Sa, 21. Juli 2018

Viel Abwechslung

22.01.2014 12:51

Comic-Aufgebot: "Lego Marvel Super Heroes" im Test

Mit "Lego Marvel Super Heroes" entführt Warner Bros. Interactive Lego-Fans auf allen Plattformen in ein von Superschurken bedrohtes New York im Lego-Stil. In Gestalt von Iron Man, Hulk, Wolverine, Spiderman und ihren Kollegen stellt sich der Spieler darin den bösen Lakaien des Dr. Doom. Wie sich die bunte Lego-Action spielt, hat krone.at getestet.

Den Auftakt im Superhelden-Stelldichein von "Lego Marvel Super Heroes" macht der Silver Surfer, der sich im Intro mitten im All ein Duell mit dem grausigen Weltenverschlinger Galactus liefert – und im Kampf unglücklicherweise prompt sein interstellares Surfbrett verliert, das in Form spezieller Legosteine auf die Erde heruntersegelt.

Es dauert nicht lang, bis der böse Dr. Doom sich für die Steine zu interessieren beginnt und feststellt, was für furchteinflößende Waffen man daraus herstellen könnte. Gemeinsam mit seinen Lakaien beginnt der Schurke mit der Suche nach den Steinen, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Die Aufgabe der vom Lego-Helden Nick Fury angeführten Superheldenorganisation SHIELD: Dr. Doom von seinem Plan abhalten und die Teile des Surfbretts des Silver Surfer sichern.

Reichlich steuerbare Marvel-Helden
So viel zur zugegebenermaßen wenig einfallsreichen Hintergrundgeschichte von "Lego Marvel Super Heroes", die junge Spieler auf eine regelrechte Achterbahnfahrt quer durch Marvels Superheldenuniversum schickt. Dabei sind sie nicht auf einen einzelnen steuerbaren Protagonisten beschränkt, sondern dürfen sich mit einer Vielzahl verschiedener Charaktere in einem hübsch designten New York aus Legosteinen austoben.

So entsteht ein abwechslungsreicher Mix, in dem der Spieler als unglaublicher Hulk mit Autos um sich schmeißt, mit Iron Man in die Lüfte emporsteigt oder mit Spiderman verdächtige Orte mit seinen Spinnensinnen erforscht. Zwischendurch schnetzelt man sich als Wolverine durch Gegnerhorden oder nutzt die telekinetischen Fähigkeiten der Jean Grey, um Objekte zu verschieben. Und auch zum Kriegshammer der Marvel-Variante des nordischen Donnergottes Thor darf der Spieler greifen.

Mindestens ebenso abwechslungsreich wie die spielbaren Helden sind auch ihre Kontrahenten. Neben Dr. Doom trachtet ihnen Thors böser Bruder Loki nach dem Leben, ergänzt wird die Riege der Superschurken durch Fieslinge wie Dr. Octopus, den grünen Goblin und etliche andere Ganoven aus dem Marvel-Universum.

Hüpfen, kämpfen und denken an Comic-Schauplätzen
Die Vielzahl der spielbaren Charaktere lässt schon erahnen: Fad wird "Lego Marvel Super Heroes" nicht so schnell. Dafür sorgt auch eine Vielzahl von Schauplätzen, die Kennern der Comics bestens bekannt sind. Das Game entführt den Spieler nicht nur ins von Dr. Doom bedrohte New York, sondern ebenso in das Versteck des Bösewichts, Thors Heimat Asgard, das Hauptquartier der X-Men und sogar in den Unterschlupf Magnetos.

Spielerisch gibt sich "Lego Marvel Super Heroes" als Mix aus Plattform-, Denk- und vor allem Kampfspiel. Meist gilt es nämlich, die Umgebung und die Gegner fachgerecht in ihre Einzelteile zu zerlegen und Legosteine aufzusammeln. Dabei sind die spielbaren Superhelden stets zumindest im Duo unterwegs, der Spieler wechselt per Tastendruck zwischen den einzelnen Protagonisten. Alternativ kann das Game auch zu zweit im Koop-Modus gespielt werden.

Die Heldenteams sorgen im Spielverlauf für ein gesundes Maß an Abwechslung – insbesondere in den Bosskämpfen. Da müssen die Spezialfähigkeiten der Helden clever kombiniert werden, um die Schwachpunkte der Gegner auszunutzen und ihnen den Garaus zu machen. Aber auch in den normalen Levels mangelt es nicht an Knobelaufgaben, die nur durch das Zusammenspiel zweier Helden oder den raschen Bau des richtigen Lego-Gegenstandes zu bewältigen sind.

Viel Langzeitmotivation, hübsche Optik
Weil der Spieler erst im Verlauf von "Lego Marvel Super Heroes" alle spielbaren Charaktere freischaltet, manche Orte aber nur durch die Spezialfähigkeit eines bestimmten Helden erreicht werden können, bietet das Spiel viel Langzeitmotivation und reichlich Anreize, auch im fortgeschrittenen Spielverlauf einen Ort ein zweites Mal zu besuchen, um ihm das letzte Geheimnis zu entreißen.

Für Freude beim Spielen sorgt überdies die weitgehend gelungene optische Umsetzung. Auch wenn sowohl die Helden als auch die Levels allesamt im Lego-Look daherkommen, haben die Entwickler von TT Games nicht mit optischer Abwechslung und hübschen Effekten gespart. Die Levels sind liebevoll designt, Licht- und Partikeleffekte sauber implementiert. Und selbst die Gesichter der einzelnen Superhelden hat man gut ins Lego-Universum überführt, die Helden erinnern allesamt an ihre Pendants aus den Filmen im Marvel-Universum.

In der getesteten PS4-Version sieht "Lego Marvel Super Heroes" entsprechend gut aus, wenngleich die Hardware vermutlich zu deutlich mehr in der Lage wäre und es vor allem bei den Texturen noch Verbesserungspotenzial gäbe. Den Leistungsvorsprung, den die PS4 gegenüber Nintendos Wii U haben sollte, sahen wir dem Spiel im Direktvergleich der Versionen für beide Konsolen nämlich kaum an.

Eingängiger Soundtrack, hie und da Kameraprobleme
Die deutsche Vertonung von "Lego Marvel Super Heroes" wurde sauber umgesetzt. Die Sprecher der einzelnen Helden und Schurken wirken allesamt bemüht, das Gesprochene passt sogar meist zu den Lippenbewegungen der Figuren. Der Soundtrack passt ins Superhelden-Setting und lockt mit bekannten Melodien, könnte dabei allerdings abwechslungsreicher sein.

Im kooperativen Mehrspielermodus entfaltet "Lego Marvel Super Heroes" sein volles Potenzial, sind doch auch im Einzelspielermodus schon viele Aufgaben nur im Team zu lösen. Zu zweit vor dem Bildschirm zu sitzen und zu rätseln, welche Superkräfte die knifflige Situation zugunsten der Superhelden entscheiden könnten, ist spaßig und verleiht dem Einzelspielerabenteuer eine soziale Komponente.

Die Steuerung von "Lego Marvel Super Heroes" mittels Gamepad ist unkompliziert und schnell erlernt, auch an der Präzision haben wir nichts auszusetzen. Einzig die Kameraführung sorgt immer wieder für Situationen, in denen die Übersicht verloren geht, was die Steuerung in diesen Passagen verkompliziert.

Fazit: Alles in allem ist "Lego Marvel Super Heroes" ein gelungener Titel, der nicht nur für kleine Fans der Marvel-Superhelden einen Blick wert sein könnte. Weniger Comic-affine Menschen dürfte die Vielzahl an Figuren und Schauplätzen allerdings überfordern. Das Game bietet Abwechslung für viele Stunden, eine Vielzahl cooler Charaktere und liebevoll designte Levels, bleibt dabei aber auch für Einsteiger gut zugänglich. Ein paar wenige Haare in der Suppe findet man in den Bereichen Grafik, Sound und Kameraführung, dabei handelt es sich aber um Kritik auf recht hohem Niveau.

Plattform: 3DS, PC, PS Vita, PS3, PS4 (getestet), Wii U (getestet), Xbox 360, Xbox One
Publisher: Warner Bros. Interactive
krone.at-Wertung: 8/10

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