ging bis 15 weiter, dann haben sie mich nach Wien geschickt, um Musik zu studieren und von dort an hatte ich meine Ruhe und alle Freiheiten. Mein Vater hat mir auch nie hineingeredet. Er hatte ein bewundernswertes Grundvertrauen. Die philharmonischen Erwartungen konnte ich zwar nicht erfüllen, aber da hat sich mein Bruder mehr gestresst als ich mich. Mein Vater sagte immer: „Wenn du gut spielst, hast du immer was zu essen“. Damit hatte er recht.

Das war ein Schritt von einem Extrem ins nächste. Von der totalen Überwachung zur grenzenlosen Freiheit.
Das war meine Mod-Phase. Ich war schon in Melk von Haus aus immer mit Älteren zusammen und habe zu allen möglichen Gruppierungen einen Zugang gesucht. Das lag auch daran, dass ich vier Halbgeschwister habe, die alle wesentlich älter waren als ich - daher auch die ständige Suche nach Altersweisheit. Durch das Zusammentreffen mit anderen Studenten in Wien sind all meine Blödheiten relativ schnell verschwunden. Dort herrschte ein ganz anderes Weltbild als in Melk. Ich merkte schnell, um den Horizont zu erweitern und sich besser zu verstehen, braucht der Mensch die Stadt und umgekehrt. Die Musik war immer ein wichtiger sozialer Faktor in meinem Leben und dieser Aspekt wird mir immer wichtiger.

Inwiefern schlägt sich das in Ihrer Lebensrealität nieder?
Als wir das Haus in der Steiermark gekauft haben, habe ich mein Handy genommen, beim Musikverein angerufen und gefragt, ob ich zur Probe kommen darf. Innerhalb von 24 Stunden war ich eingegliedert und spielte beim Feuerwehrfest mit – daraus bildete sich ein soziales Netz und diese Freundschaften halten bis heute. Wenn man miteinander musiziert, hat man eine Basis. Auf dieser Basis kann man sich unterhalten, aber auch streiten und unterschiedlicher Meinung sein. Heute ist alles durch Abgrenzung voneinander definiert und die Musik ist der ideale Gegenpol zu diesen Entwicklungen.

Haben die Menschen es verlernt, andere Meinungen auszuhalten?
Wenn ich mit jemandem musiziere, fällt es mir leichter, ihn bei Unstimmigkeiten zu fragen, ob er deppert ist.

Ist die Musik am Ende das wichtigste gesellschaftliche Kommunikationstool, das wir haben?
Ich komme aus der Welt der Blasmusik und in Österreich hat fast jeder Ort eine, manche sogar zwei. Da treffen sich einmal pro Woche 50 grundverschiedene Leute aus allen möglichen Schichten und Altersgruppen und spielen zwei Stunden zusammen. Dadurch entsteht gegenseitiger Respekt und das Miteinander wird angeregt. Bei Musik geht es nicht darum, wer am lautesten schreit, sondern wie man gemeinsam ein Ergebnis zusammenkriegt, das gut klingt.

Thomas Gansch im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein.
Thomas Gansch im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Robert Fröwein.(Bild: Martin A. Jöchl)

In der Musik geht es auch darum, sich selbst zurückzustellen – vor allem im Jazz. Ist das Zuhören wichtiger als das Solieren?
Zuhören ist das Allerwichtigste. In allen Lagen des Lebens.

Das Bild der Blasmusik hat sich über die letzten 20-30 Jahre elementar zum Besseren verändert, was mitunter auch Ihr Verdienst ist. Wollten Sie immer, dass Blasmusik weltoffener wirkt?
Mit meiner Band Mnozil Brass haben wir über die letzten Jahrzehnte ziemlich viel erreicht und das freut mich ehrlich. Als mich mein Vater das erste Mal auf ein Konzert mitgenommen hat, war ich fünf. Wenn ich sehe, dass ich ein bisschen was bewegen konnte, macht mich das schon stolz.

Sie haben die Blasmusik in Österreich aus dem Traditionalismus geholt und sicher auch vom Mief der alten Tage befreit.
Einerseits stimmt das vielleicht, andererseits hat Tradition heute wieder einen ganz anderen Stellenwert. Es ist nicht mehr notwendig, im Traditionellen zwingend was Schlechtes zu sehen. Man kann sich immer der Traditionen besinnen, nur nicht unhinterfragt. Dass die Blasmusik automatisch einen Nazi-Mief hat, ist zum Glück lang vorbei. Mittlerweile gibt es sogar Festivals wie das „Woodstock der Blasmusik“, zu dem an einem Wochenende 100.000 Menschen aufs oberösterreichische Land fahren. Das ist mir fast schon zu viel Party.

Sie waren heuer selbst auf dem Festival mit dabei. Von den Besucherzahlen her kann es sich schon fast mit dem Nova Rock messen.
Ich war nur vier Stunden pro Tag dort, länger habe ich es nicht ausgehalten. Ich war der sogenannte „Woodmaster“, also der Zeremonienmeister, und habe jeden Tag mit verschiedenen Bands gespielt und war durchgehend nüchtern, anders hätte ich es nicht ausgehalten. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel Alkohol gesehen wie dort. Leiterwägen voller Bier- und Weinkisten. Menschen, die rücklings am Boden liegen, mit ihrer Tuba am Körper - aber das war alles total faszinierend. Das Schöne am Festival ist, dass alles friedlich ist und alle zusammen feiern.

Ist das Festival für Sie ambivalent? Einerseits gut, dass es so etwas in so einer Größe gibt und andererseits schlecht, weil es zu einer Art „Blasmusik-Ballermann“ verkommt?
Diese Richtung wird ein bisschen ausgeblendet. In einer Zeit wie der heutigen, die sehr grauslich sein kann, ist es schön, wenn die Leute Musik dazu heranziehen, um einfach eine schöne Zeit zu haben und die Welt auszublenden. Es sind eh alle dauernd aufgeregt, bei so einem Festival ist das kein Thema.

Hätten Sie ein eigenes Festival, wäre da mehr Raum für die gesellschaftspolitischen Aspekte?
Ich würde Themen nicht mit dem Holzhammer verbreiten, aber sehr genau kuratieren. Das Line-Up sollte schon eine Anregung sein, aber niemand will von einer Bühne herab politische Botschaften hören in so einem Kontext. Die Leute leben eh schon in ihren Handys und glauben alles, was dort geschrieben steht. Das „Woodstock der Blasmusik“ hämmert ordentlich, ich würde es subtiler anlegen.

Zwischen dem „Woodstock der Blasmusik“ und ihrem Jazztrompeter-Kollegen Randy Brecker, der auch am 12. November mit Ihnen auftritt, liegen Welten. Sie kommen in all diesen Welten vor …
Für mich gab es in der Musik nie Grenzen. Jeder schiebt sie gerne in Schubladen, um sie besser kategorisieren und verkaufen zu können, aber ich habe mich dem immer entzogen und das gespielt, was mir gefällt. Als von mir noch CDs gepresst wurden, standen die im Media Markt in der Volksmusik-, der Jazz- und der Klassikabteilung. Manchmal auch bei Schlager und Kabarett – mir hat das immer gefallen. Ich entziehe mich bewusst der Festnagelung. Viele Leute setzen sich gerne in ihre Schachteln und setzen die Scheuklappen auf. Sowas fällt uns früher oder später immer auf den Kopf. Dann lesen die Leute auf Konzertplakaten „Jazz“ und trauen sich teilweise nicht hin, weil sie glauben, sie hätten davon keine Ahnung. Das stimmt schon per se nicht, weil Musik etwas Emotionales und Intuitives ist.

Im schlimmsten Fall hat man es probiert und für nicht gut befunden. Dann weiß man zumindest, was man das nächste Mal nicht mehr sehen will.
Genau, aber Musik muss man live erleben. Für mich ist zum Beispiel der Raum essenziell. Ich sah unlängst eine Probe von einem Symphonieorchester in Laibach und habe wieder gemerkt, dass ein Orchester nur in einem schönen Raum Sinn macht. Insofern geht beim „Woodstock der Blasmusik“ viel nicht, weil alles verstärkt und durch den Kompressor gejagt wird, sodass am Ende alles gleich klingt.

War Musik für Sie immer ein Kampf gegen Dogmen und Normen? Wenn man Musik in Schulen oder auf Unis erlernt, werden einem Grenzen gesetzt. Wollten Sie diese Mauern schon immer einreißen?
Schon als Student habe ich mich von Regeln verabschiedet und darauf geschaut, das zu machen, was mich wirklich interessiert. Seitdem ziehe ich das zu 97 Prozent durch und entziehe mich vieler potenzieller Probleme von Grund auf. Ich passe mich nicht wo ein, sondern suche mir die Sachen aus, die ich spielen will, mit den Leuten, mit denen ich musizieren will. In unserem Unterrichtssystem ist es so, dass die klassischen Universitäten und Konservatorien Kaderschmieden für den Orchesterbetrieb sind. Dann gibt es 100 Leute, die Trompete studieren für zwölf Jobs in einem Orchester und 20, die unterrichten und dann schauen müssen, wie sie im Leben klarkommen. Ich unterrichte auf einer Privatuni, wo die Leute so gut sind, dass sie nach einem Jahr wieder gehen, weil es für sie nichts mehr zu holen gibt. Schade, dass es so etwas nicht auch öffentlich gibt. In Österreich ist alles auf die Philharmoniker, Strauss und Mozart ausgelegt. Wir sind aber auch das am meisten vom Tourismus abhängige Land und die Musik ist ein Wirtschaftsfaktor.

Der finanzielle Faktor ist ein wesentlicher.
Es wird hier viel zu wenig darüber geredet, was die Kultur bringt und viel zu viel darüber, was sie angeblich alles kostet. Der Umsatz wird gerne vergessen. Der Ottonormalverbraucher versteht dann den Wert nicht, weil ihm das keiner erklärt. Die Kunst sollte immer losgelöst sein von politischem Einfluss, aber das ist ein schwieriges Thema.

Als Musiker sorgen Sie auch dafür, dass vielleicht andere Menschen ihre Freude am Musizieren finden, selbst ein Instrument in die Hand nehmen, kreativ tätig werden. Ist das eine schöne Vorstellung?
Ich kann mir ein Leben ohne Musik ohnehin nicht vorstellen und verstehe nur zwei Sachen im Leben: Musik und Familie. Ich habe mit meinem Vater kaum über Dinge im Leben geredet, aber über die Ebene der Musik haben wir uns verstanden. „Sein Leben war die Musik“ steht auf seinem Grabstein – und wird vielleicht auch mal auf meinem stehen. Wichtig ist mir dabei aber auch der Schmäh. Josef Hader oder Monty Python sind für mich wie gute Lehrer, denn man muss über alles lachen können und dürfen – vor allem über sich selbst. Wenn Leute Probleme allzu ernst nehmen, wird es für mich schwierig.

Selbstironie ist vielerorts ein gefährdetes Gut.
Dafür gibt es die Schmähung, die geht immer – zum Gaudium aller Anwesenden. Da reden wir wortwörtlich oft von den Leuten im Bierzelt. Wenn ich in meinem bisherigen Leben etwas gelernt habe, dann dass es wahnsinnig leicht ist, etwas zu kritisieren und niederzumachen und wahnsinnig schwierig, etwas auf die Füße zu stellen. Draußen stehen und reinschreien, wie scheiße und schlimm alles ist, kann jeder. Aber das will ich nicht.

Wie kann jemand wie Sie, der so viel für die Musik gibt und die Musik so lebt, sie immer noch gleichwertig behandeln wie vor dem Familienleben? Ist das überhaupt möglich?
Jein. Meine erste Frau war Vollblutmusikerin, da gab es gar nichts anderes und das hat nicht lange gehalten. Meine zweite und jetzige Frau ist die Tochter eines genialen Musikers. Ihre Mutter ist auch Musikerin und sie hat ein großes Herz für Musik, singt wunderbar Wienerlieder. Wir ziehen an einem Strang, aber mit vier Kindern muss der Laden laufen und ich muss möglichst frei arbeiten können.

Geht diese Art von Verantwortung zulasten der Musik oder der Kreativität? Hat sich der Zugang zur Musik verändert, als es auch darum ging, dass mehrere Menschen davon leben müssen?
Mein Manager könnte mich das ganze Jahr über voll durchbuchen, das ist eher mein Problem. Ich habe aber auch gelernt, nein zu sagen. Wenn ich nach zwei harten Reisetagen zurückkomme, dann gönne ich mir auch mal einen Ruhetag und muss nicht gleich wieder ins Flugzeug. Ich habe den großen Vorteil, dass ich mir mein Publikum über 33 Jahre lang erarbeitet habe, weshalb ich relativ frei bin von Existenzängsten. Die hatte ich nur ganz zu Beginn der Corona-Pandemie, aber ich habe mich schnell selbst am Schopf gepackt und aus der Tristesse rausgezogen. Ich habe daheim Konzerte gespielt und viel Zeit mit der Familie verbracht.

Stimmt es eigentlich, dass Sie im Wiener Konzerthaus einen fixen Schlafplatz haben, weil Sie dort schon so oft aufgetreten sind?
Nein, aber ich glaube, sie richten mir langsam was ein. Das „Intercontinental“-Hotel daneben hat zwar die schönste Bar Wiens, ist aber zu teuer

Zu Ihrem „Birthday Bash“ am 12. November kommen große Namen und Könner von überall her. Sind Sie mittlerweile so weit, dass Sie schnipsen und die Stars kommen?
Es ist kein Schnipsen, vielmehr ein E-Mailen und Telefonieren. Bis jetzt wollten alle dabei sein und ja, es wird mir oft vorgeworfen, aber der Großteil sind alte weiße Männer. Mit Randy Brecker zu spielen ist ein Wahnsinn, für mich ist das der Sound der Stadt New York. Mit James Morrison habe ich schon viel gespielt und er hat mir per Handschlag versprochen, dass er mitmacht – dafür hat er sogar eine ganze Tournee verschoben. Ich hatte schon mal eine All-Star-Band und machte den Fehler, dass ich ihnen zu viel zugemutet habe. Daraus habe ich gelernt. Die schweren Sachen schreibe ich für die Backing Band und die Gäste können sich frei bewegen und immer einen drauflegen, wenn sie wollen.

Er hat die Blasmusik revolutioniert und kennt keine Grenzen: seinen 50er feiert Thomas Gansch ...
Er hat die Blasmusik revolutioniert und kennt keine Grenzen: seinen 50er feiert Thomas Gansch mit leichter Verspätung.(Bild: Martin A. Jöchl)

Weil Sie das Thema Humor vorher angeschnitten haben – braucht Musik, vielleicht sogar besonders im Jazz- und Klassikbereich, mehr Humor? Muss Musik allgemein mehr Entertainment sein?
Ein lockerer Zugang ist per se nicht schlecht, um den Menschen ein Thema näherzubringen. Humor ist ein gutes Schmiermittel, damit alles besser flutscht. Natürlich gibt es Leute, die in der Szene keinen Humor dulden, aber die treffe ich eher selten. Man mariniert ja auch seinen Salat und isst ihn nicht so, wie man ihn aus der Erde gerissen hat. Mariniert ist er auch nicht ungesünder, aber er macht ein bisschen mehr her.

Liegt es nicht auf der Hand, dass man mit dem Projekt „Gansch & Roses“ zumindest einmal versucht, einen Musiker von Guns N‘ Roses als Gast zu bekommen?
Das habe ich noch nie in Erwägung gezogen, aber ich glaube, das täten sie alle nicht. Das sind alles Stromgitarrenmusiker. Was mach’ ich denn mit dem Slash? Am ehesten könnte ich mir noch den Schlagzeuger, Steven Adler, vorstellen, aber hat sich der nicht mit den Drogen verhoben?

Wie werden Sie Ihren richtigen Geburtstag am 31. Dezember feiern?
Dass mein Geburtstag gleichzeitig Silvester ist, war schon immer mein Problem. Erstens sind da immer alle besoffen, zweitens feiern sie sowieso. Und am 30. Dezember kann man auch nicht feiern, da ist Bauernsilvester. Am Neujahrstag schauen sich alle das Neujahrskonzert an oder wollen ausschlafen – also feiere ich dieses Mal am 2. Jänner, der auch ein Freitag ist. Da sind alle wieder nüchtern und motiviert. Ich wollte für die Feier ein Kino mieten, um 11 Uhr vormittags die „Blues Brothers“ schauen und dann weiterziehen, aber vom Kino ist an dem Tag leider niemand da, weil sie in den Ferien sind. Jetzt werde ich in kleinerer Form bei mir daheim feiern. Mit den richtigen Leuten ist es aber egal, wo man sich befindet.

Geburtstagskonzert und weitere Termine
Am 12. November findet im Wiener Konzerthaus der große „Birthday Bash“ mit „Gansch & Roses“ statt. Als Gäste haben sich u.a. Kapazunder wie Randy Brecker, James Morrison oder Wolfgang Puschnig angesagt. Unter www.ganschathome.com findet man alle weiteren Termine und Links zu den Karten für die jeweiligen Konzertabende.

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