Flugsportler, Polizisten, Forscher – die Start- und Landebahnen des Modellflughafens am Südring sind heiß begehrt. Bereits seit 75 Jahren heben in Waidmannsdorf die Flieger ab. Nun auch Drohnen.
Mittlerweile verzeichnet der traditionsreiche Modellflugplatz gegenüber des Wörthersee-Stadions bis zu 8000 Flugbewegungen (sprich Starts und im besten Fall auch Landungen) pro Jahr. Von Segel- über Elektroflieger bis hin zu Drohnen – auf dem Miniaturflughafen in Waidmannsdorf, der mit einer 200 Meter langen Gras- und einer 100 Meter langen Asphaltpiste aufwarten kann, herrscht von April bis Oktober Hochbetrieb.
Und das ganz und gar umweltfreundlich. „Bei uns ist ausschließlich Elektro-Flugbetrieb erlaubt. Verbrennungsmotoren und Kerosin sind auf unserer Anlage strengstens verboten“, erklärt Hausherr Andreas Pirold, der Vorstand der Interessensgemeinschaft Modellfluggruppe Wörthersee, im Gespräch mit der „Krone“.
Der Pilot aus Leidenschaft kann sich heuer zudem gleich über zwei ganz besondere Jubiläen freuen. „Vor genau zehn Jahren haben wir unsere Interessensgemeinschaft hier gegründet – und inzwischen zählen wir bereits über 60 unterstützende Mitglieder.“ Zum anderen feiert der Flugplatz in Waidmannsdorf selbst seinen bereits 75. Geburtstag.
Unsere Fluganlage ist nicht nur eine der ältesten in Österreich, sondern auch Europas einzige, die sich in einer Stadt befindet.
Hausherr Andreas Pirold
Er zählt zu den ältesten Modellflugplätzen Österreichs – und zum „Geburtsort“ einer bisher unerreichten Erfolgsgeschichte: Auf der einen Hektar großen Anlage wurde einst Hanno Prettner, einer der weltweit erfolgreichsten Modellflugpiloten überhaupt, groß.
Heimatflugplatz von 7-fachem Weltmeister
Der Klagenfurter holte sich insgesamt sieben Weltmeistertitel – und Mitte der 80er die Formel-1-Legende Ayrton Senna für einige Flugrunden nach Waidmannsdorf. „Hanno war ein Ausnahmepilot und ist ein großartiger Mensch. Ihm zu Ehren trägt der Flugplatz seit 2019 auch dessen Namen“, streut Pirold Rosen.
„Die Hanno-Prettner-Piste ist übrigens bis heute Europas einzige Modellfluganlage, die sich mitten in einer Stadt befindet“, erzählt Pirold, für den das Fliegen alles bedeutet. Im Jahr 1990 machte der gebürtige Grafendorfer auf dem Flugplatz Friesach/Hirt den Segel-, zwei Jahre später dann den Motorflugschein. „Das Fliegen war schon als Kind mein großer Traum. Deinen ersten Alleinflug vergisst du dein ganzes Leben nicht.“
Wir wünschen unseren Mitgliedern, Sponsoren und allen Flugfreunden einen schönen Advent und frohe Weihnachten.
Andreas Pirold, I-MFG Wörthersee
Nach über 100 Flugstunden nahm der Traum des Kärntners schließlich aber ein abruptes, frühzeitiges Ende – Andreas Pirold musste krankheitsbedingt am Boden bleiben. Was seine Leidenschaft für den Flugsport aber nicht mindern konnte. „So bin ich zum Modellflug gekommen. Und habe 2014 unsere Gemeinschaft gegründet.“ Gemeinsam mit seiner rechten Hand Josef Toth hält Pirold den Betrieb am Südring das ganze Jahr über am Laufen. Und dies nicht „nur“ für ihre Modellflug-Kollegen.
Auch im Dienste der Wissenschaft
Auch die Kärntner Polizei ist regelmäßig zu Gast – um ihre Drohnenpiloten auszubilden und die Anlagenstätte bei Großveranstaltungen als Flugeinsatzzentrale zu nutzen. „Die Alpen-Adria-Universität schaut ebenfalls oft bei uns vorbei. Um Experimente mit ihren Drohnen durchzuführen – irgendwann will man mit diesen den Mars erkunden“, verrät Pirold. Und seit dem Vorjahr starten und landen auch die Drohnen-Forscher des renommierten Joanneum Research in Waidmannsdorf.
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