Samuel wurde nur fünf Jahre alt. Der Kärntner Bub musste sein junges Leben unter den Rädern eines Autos verlieren. Denn die neue Frau seines Vaters hatte beschlossen, ihn und seine Mutter zu töten. Um den Mann ganz für sich alleine zu haben.
„Es sind zwei Sterne am Himmel nun mehr“, stand auf einer kleinen Tafel, die an zwei verlorene Menschenleben in Villach in Kärnten erinnerte: Eine Mama und ihr fünfjähriger Sohn Samuel waren davor Opfer eines unfassbaren Verbrechens geworden. Eines Verbrechens, das für immer unvergessen bleiben wird. Und letztlich auch ungesühnt – selbst wenn die Mörderin der beiden aufgrund ihrer schweren Störung vermutlich bis an ihr Lebensende hinter Gittern oder zumindest in psychiatrischer Behandlung bleiben dürfte.
Denkt sie selbst, in ihrer Zelle, an ihre schreckliche Tat? An den Tag, an dem das Leben zweier junger Menschen endete und ihr eigener Weg in den Abgrund begann? Es ist der 29. Jänner 2022. Samuel, seit Kurzem fünf Jahre alt, fährt mit seinem kleinen blauen Scooter auf einer breiten Wohnstraße durch Völkendorf, einen Stadtteil von Villach. Hinter ihm spaziert seine Mutter Ramona, versucht, mit dem fröhlichen Wirbelwind Schritt zu halten.
Es ist kalt, Atemwölkchen steigen auf, wenn der Bub lacht und seiner Mama erzählt, wovon er träumt und was er im Winter noch alles machen möchte. Vielleicht hat er auch von seinem Papa gesprochen. Davon, was sie unternehmen könnten, wenn der Vater wieder zu Besuch kommt. Oder vielleicht hat Samuel auch von seinen Weihnachtsgeschenken geschwärmt, mit denen er gerade so gerne spielt ...
Niemand weiß es. Genauso wenig, wie Mutter und Sohn ahnen können, dass der Tod auf sie lauert. Der Tod heißt Alina S.


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