Dreimal war Raphael Haaser in seiner Weltcup-Karriere schon Zweiter, der Sprung auf das oberste Treppchen fehlt dem Tiroler noch auf seiner Visitenkarte. Heute im Super-G will es der 27-Jährige wissen, hat nach Platz drei im Disziplinenweltcup der Vorsaison Lunte gerochen. Beaver Creek bezeichnet er als eines seiner Lieblingsrennen im Weltcup.
Die „Krone“ berichtet aus Beaver Creek
Für mich gilt: Je steiler, umso anspruchsvoller – desto besser“, meint Raphael Haaser. Womit ihm Beaver Creek sowie die selektive „Birds of Prey“ gerade recht kommt. „Das ist einer der Rennorte, an den ich jedes Jahr am liebsten zurückkomme“, betont der Mann vom Achensee. Der gestern erstmals auch die Abfahrt in Angriff nahm (Platz 25), speziell heute im Super-G zum Favoritenkreis zählt. „Da geht es vom Start weg steil bergab, das sollte mir liegen“, so Haaser, in drei Anläufen in Beaver Creek nie schlechter als Elfter.
Still und heimlich mausert sich der 27-Jährige in Abwesenheit von Marco Schwarz zum österreichischen Allrounder, fährt drei Disziplinen – und wurde zum Saisonstart in Sölden starker Siebenter im Riesentorlauf. „Das war ein sehr guter Auftakt für mich, mein erstes Sölden-Ergebnis seit fünf Jahren“, grinst Haaser, dessen Vorbild US-Legende Bode Miller war, verschmitzt.
Ausreißer vermeiden
Die Paradedisziplin ist aber der Super-G, im Vorjahr belegte Haaser im Disziplinenweltcup Platz drei hinter Marco Odermatt und Vincent Kriechmayr. „Das war eine sehr gute, konstante Saison ohne Ausfälle. Einzig die wenigen Ausreißer nach unten muss ich abstellen, ich will heuer zumindest konstant in die Top 10 fahren“, tönt Haaser. Ob er sich dann auch als Aspirant für die Kugel sieht? „Das Ziel ist es, die anderen zu ärgern“, lächelt Raphi.
Wiewohl dafür wohl auch die Big Points hermüssen, noch wartet der Tiroler ja auf seinen ersten Weltcupsieg. „Jeder Rennfahrer will irgendwann mal ganz oben stehen – das ist ein Traum, der mich antreibt. Ich war schon einige Male knapp dran, hoffentlich gelingt es mir in dieser Saison“, meint Haaser, in seiner Weltcupkarriere bislang dreimal Zweiter.
Ich war schon einige Male knapp dran – hoffentlich gelingt es mir in dieser Saison.
Raphael Haaser macht Jagd auf seinen ersten Weltcupsieg
Privat ist er seit vier Jahren mit der deutschen Skifahrerin Fabiana Dorigo (24. im Riesentorlauf von Sölden) liiert, ist ohnehin von vielen Skibegeisterten umgeben. „Papa, Tante und Onkel sind alle selbst früher Rennen gefahren, der Papa war dann auch noch Servicemann, die Mama Skilehrerin“, erzählt Haaser.
Hotel Mama
Der vor bald zwei Jahren in Courchevel zusammen mit seiner Schwester Ricarda Historisches schaffte, die ersten Geschwister-Medaillen bei einer WM seit Ivica und Janica Kostelic (Kro) einfuhr. „Das war ein besonderer Tag für unsere Familie“, erinnert sich Raphi, der noch im Hotel Mama wohnt. Wo auch die größten Pokale seiner Karriere aufbewahrt werden. „Ich bin keiner, der seine Trophäen groß präsentieren muss – dafür ist die Mama zuständig.“ Für eine aus Beaver Creek wäre daheim jedenfalls noch ausreichend Platz.
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