Wie so oft startet auch in "Rise of Venice" alles unschuldig und klein: Als unbedeutender Kleinhändler steigt der Spieler in die Simulation ein und ist vorerst damit beschäftigt, Waren zu möglichst billigen Preisen zu kaufen und sie dann nach dem Schiffstransport in einer anderen Stadt möglichst teuer zu verkaufen.
Reichtum lässt Ansehen und Einfluss erblühen
Mit zunehmendem Reichtum verschafft man sich Anlegerechte in anderen Häfen des Mittelmeeres, vergrößert seine Transportkapazität durch den Ankauf neuer Schiffe und steigt auch selbst in die Warenproduktion ein. Diese wird über Kontore abgewickelt und umfasst neben Gebrauchsgütern (wie etwa Brot, Metallwaren, Tuch und Seile) im Endstadium auch Luxusgüter wie Gewürze, Kleidung und Glas.
Begleitet wird der unternehmerische Erfolg von einem Anstieg im Ansehen unter den bereits eingesessenen Häusern der Handelsmetropole Venedig. Mit Fortlauf des Spiels werden daher auch die Ränkespiele im allesbestimmenden Rat der Stadt immer wichtiger. Im Idealfall kann man sich so durch Heirat mit einer wichtigen Adelsdynastie verbinden, andererseits werden hier aber auch Feindschaften fürs Leben geschmiedet.
Piraten bedrohen die Handelsströme
Dazu kommen Herausforderungen auf hoher See, die durch Piraten unsicher gemacht wird. Jede erfolgreiche Kaperung von Handelskonvois macht diese Freibeuter stärker und gefährlicher. Militäraktionen mit angeheuerten, bis an die Zähne bewaffneten Matrosen können diesem Treiben allerdings ein Ende setzen und die Totenkopffahnen für längere Zeit auf den Meeresgrund verbannen.
Verpackt ist dies in durchaus ansprechende Grafik, die aber das - ab einem gewissen Zeitpunkt - leider viel zu eintönige Spielgeschehen auf Dauer nicht retten kann. Hat man einmal eine gewisse Größe seines Imperiums überschritten, wird die Betreuung der Handelsrouten zur Fitzelarbeit, auch wenn durchaus einige Automatismen eingebaut sind. Für ein eigentlich überschaubares Warenangebot ist dann bereits großer, aber eben wenig herausfordernder Spielaufwand zu betreiben. Gelegentlich auszuführende Missionen für die Adelsfamilien sorgen zwar für etwas Abwechslung, einen neuen Kick verleihen sie dem Spiel aber nicht.
Fazit: "Rise of Venice" ist vielleicht das ideale Spiel für Fans der alten "Patrizier"-Reihe und sonstige Handelsstrategie-Nostalgiker. Leider wurde es aber verabsäumt, das Spiel mit neuen Handlungssträngen und Anforderungen zu versehen. Zu eintönige Abläufe und teils zu einfach gestrickte Handelsströme führen viel zu früh dazu, dass statt der Piraten der Spielspaß baden geht.
Plattform: PC
Publisher: Kalypso
krone.at-Wertung: 5/10










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