Nachdem skurrilen Einsatz in Flachau, wo eine Frau mit ihrem Auto am Friedhof feststeckte, ist nun mehr über die Hintergründe bekannt. Der alkoholisierten Einheimischen wurde ihre private Situation zu viel. Alle Beteiligten sind froh, dass es keine Verletzten gab.
Es war eine Fahrt mit fatalen Folgen: Donnerstagabend, gegen 19 Uhr, setzte sich die 70-jährige Flachauerin hinters Steuer. Ihr Ziel: Der Friedhof bei der Kirche, die auf einer Anhöhe liegt. Sie stellte ihren VW aber nicht bei den Parkplätzen ab, sondern fuhr bis zu den Gräbern vor. Das Auto zwängte sich über den viel zu schmalen Fußweg, kam schließlich von der Pflasterung ab. Die Lenkerin beschädigte dabei einige Grabsteine. Sie ließ sich trotzdem nicht beirren. Erst als die Hinterachse brach, stieg die Frau aus.
Lenkerin wurde private Situation zu viel
Warum war es für die 70-Jährige ein gar so dringendes Bedürfnis, am Gründonnerstag zum örtlichen Friedhof zu fahren? Eine Entscheidung, die den Beigeschmack von letztem Weg hat. War es die eigene Gesundheit oder wollte sie möglichst schnell bei verstorbenen Angehörigen am Grab stehen?
Sie sei in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen, heißt es. Die Rede ist von einem schwer erkrankten Angehörigen. Ihr sei dann alles zu viel gewesen. Ein Alkotest ergab 1,52 Promille. „Es war ein Blackout“, so Bürgermeister Thomas Oberreiter, der sofort zur Kirche eilte. Für makabere Zwischenrufe sei das der falsche Anlass, betont er.
Für die Feuerwehr war es einer der skurrilsten Einsätze in ihrer Geschichte. „Ohne Kran hätten wir das Auto nicht mehr aus dem Friedhof gebracht“, schildert Feuerwehrkommandant Christian Lackner, der mit 17 Kameraden zum Friedhof ausrückte. Den Kran stellte eine hinzugerufene Firma. Gleich danach mussten die Floriani schon zum nächsten Einsatz weiter. Ein Unfall auf der Autobahn, gerade im dichten Osterverkehr, ist keine Überraschung für die erprobten Unfallhelfer.
Mehrere Gräber bei Irrfahrt auf Friedhof beschädigt
Die Pensionistin beschädigte bei ihrer Fahrt über den Friedhof Gräber. Der entstandene Schaden halte sich aber in Grenzen. „Die Familie ist sehr bemüht, das jetzt schnell wiedergutzumachen“, so der Bürgermeister. Auch ein Steinmetz wurde am Tag nach der Friedhofsfahrt schon beauftragt. „Seien wir froh, dass nicht mehr passiert ist“, reagiert auch Pfarrer Josef Hirnsperger mit der nötigen Ruhe. Zum Glück waren zu dem Zeitpunkt auch kaum Menschen am Friedhofsareal. Die Frau hatte sich rechtzeitig vor der Abendmahlfeier in der Kirche verfahren. Auch der Priester war nicht vor Ort. Er deckt einen Pfarrverband ab und hielt in Altenmarkt die Messe. Sabine Salzmann
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.