Zwischentöne

Konzertereignis zwischen Frost und Fabeln

Vorarlberg
06.12.2024 15:19
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Mit einem bemerkenswerten Konzert endeten am Mittwoch die diesjährigen Montforter Zwischentöne in Feldkirch- 

Haben sie schon von Aphrodite gehört? Nein, nicht der Göttin der Schönheit, sondern von der Sängerin Aphrodite Patoulidou? Wenn nicht, sollten Sie sich den Namen merken. Denn die aus Thessaloniki stammende Sängerin, Nyckelharpaspielerin und mehrfach bildnerisch tätige Frau ist eine aufregende Persönlichkeit, die ganz dem neuen Künstlertypus entspricht, denn sie passt in kein Schema. Oper und Konzert auf höchstem Niveau, dazu ungewöhnlich programmierte Liederabende wie auch dieser in Feldkirch, all das erfüllt sie mit ihrer klangvollen, farbenreichen Stimme und ihrem Charisma, das nicht nur lieblich ist, sondern auch herb und dramatisch sein kann. Sozusagen bewegt sich Aphrodite, wie sie sich als Künstlerin kurz und bündig nennt, zwischen Medea und Iphigenie.

Zum Thema „Winter“ sang Aphrodite Lieder aus dem englischen Frühbarock wie etwa den berühmten „Cold Song“ aus „King Arthur“ von Henry Purcell oder „Greensleeves“ mit neuem Text, weiters dramatische Szenen von Jean Sibelius und Volkslieder aus ganz Europa – ganz nebenbei zu bewundern war ihre Sicherheit in all den Sprachen. Zauberhaft war auch die instrumentale Begleitung. Erstaunen erregte das Streichklavier, das Sawomir Zubrzycki nach Skizzen von Leonardo da Vinci gebaut hat und mit dem er seit einigen Jahren höchst erfolgreich auftritt.

Besondere Begleitung
Dieses Instrument verbindet den Klang gleich mehrerer Streichinstrumente mit dem Spiel auf einer Tastatur. Der Klang ist wunderschön und kommt dem der Harfe ideal entgegen, die an diesem Abend von Margret Köll, einer der gefragtesten Solistinnen auf diesem Instrument, so ansprechend gespielt wurde. Die Harfe und das Klavier verbanden sich bei einem Konzert von Antonio Vivaldi, während Aphrodite draußen ihre Nyckelharpa stimmte, mit der sie sich dann im weiteren Teil des Konzerts selbst begleitete.

Die skandinavische Nyckelharpa ist keine Harfe, sondern ein Streichinstrument, auf dem die Tonhöhen mittels Tastatur bestimmt werden. So schloss sich der Kreis zum Streichklavier an diesem Abend, der auch sonst rund und beglückend verlief. Das Publikum zeigte sich begeistert.

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