Das Burgenland gab die entscheidenden Impulse: Per AdR-Abkommen wird die Industrie rund um Veltliner, Zweigelt & Co. in ganz Europa auf sichere Beine gestellt.
Piemont, Toskana oder La Mancha sind Regionen mit klingenden Namen, was vinophilen Hochgenuss betrifft. In dem Reigen der ganz Großen europaweit gibt jetzt das „kleine“ Burgenland den Ton an. Am heutigen Donnerstag wird in Brüssel ein Abkommen geschlossen, das die Weinwirtschaft Europas langfristig absichern soll.
Die pannonische Initiative für die Gründung einer Interregionalen Gruppe im Ausschuss der Regionen (AdR) zum Schutz der Weinwirtschaft und zur Pflege der Weinkultur ist in der Europäischen Union auf fruchtbaren Boden gefallen. Renommierte Anbaugebiete wie La Rioja, Piemont & Co. ziehen mit dem Burgenland künftig an einem Strang.
Feierlicher Akt in Brüssel
Zu dem feierlichen Akt, der die Kooperation in Brüssel besiegelt, sind Delegierte aus Eisenstadt in die Hauptstadt des Königreichs Belgien gereist, allen voran Regierungskoordinator Robert Hergovich, Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep, Weintourismus-Geschäftsführer Christian Zechmeister und Weinbau-Präsident Andreas Liegenfeld. Im Wein liegt nicht nur die Wahrheit, sondern auch eine enorme Wirtschaftskraft. Der in vielerlei Hinsicht beeindruckende Geschäftszweig, der aufgrund einer jahrtausendealten Tradition prächtig gedeiht, erwirtschaftet jedes Jahr 130 Milliarden Euro. Das sind immerhin 0,8 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Mit dem nötigen Zusammenhalt unter den regionalen und lokalen Partnern lassen sich sogar die schwierigsten Aufgaben leichter lösen.
Herbert Oschep ,Obmann Wein-Burgenland
Klimawandel und verändertes Konsumverhalten
Der Wandel des Klimas, der Vorschriften und des Konsumverhaltens bringen viele neue Herausforderungen mit sich. „Mit dem nötigen Zusammenhalt unter den regionalen und lokalen Partnern lassen sich sogar die schwierigsten Aufgaben leichter lösen“, betont Oschep.
Konzepte für Wettbewerbsfähigkeit
Der europäische Auftrag à la Burgenland geht so weit, dass Konzepte gesucht werden, um das Überleben der kleineren und mittleren Betriebe – die Weinindustrie besteht daraus zu mehr als 90 Prozent – im EU-Binnenmarkt zu gewährleisten. Wie lassen sich die Ziele des „Green Deal“ mit der Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen? „Auf alle derartigen Fragen wird es Antworten im Sinne unserer Winzer geben“, sagt der Wein-Burgenland-Obmann voller Zuversicht.
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