Erfolgreiche Pionierin

Diese burgenländische Winzerin sieht rosa-rot

Burgenland
07.10.2025 09:00

Der Rotweinkonsum in Österreich sinkt. Viele Winzer, die auf Blaufränkisch und Co. spezialisiert sind, stehen vor großen Herausforderungen. Die Deutschkreutzerin Pia Strehn ist hierzulande die erste und bisher einzige Winzerin, die einen Rotweinbetrieb auf Rosé umgestellt hat. Mit einem Mega-Erfolg!

Am renommierten Bioweingut Strehn im mittelburgenländischen Blaufränkischland ging vor Kurzem die Weinlese zu Ende. „Es war ein gutes Jahr und die Ernte sehr entspannt. Heuer wurden allein 250.000 Flaschen Rosé abgefüllt“, sagt Chefin Pia Strehn (42), die mit ihren Brüdern Patrick (40) und Andreas (36) in vierter Generation 50 Hektar Weingärten in Deutschkreutz und Neckenmarkt bewirtschaftet.

Mit ihren jüngeren Brüdern, die am Familien-Weingut als Kellermeister arbeiten. Patrick hat die ...
Mit ihren jüngeren Brüdern, die am Familien-Weingut als Kellermeister arbeiten. Patrick hat die Weinbauschule besucht, Andreas Weinbau und Önologie an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert.(Bild: FELIX WERINOS)

International gefragt
Seit ihr erster Rosé im Vorjahr zum Salzburger Festspielwein auserkoren und ihr im vom Fass vergorener Ikonen-Rosé „Der Elefant im Porzellanladen“ und dem lieblichen Honigmelonen- und Pfirsichgeschmack vom Weinmagazin „Vinum“ vor wenigen Monaten als bester Wein auszeichnet wurde, gehen die Verkaufszahlen durch die Decke.

70 Prozent vertreibt die Spitzenwinzerin in Österreich, 30 Prozent in Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Belgien, Zypern, China und Japan. Sogar in den USA hat sie Abnehmer, auch wenn es aufgrund der höheren Zölle nun etwas weniger sind als noch davor.

Die Etikette mit dem (rosa) Elefanten ist das Markenzeichen ihrer Weinkollektion.
Die Etikette mit dem (rosa) Elefanten ist das Markenzeichen ihrer Weinkollektion.(Bild: FELIX WERINOS)

Vom Stiefkind zum Lifestyledrink
Ihr Erfolgsgeheimnis liegt auf der Hand. Während viele Winzer jammern, dass ihre Rotweine kaum mehr Absatz finden, hat die Gesundheitsmanagerin und Studentin der Weinakademie den Familienbetrieb neu erfunden. Die Gründe für den rückläufigen Rotweinkonsum sieht Strehn in der klimawandelbedingten zunehmenden Erwärmung und dem daraus resultierenden Bedürfnis der Menschen, lieber kühlere und leichte Getränke zu sich zu nehmen. Aber auch Speisen würden sich verändern. Es gäbe immer mehr mediterrane und asiatische Küche, zu der Rotweine oft schlichtweg nicht passen. 

„Rosé war in unseren Breiten immer das Stiefkind unter den Weinen. Als mir dann auf einer Reise durch New York und Kalifornien 2015 auffiel, dass dort überall Rosé getrunken wird, kreierte auch ich mit unseren Blaufränkisch-Trauben diesen Weinstil nach meinen eigenen Vorstellungen. Schließlich setzen sich Trends, die in Amerika entstehen, zehn Jahre später auch bei uns durch“, sagt Strehn, die anfangs selbst nicht wusste, ob ihre Kreation ein Flop oder ihr Durchbruch wird. Doch ihr visionäres Denken, ihr Unternehmergeist und ihr Perfektionsstreben machten sich bezahlt.

Seit zwei Jahren hat Pia Strehn am Weingut das Zepter in der Hand. Ihr Ziel: Als Rosé-Winzerin ...
Seit zwei Jahren hat Pia Strehn am Weingut das Zepter in der Hand. Ihr Ziel: Als Rosé-Winzerin im internationalen Weinatlas verewigt werden.(Bild: FELIX WERINOS)

Nächster Coup
Inzwischen erfreut neben dem Rosé „Pia und die starken Männer“, Schaumwein „Shiki Miki“ und Chardonnay „Miss Waikiki“ auch Orange-Wein „Mandarina“ die Gaumen der Fans: „Hier werden Weißweintrauben auf der Schale vergoren. So erhält er seine intensive Farbe und Tannine. In den USA wird der Orange-Wein schon jetzt als neuer Rosé gefeiert. Ich tue mein Bestes, dass er sich auch bald bei uns etabliert!“ 

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