Aus für Koks-Hochofen

OÖ gibt grünes Licht für grüne Stahlproduktion

Oberösterreich
20.10.2024 09:00

Die Voestalpine stellt in der Stahlproduktion von Koks auf Strom um. Ein wichtiger Schritt dorthin ist geschafft: Der erste Elektrolichtbogenofen wurde nun per Umweltverträglichkeitsprüfung genehmigt. Er soll bis 2027 den klassischen Hochofen ersetzen und die massiven CO₂-Emissionen drosseln.

Für Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner ist es „Österreichs größtes Klimaschutzprogramm“: Bis 2027 will der Stahlkonzern je einen Koks-Hochofen in Linz und Donawitz (Steiermark) durch einen Elektrolichtbogenofen ersetzen. Damit wird die Stahlerzeugung quasi grün. Bis 2029 sollen so rund 30 Prozent an CO₂-Emissionen eingespart werden.

UVP-Verfahren dauerte nur fünf Monate
Ein wichtiger Schritt dorthin ist jetzt geschafft: Das Land OÖ hat die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) abgewickelt und die Errichtung des „sauberen“ Lichtbogenofens am Linzer Standort genehmigt – und das innerhalb von nur fünf Monaten, wie der zuständige Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) gegenüber der „Krone“ betont.

„Extrem komplexe Genehmigungsverfahren“
Das erste maßgebliche UVP-Verfahren, um eine umweltschonendere Stahlproduktion zu ermöglichen – der 220-kV-Versorgungsring, um den notwendigen Strom aufs Voest-Gelände zu leiten – war im Vorjahr abgewickelt worden. Hierfür waren 16 Monate notwendig: „Das sind beides extrem komplexe Genehmigungsverfahren, in denen unzählige Sachverständige beigezogen und die rechtssicher und in höchster Qualität abgearbeitet werden müssen“, lobt Kaineder die für die UVP-Verfahren zuständigen Mitarbeiter – ein Seitenhieb in Richtung Energielandesrat Markus Achleitner (ÖVP).

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„Gerade, weil immer wieder Kritik an langen Verfahren und damit an unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geübt wird, kann hier eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen werden.

Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne)

Dieser hatte wiederholt Kritik an zu langwierigen UVP-Verfahren geübt. „In den vergangenen fünf Jahren gab es in Oberösterreich 17 Verfahren. Durchschnittlich dauerten sie 19,3 Monate. Damit liegt OÖ besser als der Bundesschnitt von 22,6 Monaten“, hält man hier im Büro Kaineder dagegen.

Weitere Hochofen-Ablöse bis 2035
Für die Voestalpine stellt die Umstellung von Koks auf den Elektrolichtbogenofen nur die erste Etappe im Stufenplan „greentec steel“ dar. Ab 2027 sollen damit in Linz 1,6 Millionen und in Donawitz 850.000 Tonnen CO₂-reduzierter Stahl produziert werden. Ab 2030 bis 2035 ist dann die weitere Ablöse von je einem Hochofen in Linz und Donawitz geplant. Insgesamt will die Voest damit die CO₂-Emissionen um 50 Prozent reduzieren. 

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