Die Wahlurne war der legendäre Tassilo-Kelch, das Votum fiel klar aus. Bernhard Eckerstorfer (53) wurde am Samstag zum neuen Abt im Stift Kremsmünster gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Ambros Ebhart (72) an.
35 Benediktiner-Mönche waren am Samstag zur Wahl geschritten, um einen neuen Abt zu bestimmen. Als Wahlurne diente der legendäre Tassilo-Kelch aus dem achten Jahrhundert. Pater Bernhard Eckerstorfer (53) wurde zum Nachfolger von Ambros Ebhart (72) gewählt. Eckerstorfer – er wurde auch als Kandidat für die Nachfolge des Wiener Erzbischofs Christoph Schönborn gehandelt – nahm die Wahl an.
Der neue Abt wurde für eine Amtszeit von zwölf Jahren bestimmt.
Lehrer und Pressesprecher
Eckerstorfer meint in einer ersten Stellungnahme: „Das Stift Kremsmünster hat die Region seit über 1.200 Jahren geprägt. Eine große Tradition braucht aber immer wieder Innovation. Wir müssen sehen, wie wir als Benediktiner den Schatz des Glaubens heute neu heben können – zuerst für uns und mit der Hilfe vieler anderer Menschen für unsere Kirche und Gesellschaft. So kann das Stift Kremsmünster weiterhin und verstärkt Kontaktstelle zu Gott sein und immer mehr werden.“
Aktuell ist der frisch gewählte 53-Jährige noch Rektor an der Ordensschule im Vatikan. Der gebürtige Linzer trat nach seinem Theologiestudium im Jahr 2000 in das Kloster Kremsmünster ein. Er unterrichtete am Stiftsgymnasium und war auch als Pressesprecher tätig.
Als solcher wurde er vor allem 2010 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Denn damals geriet das Stift in die Schlagzeilen, als jahrzehntelange Fälle sexueller, physischer und psychischer Gewalt am Stiftsgymnasium Kremsmünster aufgedeckt wurden. Eckerstorfer stand seinem damaligen Abt Ambros bei der Betreuung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur Seite und agierte auch als offizieller Pressesprecher.
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