01.12.2005 12:19 |

Raus von zuhaus!

Wann sollten Kids am besten ausziehen?

"So lange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, tust du, was ich sage!" Ein oft gehörter Satz in Familien mit pubertierenden Jugendlichen. Die können es dann kaum erwarten, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Andere würden am liebsten "daheim" bleiben, bis sie alt und grau (und rundum versorgt) sind. Wann sollten Kinder am besten ausziehen?

Kurz gesagt: Ein Patentrezept für den richtigen Zeitpunkt, flügge zu werden, gibt es nicht. Aber zwischen 18 und 21 ist ein guter Zeitraum dafür. Besonders passend ist es, wenn dazu auch noch in anderer Hinsicht ein neuer Lebensabschnitt anfängt, etwa Studium oder Zivildienst.

Auch wenn der neue Lebensabschnitt eine Partnerschaft bedeutet, ist eine eigene Wohnung super. Gleich eine gemeinsame Wohnung zu suchen ist aber eher kontraproduktiv. Selbständigkeit lernt man eher, wenn man nicht gleich mit dem Partner/ der Partnerin einen Haushalt gründet. Allzu schnell gerät die Partnerin in die Mama-Rolle. Allein heißt die Devise, oder aber in einer Wohngemeinschaft; die hilft auch über schwierige Phasen der Einsamkeit und des Heimwehs hinweg.

Jedenfalls ist es gut und wichtig auszuziehen, für Eltern UND Kinder. Das fällt zwar manchmal nicht leicht, ist aber ein Abnabelungsprozess, der beiden Seiten nützt. Tipp für Eltern: Ist der Nachwuchs ausgezogen, ist auch zu akzeptieren, dass er ein eigenes, unabhängiges Leben hat. Tägliche Treffen und Telefonate, Putzstunden in der neuen Wohnung und ständige ach so gut gemeinte Ratschläge sind fehl am Platz. Eltern müssen lernen, ihre Kinder loszulassen und sich einen neuen Lebenssinn zu suchen. Klammern führt zu Unselbständigkeit. Das bedeutet nicht, dass man auf Unterstützung ganz verzichten sollte.

Nähe durch Distanz
Oft passiert es, dass sich Eltern und Kinder über die Jahre auseinander leben und mehr oder weniger ständig streiten. Die Distanz durch die getrennten Wohnungen kann dann dazu führen, dass wieder emotionale Nähe entsteht. Man weiß erst, wenn man sie nicht mehr ständig um sich hat und wenn sie nicht mehr "ständig nerven", was man an seinen Eltern hat. Und wenn man plötzlich merkt, was sie einem alles abgenommen haben (Miete, Putzen, Eikaufen...). Was man liebt, soll man loslassen, heißt es.

Zu weit weg ist nicht jedermanns Sache. Auch wenn die Distanz gut tut: Ein Umzug ans andere Ende des Landes oder gar ins Ausland ist nicht für jeden leicht. Was aber noch kein Grund ist, es nicht zu tun, wenn es gute Gründe dafür gibt (Studium, Job, Auslandserfahrung).

Hotel Mama sollte irgendwann schließen
Wenn junge Leute noch immer bei den Eltern wohnen, dann sollte die Versorgerrolle der Mutter ein Ende haben. Haushaltspflichten werden gerecht verteilt, Mietezahlen ist auch kein Fehler. Es sollte eher wie eine Wohngemeinschaft als eine klassische Eltern/Kind-Beziehung sein.

Tipps für die erste eigene Wohnung - siehe Linkbox!

Donnerstag, 13. Mai 2021
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